Finanzministerium

Deutsche Wirtschaft verliert ihren Schwung

Das Bundesfinanzministerium sieht Anzeichen dafür, dass das BIP im Frühjahr niedriger ausgefallen ist als zuvor. Es findet aber auch Lichtblicke - und identifiziert die wichtigste Stütze des Wachstums in Deutschland.
Update: 20.07.2012 - 00:41 Uhr 7 Kommentare
Der private Konsum in Deutschland macht dem Ministerium Freude. Quelle: dpa

Der private Konsum in Deutschland macht dem Ministerium Freude.

(Foto: dpa)

BerlinDie deutsche Wirtschaft hat nach Einschätzung des Bundesfinanzministeriums im Frühjahr an Fahrt verloren. Die aktuellen Daten deuteten darauf hin, dass das Bruttoinlandsprodukt zwischen April und Juni niedriger ausgefallen sei als im ersten Quartal, erklärte das Ministerium in seinem am Freitag veröffentlichten Monatsbericht.

Dies signalisierten etwa die abgeschwächte Industrieproduktion und das eingetrübte Ifo-Geschäftsklima. "Das gesamte Indikatorbild deutet aber auf eine moderate Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im weiteren Jahresverlauf hin."

Auch die Bundesbank hatte zuletzt von einer schwächeren Dynamik im zweiten Quartal gesprochen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen gehen davon aus, dass die Wirtschaft nur noch um 0,2 Prozent zulegte, nach dem starken Wachstum von 0,5 Prozent zum Jahresauftakt.

Stabilisierend wirkt laut Ministerium die Inlandsnachfrage. "Sie ist die wichtigste Stütze des Wirtschaftswachstums in Deutschland." Denn im Verlauf des Jahres sei nur mit einer schwächeren Exportdynamik zu rechnen.

Für Schwung hätten im Frühjahr vor allem die Ausgaben der Verbraucher gesorgt, schrieben die Experten des Ministeriums. Sie setzen auf eine anhaltend positive Entwicklung des privaten Konsums. Zudem erwarten sie kein Inflationsrisiko. "Das Preisklima in Deutschland hat sich weiter beruhigt." Grund dafür sei auch die globale Konjunkturabkühlung.

  • rtr
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7 Kommentare zu "Finanzministerium: Deutsche Wirtschaft verliert ihren Schwung"

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  • "Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt."

    (Dante Alighieri)

    Viele mögen noch immer der Meinung sein, dass die "hohe Politik" in der (oder sogar: gegen die) so genannte "Finanzkrise" (korrekt: beginnende globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon) handelt. Tatsächlich wartet sie nur auf einen "Aufschwung", den es in "dieser Welt" (zivilisatorisches Mittelalter) nicht mehr geben wird:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/01/2012.html

  • @ Adam ..

    Was sie an Wichtigem dabei übersehen haben:

    In D gibt seitdem ein immer stärker werdende Umverteilung von unten nach oben. Wenige Gewinner, aber die breite Masse der Bevölkerung hat kräftig draufgezahlt und tut es immer noch.
    Zusätzlich ist ganz stark in Mode Gewinne zu privatisieren und die Verluste der Bevökerung aufs Auge zu drücken. Siehe 20% Kaufkraftverlust in 10 Jahren, Bankenrettung in D, Bankenrettung in S, Rettungsschirme in allen Farben, Target 2 Salden für den D Bürger und, und

    Schönen Tag noch.

  • Seit Jahrzehnte hat Deutschland einen Leistungsbilanzüberschuss von circa 15 Milliarden IM MONAT.
    Klar dass irgendwo diese 15 Milliarden IM MONAT fehlen, wer Überschuss sagt, muss auch Defizit sagen.
    Wenn man bedenkt wie viel Milliarden Deutschland im Laufe der letzten Jahren kassiert hat (Kapitaltransfer von Süden nach Norden), was sind dann die paar hundert Milliarden die jetzt zurück fließen müssen?

  • Der Einwand, dass es Deutschland ja besser gehe und deshalb die anderen das deutsche Modell einführen sollten, ist jedoch, wie der ehemalige US-Finanzminister und Harvard-Professor Larry Summers sagte, "ein Musterbeispiel für einen Denkfehler": Was für einen Einzelnen gut ist, ist nicht notwendigerweise für alle gut. Deutschland hat seine Wettbewerbsfähigkeit seit 1999 beständig verbessert, allerdings um den Preis einer jahrzehntelangen Quasi-Stagnation. Heute führt diese Wettbewerbsfähigkeit dazu, dass sich Deutschland auf Kosten seiner Euro-Partner bereichert und zugleich den Ast absägt, auf dem es sitzt.

  • starkes Wachstum 0,5%? Und man verlässt sich auf Inlandsnachfrage? Seit wann zählt die was in DE? Die Löhne sinken seit ca. 15 Jahren für die meisten Bürger, die Kosten stiegen. Das ist doch das Modell Deutschland mit dem man fest kalkuliert hat, um Exportweltmeister zu werden. Deshalb doch die Agenda 2010. sinkende Löhne als Ziel.

    was der Staat einen da gnädigerweise an Elterngeld gibt, ist im Endeffekt nur das, was demjenigen weggesteuert wurde, nur in geringerer Höhe. Das nicht mal Existenzsichernde Elterngeld vieler liegt unter dem, was diejenigen Schlechtverdiener dem pro Jahr noch an Steuern zahlen müssen. Konsumenten und Lohnbezieher sind hier doch bald die letzten Steuerzahler, an andere geht man gar nicht ran.

    und viele können keine Inlandsnachfrage aufrecht erhalten -- mit den Dispoständen und Wucherzinsssätzen dazu?
    Die Deutschen sind nun mal keine Amis mit 10 Kreditkarten, die ständig eine Schuldenblase produzieren und dann nur die Kreditkarten austauschen. Senken wir doch als Kaufanreiz die Dauer des Privatinsolvenzverfahrens auf 1 Jahr.

  • Nein Deutschland ist obersuper. Der Knaller wie beliebt Deutsche sind. Alle wollen nach Deutschland. Die Steuern sind paradisisch niederig. Die Bürger leben im perfekten miteinander und die Politiker sind einfach traumhaft. So ist es doch, der Artikel kann nicht stimmen. Und weil ich Deutschland so toll finde habe ich extra Platz gemacht für die, die kommen wollen.

  • trotz Steuereinnahmen in Rekordhoehe fahren wir weiterhin ein Defizit ein.
    Wenn sich mit der abkuehlenden Wirtschaft die Steuereinnahmen nach unten bewegen und Deutschland wegen seiner grosszuegigen Euro Rettungsbereitschaft sein triple-A Rating verliert, wird es ganz dunkel fuer den deutschen Buerger.
    .
    An dieser politischen Euro-Sauerei werden noch Generationen zu zahlen haben. Es wird der Zeitpunkt kommen, dass sich die Pro-Euro Politker im Ausland absetzen muessen und sich eine neue Identitaet beschaffen.

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