Finanzstabilität
EZB sieht Schuldenkrise als größtes Risiko

Die Schuldenkrise in der Euro-Zone ist nach Ansicht der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit die mit Abstand größte Gefahr für die Stabilität des Finanzsystems der Währungsunion. Doch das ist nicht die einzige Gefahr, auf die im am Donnerstag veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht hingewiesen wird.
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HB FRANKFURT. Als Probleme nennt die EZB auch die globalen Ungleichgewichte und die dreieinhalb Jahre nach dem Ausbruch weiterhin bestehende Abhängigkeit einiger Institute von der Notenbank. Auch das weiterhin niedrige Zinsniveau könne zur Gefahr werden, wenn sich Spekulationsblasen bildeten.

"Insgesamt ist die wirtschaftliche und finanzielle Situation weiter angespannt und birgt Risiken für die Finanzstabilität", schreibt die EZB in ihrem am Donnerstag veröffentlichten, alle sechs Monate aktualisierten Finanzstabilitätsbericht. Sollte allerdings die wirtschaftliche Erholung in der Euro-Zone in dem Ausmaß und Tempo weitergehen, wie angenommen, werde davon auch die Widerstandskraft des Finanzsektors profitieren, heißt es in dem Bericht weiter.

Um die andauernden Spannungen an den Staatsanleihemärkten zu dämpfen, kann sich der neue EZB-Vizepräsident Vitor Constancio, der erstmals für den Bericht verantwortlich zeichnete, eine Aufstockung des 750 Milliarden Euro schweren Rettungsschirms für verschuldete Euro-Länder vorstellen. "Das könnte hilfreich sein", sagte der Portugiese bei der Vorstellung des Reports in Frankfurt. Am Donnerstag senkte unterdessen die Ratingagentur Fitch ihre Bewertung der Bonität Irlands, obwohl sich das Land unter den Schirm geflüchtet hatte.

Constancio verteidigte erneut die umstrittenen Anleihekäufe der Zentralbank: "Die Resultate sprechen für sich. Ich glaube, die Situation hat sich stabilisiert." Die EZB hatte vergangene Woche auf dem Höhepunkt der Irlandkrise wieder verstärkt in den Markt eingegriffen und mehr Staatspapiere gekauft als zuletzt.

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