Finanzsystem
Makrostresstests sind meist harmloser als die Realität

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich schlägt Alarm: Gängige Risikoanalysen zeigen oft nicht an, wenn ein Finanzsystem anfällig ist. Die Aufseher müssen erst noch lernen, wie man ausssagekräftige Stresstests konzipiert. Doch dabei gibt es handfeste Probleme.
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FRANKFURT. Ein neues Zauberwort droht entzaubert zu werden, bevor jeder richtig verstanden hat, was es heißt: die makroprudenzielle Aufsicht. Die Bankaufseher und Notenbanken, wollen künftig mehr makroprudenzielle Aufsicht betreiben, um die nächste Krise kommen zu sehen. Damit meinen sie, dass sie nicht mehr nur auf einzelne Bankbilanzen schauen wollen, sondern stärker auf Systemrisiken, die im Zusammenspiel mit der Wirtschaftsentwicklung lauern, auf der Makroebene also.

Eine Studie von Volkswirten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und der chilenischen Zentralbank kommt nun zu der ernüchternden Feststellung, dass das Hauptinstrument der makroprudenziellen Aufsicht, der Stresstest nicht funktioniert. Die Aufseher müssen erst noch lernen, wie man aussagefähige Stresstests konzipiert und stehen dabei offenbar vor grundlegenden Problemen. Den Aufsatz hat die BIZ, eine Art Zentralbank der Notenbanken, in ihrem jüngsten Quartalsbericht veröffentlicht.

Stresstests hätten auch vor früheren Krisen oft keinen Alarm ausgelöst

Die Autoren stellen darin fest, dass Stresstests der Art, wie sie heute in der Regel verwendet werden, nicht nur vor der letzten Finanzkrise versagt haben. Wenn man sie auf historische Daten anwendet, um zu sehen, ob sie vor früheren Krisen erhöhte Risiken angezeigt hätten, so hätten sie auch da sehr oft versagt.

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