Flaue Konjunktur belastet Industrie
EU-Kommission senkt Wachstumsprognose

Die EU-Kommission hat die Wachstumsprognose für die Euro-Zone im 2. Quartal gesenkt. Damit sieht Brüssel die Entwicklung noch pessimistischer als vor wenigen Wochen. Die flaue Konjunktur bescherte auch der Industrie in Deutschland weitere Geschäftseinbußen.

HB BRÜSSEL. Gegenüber dem Vorquartal werde ein Wachstum in der Spanne von 0,1 bis 0,5 Prozent erwartet. Dies liege 0,1 Prozentpunkte unter der bisherigen Annahme, teilte die Kommission mit. Für das 3. Quartal wird weiterhin eine Spanne von 0,2 bis 0,6 Prozent erwartet. Die EU-Behörde hatte im April die Gesamtjahres-Vorhersage von 2,0 auf 1,6 Prozent gestutzt. Das liegt vor allem an den hohen Ölpreisen.

Auch der etwas stärker als erwartete Rückgang einer Reihe von europäischen Einkaufsmanagerindizes (PMI) deutet nach Auffassung von Bankvolkswirten auf eine zunehmemde Wachstumsdelle im Euroraum hin. Die Firmen erhöhten ihre Produktion nur wenig und entließen mehr Mitarbeiter als zuvor.

“Insgesamt signalisieren die Daten eine momentane Schwächephase im Verarbeitenden Gewerbe und untermauern unsere Einschätzung, dass im laufenden Quartal mit einer merklichen Wachstumsverlangsamung im Euroraum zu rechnen ist“, sagte am Mittwoch Fabienne Riefer von der Postbank. Zuvor war für Mai ein Rückgang des Euroraum-PMI auf 48,7 von zuvor 49,2 Punkten gemeldet worden.

Jörg Angele von der Bayerischen Landesbank erklärte, die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe im Euroraum sei so schlecht wie seit zwei Jahren nicht mehr. „Die heutigen Zahlen reihen sich nahtlos in die schlecht ausgefallenen Stimmungsindikatoren der vergangenen Wochen ein und deuten für die nächsten Monate auf eine äußerst verhaltene konjunkturelle Entwicklung im Euroraum hin“, erklärte der Volkswirt.

Die europäische Statistikbehörde Eurostat bestätigte unterdessen in Luxemburg das bereits mitgeteilte Wachstum in der Eurozone von 0,5 Prozent im 1. Quartal nach 0,2 Prozent zuvor. Dabei erwies sich Deutschland mit einem Plus von 1 Prozent (nach minus 0,1 Prozent zuvor) als Konjunkturlokomotive unter den 12 Staaten mit der Gemeinschaftswährung. Italien rutschte hingegen mit einer Minus-Rate von 0,5 Prozent nach minus 0,4 Prozent Ende 2004 in eine Rezession. In den Niederlanden stagnierte die Wirtschaft mit minus 0,1 Prozent nach 0,0 zuvor.

In der gesamten EU mit 25 Staaten wuchs das Bruttoinlandsprodukt von Januar bis März ebenfalls um 0,5 Prozent nach 0,3 Prozent im Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahresquartal kam die Euro-Zone laut leicht revidierten Eurostat-Zahlen zu Jahresbeginn auf 1,3 Prozent, die gesamte EU auf 1,6 Prozent.

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