Flaute setzt sich fort: Einzelhandel setzte 2003 erneut weniger um

Flaute setzt sich fort
Einzelhandel setzte 2003 erneut weniger um

Der Umsatz des deutschen Einzelhandels ist 2003 zum zweiten Mal in Folge geschrumpft. Die Erlöse sanken im Vergleich zum Vorjahr nominal um 0,9 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Preisbereinigt betrug das Minus 1 Prozent.

HB BERLIN. „Der Stimmungsumschwung in der zweiten Dezemberhälfte hat nicht gereicht, um den Monat oder gar das Weihnachtsgeschäft herauszureißen“, sagte ein Sprecher des Branchenverbandes HDE am Freitag. Der Einzelhandel verkaufte nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes nach Herausrechnen von Preisveränderungen (real) 2,3 % weniger als im November. Damit lagen die Umsätze im vorigen Jahr - wie zuletzt geschätzt - insgesamt ein Prozent unter dem Niveau von 2002.

Der Januar verlief nach HDE-Angaben positiv. „Von der Trendwende sind wir aber noch weit entfernt.“ Spürbare Impulse seien im Zuge der gesamtwirtschaftlichen Erholung erst im Frühjahr oder ab Jahresmitte zu erwarten.

Die hohe Arbeitslosigkeit, die Debatte um Reformen und zuletzt auch die Rabattschlacht hatten dem Einzelhandel nach dem schwachen Jahr 2002 mit gut zwei Prozent Umsatzminus auch im vergangenen Jahr das Geschäft verhagelt. Für 2004 hofft die Branche aber auf ein nominales Umsatzwachstum von 0,5 bis 1,0 %. Jüngste Umfragen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hatten jedoch gezeigt, dass die Gesundheitsreform den Verbrauchern zum Jahresanfang die Kauflaune vermiest hat.

Volkswirte betonten die Zurückhaltung der Konsumenten. „Die lange wirtschaftliche Schwächephase der letzten Jahre hinterlässt ihre Spuren - es gibt eine erhebliche Verunsicherung, so etwas hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben“, sagte Jörg Lüschow von der WestLB. Zudem seien die Netto-Einkommen unter Berücksichtigung der Inflation seit über zehn Jahren kaum gestiegen und die Beschäftigung gleichzeitig gesunken. Deutlich aufwärts werde es erst dann gehen, wenn sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt spürbar bessere.

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