Folgen der Finanzkrise
IWF lobt US-Rettungspaket

Das US-Rettungspaket für die Finanzbranche wird nach Einschätzung des IWF die Finanzmärkte beruhigen und die Risiken für die Weltwirtschaft verringern.

WASHINGTON. "Ohne die Maßnahme wäre die Gefahr einer Kreditklemme für die Unternehmen deutlich höher", sagte der Kapitalmarktchef des Internationalen Währungsfonds, Jaime Caruana, dem Handelsblatt. Für die nächsten Monate sieht Caruana die Konjunktur in keiner guten Verfassung.

Für das kommende Jahr erwartet er nur einen schwachen Aufschwung. Bis zur Gesundung des Finanzsektors werde es seine Zeit dauern. "Wir gehen durch einen bitter nötigen Heilungsprozess, bei dem gleichzeitig das Finanzsystem verkleinert wird", sagte der IWF-Direktor. Die Banken suchten derzeit nach einem neuen Geschäftsmodell. Sie müssten sich verstärkt aus eigener Kraft refinanzieren und neue Wegen für eine stabile Finanzierung gehen.

Zinssenkungen durch die Notenbanken sind nach Ansicht Caruanas derzeit nicht nötig. Damit könne die gegenwärtige Krise nicht gelöst werden. Gleichzeitig "müssen und werden die Zentralbanker die nötige Liquidität zur Verfügung stellen, damit es nicht zu weiteren Verwerfungen an den Märkten kommt", sagte er.

Der IWF-Experte rechnet künftig mit einer schärferen Regulierung der Banken. Er warnte aber davor, hier zu überziehen und forderte eine internationale Bankenaufsicht. Gerade in Europa "mit seinem einheitlichen Binnenmarkt ist das in jedem Fall ein Muss". Das Verbot von Leerveräufen von Finanzaktien, wie das die USA, Großbritannien und Deutschland beschlossen hatten, sieht Caruana als vorübergehend an. Nach einer Normalisierung der Lage werde die Entscheidung sicherlich zurückgenommen, meinte er. Leerverkäufe seien grundsätzlich positiv, da sie dem Markt Liquidität gäben.

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