Folgen der Finanzmarktkrise
Europas Firmen spüren Gegenwind

Die Ungewissheit über Dauer und Kosten der Finanzmarktkrise wird im Jahresverlauf die Wirtschaft der Euro-Zone belasten. Davon geht die EU-Kommission aus. Auch wegen der drohenden Rezession in den USA und steigenden Rohstoffpreisen schlägt den Unternehmen laut Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquín Almunia "ein rauer Wind" entgegen.

DÜSSELDORF. "Die Folgen der Finanzmarktkrise bekommt der Euro-Raum trotz seiner soliden wirtschaftlichen Eckdaten allmählich zu spüren", sagte Joaquín Almunia, der am Mittwoch in Brüssel den jüngsten Quartalsbericht der Kommission für die Euro-Zone vorlegte.

Anlass, ihre erst vor kurzem gesenkte Wachstumsprognose für die Euro-Zone erneut zu ändern, sieht die Kommission allerdings nicht. Wegen der gestiegenen Risiken hatte sie die Voraussage für den Euro-Raum am 21. Februar auf 1,8 Prozent gesenkt. Im Herbst vergangenen Jahres war die Kommission noch von 2,2 Prozent Wachstum ausgegangen. 2007 legte die Wirtschaft der Euro-Zone um 2,7 Prozent zu.

Die seit der zweiten Februarhälfte veröffentlichten Konjunkturdaten bestätigen die Kommission darin, von einer erneuten Revision der Prognose abzusehen. So sei die Industrieproduktion im Januar besser ausgefallen als erwartet, und auch die Vertrauensindikatoren im verarbeitenden Gewerbe hätten sich relativ gut gehalten, heißt es in dem Quartalsbericht.

Darüber hinaus nahmen die am Mittwoch vom Statistikamt Eurostat veröffentlichten Auftragseingänge der Industrie im Januar mit zwei Prozent gegenüber dem Vormonat viel stärker zu, als Bankvolkswirte erwartet hatten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat zog die Nachfrage sogar um gut sieben Prozent an. Die vorsichtige Zuversicht der Kommission gestärkt haben dürfte auch die Verbesserung des Geschäftsklimas in Deutschland, Frankreich und Belgien. Nur in Italien trübte sich die Wirtschaftsstimmung weiter ein.

Insgesamt kommt die Kommission zu dem Ergebnis, dass sich die Euro-Zone auch wegen des kräftigen Wachstums der aufstrebenden Märkte in Osteuropa und Asien als "widerstandsfähig" erweisen wird. Die Kommission setzt vor allem auf Investitionen, die durch eine hohe Kapazitätsauslastung und die gesteigerte Rentabilität der Unternehmen außerhalb des Finanzsektors gestützt würden. Dies gebe Anlass zur Hoffnung. Gleichzeitig sieht die Kommission in der vergleichsweise hohen Inflation weiterhin ein Konjunkturrisiko, das vor allem den schon Ende 2007 rückläufigen privaten Konsum bedroht. ari

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