Folgen der Wirtschaftskrise
Aufträge: Lange Durststrecke für deutsche Industrie

Die Auftragsflaute hält an: Im Dezember ist der Auftragseingang in der Industrie im Vergleich zum Vormonat um 6,9 Prozent eingebrochen. Das ist das zweitstärkste Minus seit Beginn der Datenerhebung 1991. Die weltweite Wirtschaftskrise trifft Deutschland damit immer härter.

HB BERLIN. Den Auftragsrückgang teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin nach vorläufigen Zahlen mit. Ohne besonders viele Großaufträge wäre der Einbruch noch heftiger ausgefallen. Die Auslandsnachfrage schrumpfte um 9,4 Prozent, im Inland um 4,3 Prozent. Besonders aus den Euro-Ländern gingen weniger Aufträge ein: Sie sanken mit 15,2 Prozent überdurchschnittlich stark. Aus den anderen Ländern kamen 5,1 Prozent weniger Bestellungen an.

Analysten hatten lediglich einen Rückgang von 2,5 Prozent erwartet. 2008 zog die Industrie damit in elf von zwölf Monaten weniger Aufträge an Land. Nur im August gab es ein Plus. Eine so lange Durststrecke hat es noch nie gegeben. „Der Rückgang der Bestelltätigkeit setzt sich in unvermindertem Tempo fort“, schrieb das Ministerium. Der Auftragseingang ist neben der Produktion der wichtigste realwirtschaftliche Konjunkturindikator.

Schon in den Vormonaten waren die Bestellungen im großen Stil ausgeblieben. Im Zweimonatsvergleich, also November/Dezember gegenüber September/Oktober, ging die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen preis- und saisonbereinigt um 11,6 Prozent zurück.

Im gesamten vierten Quartal lag das Ordervolumen um 15,7 Prozent unter dem des dritten Quartals. „Die Aussichten für die Industrieproduktion bleiben vor diesem Hintergrund für die kommenden Monate äußerst gedrückt“, berichtete das Ministerium.

Alle drei großen Industriebereiche mussten Einbußen hinnehmen. Das größte Minus gab es bei den Herstellern von Autos, Maschinen und anderen Investitionsgütern mit 9,1 Prozent. Die Produzenten von Vorleistungsgütern wie Verpackungen erhielten fünf Prozent weniger Aufträge. Die Konsumgüterindustrie meldete ein Minus von 3,1 Prozent.

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