Fortschritts-Signal
Irland reprivatisiert Bank of Ireland weiter

In einigen Tagen will Irland den EU-Rettungsschirm abstreifen. Nun kündigt die Regierung in Dublin an, sich weiter aus der Bank of Ireland zurückzuziehen. Das soll signalisieren: Dem Land geht es besser.
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DublinDrei Jahre nach der Beinahe-Pleite kommt Irland auf seinem Erholungskurs einen weiteren wichtigen Schritt voran. Die Regierung kündigte am Mittwoch in Dublin an, sich weiter aus der größten Privatbank des Landes, der Bank of Ireland, zurückzuziehen. Die bei der Rettungsaktion für das Institut übernommenen Vorzugsaktien im Umfang von 1,8 Milliarden Euro sollen verkauft werden. Papiere im Wert von 537 Millionen Euro will die Bank dabei selbst zurückkaufen, der Rest soll an Investoren gehen.

Damit hat sich zumindest die Rettung der Bank of Ireland für das Land auch finanziell ausgezahlt. Denn mit dem Verkauf der Vorzugsaktien steigen die Rückzahlungen des Instituts an den Staat auf 5,9 Milliarden Euro an. Die erhaltenen Kapitalspritzen für die Bank hatten sich auf rund 4,8 Milliarden Euro summiert. Der Staat hält immer noch gut 15 Prozent der Stammaktien des Geldhauses.

Der irische Finanzsektor war nach dem Platzen der Immobilienblase 2008 in Schieflage geraten. Daraufhin hatte der Staat seine Großbanken mit Milliardenhilfen vor dem Aus retten müssen - und stand daraufhin selbst kurz vor der Pleite. Als erstes Land hatte Irland mit einem Hilfspaket von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) gerettet werden müssen und 85 Milliarden Euro bekommen.

Stichtag für den Ausstieg ist der 15. Dezember, die Eurogruppe hat bereits grünes Licht gegeben. Irland will dabei keine vorbeugende Kreditlinie zur Absicherung in Anspruch nehmen.

Der Rückzug aus der Bank of Ireland werde das Vertrauen in die Erholung Irlands weiter erhöhen, zitierte die Zeitung „Irish Independent“ Finanzminister Michael Noonan: „Das irische Bankensystem erholt sich, internationale Investoren kommen zurück, und das hat positive Auswirkungen auf das gesamte Bankensystem.“

Von der Bank of Ireland hieß es, in den vergangenen viereinhalb Jahren habe man zahlreiche Schritte unternommen, um „die Beziehung mit dem Staat zu normalisieren. Dieses Kapitalpaket ist nun ein sehr wichtiger Teil dieser Normalisierung.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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