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Einzelhandel verbucht im Oktober Umsatzplus

Nach dem schwachen Sommer hat der deutsche Einzelhandel im Oktober mehr umgesetzt als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurde jedoch ein Umsatzrückgang festgestellt. In der Weihnachtszeit rechnet die Branche aber kaum mit einem besseren Umsatz als im schwachen Vorjahr.

HB BERLIN. Im Vergleich zum September setzte der Einzelhandel saisonbereinigt unter Herausrechnung der Inflation (real) 0,4 % mehr um, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen am Dienstag mitteilte. Damit lagen die Oktober-Umsätze jedoch real noch immer 2,0 % unter dem Vorjahresniveau. Analysten wie Jörg Krämer von Invesco Asset Management sprachen von einem erwartet moderaten Anstieg.

Die Umsatz-Daten belegen nach Einschätzung des Branchenverbandes HDE die gedämpften Erwartungen der Einzelhändler. Zudem deuteten erste Informationen auf einen schwachen November hin. Auch für das gesamte Weihnachtsgeschäft sei man vorsichtig, sagte ein HDE-Sprecher. „Wenn nicht bald ein Wunder geschieht, wird das diesjährige Weihnachtsgeschäft das Umsatzniveau des Vorjahres kaum übertreffen“, sagte der Präsident des Verbandes BAG, Walter Deuss.

„Das Minus von zwei Prozent im Jahresvergleich macht deutlich, dass die Umsatzzahlen im Einzelhandel noch nicht gut sind in Deutschland“, sagte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die Konsumenten seien wegen der geplanten, aber noch ungeklärten Reformen nach wie vor verunsichert. Dies zeigten die Ergebnisse im dritten Quartal und das dürfte sich auch in den letzten drei Monaten des Jahres niederschlagen.

Ein Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) sagte, der Oktober 2002 sei einer der wenigen guten Monate in diesem Jahr gewesen. „Deshalb darf man nun den Rückgang im Vorjahresvergleich nicht dramatisieren.“ Der Textileinzelhandel sei weiter das größte Sorgenkind der Branche. Nach der Hitzewelle im Sommer hätte man sich einen größeren Nachholbedarf erwartet. Die Sparte Textilien, Bekleidung und Schuhe setzte im Oktober real 2,6 % weniger um als vor einem Jahr. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres verkauften die Einzelhändler real und nominal (in jeweiligen Preisen) jeweils 0,7 % weniger um als vor Jahresfrist.

Auch die verbleibenden Monate im laufenden Jahr dürften der Branche kaum den benötigten Schub geben. „Nicht ermutigend sind die Informationen über den November“, sagte der HDE-Sprecher. „Die Geschäftsentwicklung mahnt uns zur Vorsicht.“ Für das Weihnachtsgeschäft sei trotz eines vielversprechenden Auftaktes am ersten Adventssamstag nur ein zusätzlicher Umsatz von etwa acht Mrd. € wie im schwachen Vorjahres zu erwarten. Der HDE und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels (BAG) rechnen für 2003 jeweils mit einem nominalen Umsatzminus von einem Prozent. Für das kommende Jahr hofft die BAG, einen Umsatzrückgang zu vermeiden. Der HDE erwartet bei einem Vorziehen der geplanten Steuerreform ein Umsatzplus von einem Prozent, andernfalls ein Plus von höchstens 0,5 %.

Auch Volkswirte äußerten sich wenig optimistisch. „Nach dem desaströsen dritten Quartal werden wir mit ein bisschen Glück eine leichte technische Erholung im vierten Quartal sehen“, sagte Krämer zu den Einzelhandelsumsätzen. Einen nachhaltigen Auftrieb werde die Branche erst spüren, wenn die Arbeitslosigkeit ab Mitte 2004 abnehme.

Die Hitzewelle hatte im Sommer die Kauflaune der Verbraucher getrübt, zudem hatte die gemeinsamen Ferien in großen Bundesländern die Umsatzdaten verzerrt. Das Konsumklima in Deutschland hat sich nach der jüngsten Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) jedoch merklich gebessert. Die GfK hatte dies vor allem darauf zurückgeführt, dass die Verbraucher mit einer konjunkturellen Belebung rechneten.

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