Fortsetzung des Aufschwungs: Euro-Raum darf sich auf starkes Jahr freuen

Fortsetzung des Aufschwungs
Euro-Raum darf sich auf starkes Jahr freuen

2007 dürfte für den Euro-Raum ein wachstumsstarkes Jahr werden. Das signalisiert das Ifo-Wirtschaftsklima, das sich im ersten Quartal 2007 verglichen mit dem Schlussquartal des Vorjahres verbessert hat. Zuletzt hatte es sich leicht eingetrübt.

doh DÜSSELDORF. „Die neuen Umfrageergebnisse sprechen für eine Fortsetzung des Konjunkturaufschwungs im ersten Halbjahr 2007“, sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Beides – die Urteile zur wirtschaftlichen Situation und über die konjunkturellen Erwartungen – haben sich gebessert. Die Lage-Einschätzung sei vor allem in Deutschland, Belgien und Österreich gestiegen.

Die Münchener Wirtschaftsforscher befragen in Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer vierteljährlich rund 300 Experten aus Unternehmen und Institutionen zu ihren Lageeinschätzungen sowie den wirtschaftlichen Aussichten.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) unterstrich die positiven Aussichten. Die jüngsten Indikatoren und Umfragen deuteten darauf hin, „dass sich das Wirtschaftswachstum auch im Jahr 2007 fortsetzt und nach wie vor solide und breit angelegt ist“, heißt es in dem Monatsbericht der Notenbank. Eine „gewisse Volatilität“ der vierteljährlichen Wachstumsraten des realen Bruttoinlandsprodukts sei nicht auszuschließen, die mittelfristigen Aussichten aber günstig.

Der positive Ausblick der Zentralbänker folgt auf ein unerwartet starkes Schlussquartal 2006: Die Euro-Wirtschaft legte um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Die deutsche Volkswirtschaft, die größte der Euro-Zone, hatte ebenso eindrucksvolle Daten vorweisen können.

Zugleich hat die Bundesrepublik ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit zwischen 1999 und 2006 am stärksten gesteigert (siehe „Wer wie wettbewerbsfähig ist“). Das geht aus dem Monatsbericht hervor. Eurosystem, das aus der europäischen sowie nationalen Zentralbanken besteht, hat zur Messung der internationalen Preis- und Kostenwettbewerbsfähigkeit der Euro-Länder Indikatoren entwickelt. Sie basieren auf Verbraucherpreisindizes und werden nach der gleichen Methode und anhand der gleichen Datenquellen wie die realen effektiven Wechselkurse des Euro berechnet.

Ein Vergleich der Indikatoren-Entwicklung vom ersten Quartal 1999 bis zum vierten Quartal 2006 zeigt: In den meisten Länder stieg das Barometer – was auf eine Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit eines Landes hinweist. Laut EZB ist dies „nicht überraschend, da die entsprechende Messgröße des realen effektiven Wechselkurses des Euro im selben Zeitraum um 4,3 Prozent anstieg“. Besonders stark stieg er in Irland und Spanien – sie büßten damit am stärksten Konkurrenzfähigkeit ein. Einzig in Deutschland, Österreich und Finnland sank der Index jeweils leicht, was eine Steigerung ihrer preislichen Wettbewerbsfähigkeit anzeigt.

Zurückführen lässt sich die unterschiedliche Entwicklung laut EZB „möglicherweise auf unterschiedliche Preisentwicklungen sowie auf die unterschiedliche Ausrichtung des Außenhandels“.Auch die Inflationsunterschiede wirkten sich aus. Länder, die ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit seit 1999 verbessert hätten, wiesen auch die niedrigsten Inflationsraten in diesem Zeitraum auf.

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