Fragen und Antworten
Wie verhindert man die große Kreditklemme?

Deutsche Firmen hängen am Kredittropf. Doch zunehmend sorgen sich Banken auch über die dünner werdende Kapitaldecke. Das Handelsblatt beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die drohende Kreditklemme. Warum es 2010 kritisch für Banken und Unternehmen wird und welche Institute wie zur Lösung beitragen.
  • 1

Haben wir eine Kreditklemme?

Die meisten Experten bestreiten, dass in Deutschland eine Kreditklemme im engeren Sinne besteht. Das würde bedeuten, dass selbst gesunde Unternehmen flächendeckend keine Darlehen mehr bewilligt bekommen. Unbestritten ist aber, dass es für Firmen sehr viel schwieriger geworden ist, Kredite zu erhalten. Kredite für Mittelständler werden mittlerweile wieder genauso oft abgelehnt wie zuletzt 2004, also während der letzten großen Kreditknappheit in Deutschland. Außerdem werden die Banken immer vorsichtiger, ihre Anforderungen an die Kreditnehmer nehmen seit zwei Jahren kontinuierlich zu. Davon sind vor allem konjunktursensible Branchen betroffen. Eine Umfrage von Ernst&Young zeigt, dass jede vierte Bank zumindest mit einer partiellen Kreditklemme rechnet, also mit einer Unterversorgung einzelner Branchen oder Regionen.

Warum 2010 kritisch wird für die Banken

Die Fähigkeit der Banken, Kredite zu vergeben, hängt zum einen von ihrem verfügbaren Eigenkapital ab sowie von der verfügbaren Liquidität. Besonders das Eigenkapital gilt derzeit als limitierender Faktor. Banken müssen Kredite, die sie vergeben, immer auch mit Eigenkapital unterlegen und zwar mit umso mehr Eigenkapital je riskanter der Kredit ist. Die Eigenkapitalbasis vieler Banken dürfte sich 2010 aber zunächst einmal weiter verschlechtern: Den Banken drohen weitere Abschreibungen auf Wertpapiere und Kredite im Volumen von 60 bis 90 Mrd. Euro, schätzt die Bundesbank. Hinzu kommt, dass die Regierungen die Eigenkapitalvorschriften der Banken verschärfen wollen. Auch das zwingt die Banken, entweder mehr Eigenkapital einzusammeln oder weniger Kredite zu vergeben. Solange der Verbriefungsmarkt nicht wieder voll funktionsfähig ist, werden Banken sich auch nicht durch Kreditverkäufe entlasten können.

Warum 2010 kritisch wird für die Unternehmen

Für die Unternehmen ist kritisch, dass die Kreditvergabebereitschaft der Banken von der Bonität eines Unternehmens beeinflusst wird. Die Geschäftsabschlüsse des Jahres 2009, die in den Kreditgesprächen im Frühjahr eine Rolle spielen werden, dürften angesichts der Wirtschaftslage ausgesprochen schlecht ausfallen. KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch warnt, dass dies den Kreditzugang der betroffenen Unternehmen weiter erschwert. Denn im schlechtesten Fall lehnt die Bank den Kreditwunsch einfach ab - schon 2009 sind die Ablehnungsquoten deutlich gestiegen. Zumindest aber dürfte dies den Kredit verteuern. Vor diesem Hintergrund sind auch die jüngsten Aussagen von Commerzbank-Chef Martin Blessing zu sehen, der sagte, die Commerzbank wolle künftig stärker die mittelfristigen Aussichten einer Firma berücksichtigen, selbst wenn deren Zahlen für 2009 und 2010 schlecht seien.

Seite 1:

Wie verhindert man die große Kreditklemme?

Seite 2:

Kommentare zu " Fragen und Antworten: Wie verhindert man die große Kreditklemme?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Kreditklemme
    die kreditklemme kann durch eine einfache methode
    beendet werden.Alle abgelehnten Kredite müssen mit
    Ablehnungsgrund an eine Zentrale gemeldet werden.
    bei unberechtigter Ablehnung wird die banklizenz entzogen.Arbeitslosigkeit hat zwei Gründe,die beide vom Geld ausgehen:Rückgang der Preise,sowie Rückgang des Kapitalertrages unter die Rentabilitätsgrenze.
    Merke: Wer Geld einsperrt,sperrt Arbeiter aus.
    Der Zins ist der Ausbeuter des Menschen und nicht der Unternehmer.
    Paule

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%