Fragile Erholung
Bernanke warnt vor überzogenem Optimismus

Fed-Chef Ben Bernanke sieht die US-Wirtschaft auf dem Weg der Erholung. Er warnte jedoch am Montag bei einer Rede vor dem Wirtschaftsclub in Washington vor weiteren Risiken wie der hohen Arbeitslosigkeit.
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HB WASHINGTON. Die US-Wirtschaft kann sich trotz Erholungszeichen bis auf weiteres auf niedrige Zinsen einstellen. Unter den jetzigen Bedingungen sei mit einer längeren Niedrigzins-Phase zu rechnen, erklärte Fed-Chef Ben Bernanke am Montag bei einer Rede vor dem Wirtschaftsclub in Washington. Die langfristigen Inflationserwartungen seien stabil. Die US-Börsen bauten ihre Gewinne nach der Bernanke-Rede zeitweise leicht aus, rutschten im Handelsverlauf aber ins Minus. Der US-Dollar gab nach.

Nach den erfreulichen Arbeitsmarktdaten vom Freitag waren einige Analysten davon ausgegangen, dass die Fed ihre Politik des billigen Geldes schneller als erwartet beenden könnte. In den USA war der Jobabbau im November nahezu zum Stillstand gekommen. Insgesamt fielen lediglich 11 000 Stellen weg und damit so wenige wie seit Beginn der Rezession im Dezember 2007 nicht mehr.

Bernanke wies auf eine verbesserte Wirtschaftslage hin, warnte jedoch vor weiteren Risiken wie einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit. „Wir haben noch ein Stück des Weges vor uns, bevor wir sicher gehen können, dass sich die konjunkturelle Erholung von selbst trägt“, sagte er. Fraglich sei, ob der Aufschwung genügend Jobs schaffen werde, um die hohe Arbeitslosenquote deutlich zu reduzieren. Bernanke erklärte, der Offenmarktausschuss der Fed werde bei seinem Treffen kommende Woche aber die jüngsten Anzeichen der Stärke berücksichtigen.

Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise hat die Fed den Leitzins auf fast null Prozent gesenkt. Zudem versorgte sie die US-Wirtschaft und das Bankensystem mit Liquidität. Die Notenbank kaufte unter anderem Staatsanleihen und andere Papiere am Markt auf.

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