Frankreich, Finnland & Co. EZB-Geldpolitik bedroht Kern der Euro-Zone

Die EZB will die angeschlagene Euro-Wirtschaft noch lange mit billigem Zentralbankgeld aufpäppeln. Damit könnte sie Kernländer der Euro-Zone unter Druck bringen – eine gefährliche Entwicklung für den Währungsraum.
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Ein Sackgassenschild steht vor einer Europa-Fahne: Die Geldpolitik der EZB führt manche Euro-Länder schnurstracks in die Krise. Quelle: dpa

Ein Sackgassenschild steht vor einer Europa-Fahne: Die Geldpolitik der EZB führt manche Euro-Länder schnurstracks in die Krise.

(Foto: dpa)

BerlinDie Europäische Zentralbank (EZB) will die Euro-Wirtschaft noch bis mindestens ins nächste Jahr hinein mit billigem Zentralbankgeld versorgen – obwohl die Industrie in der Euro-Zone laut dem Einkaufsmanagerindex im Juli erstmals nach langer Pause wieder gewachsen ist. Die EZB sieht die Wirtschaft immer noch angeschlagen und geht auf Nummer sicher. Die Zinsen würden „für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen Niveau oder darunter liegen“, bekräftigte EZB-Präsident Mario Draghi gestern in Frankfurt. Beim Ausblick blieb er bewusst vage. Die EZB müsse flexibel bleiben und könne nicht vorab „ein klares Ende“ für die Niedrigzins-Ära in Stein meißeln, betonte der Italiener.

Die EZB-Politik des billigen Geldes ist nicht ohne Risiken und könnte gerade in Kernländern der Euro-Zone zu wirtschaftlichen Verzerrungen führen, wie eine Studie der Commerzbank nahe legt. Demnach könnte die aussichtslose Abwärtsspirale, in der sich die Peripherie des Euro-Raums befindet, schon bald ein Ende nehmen, während verschiedene Kernländer ins Straucheln geraten, weil sie plötzlich mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben wie die Peripherie.

Die „tiefere Ursache“ für diese Probleme sehen die Commerzbank-Ökonomen in der Niedrigzinspolitik der EZB. Aus Rücksicht auf die schwächsten Länder – lange Zeit Deutschland, danach die Peripherieländer – habe die EZB die Zinsen in den vergangenen 14 Jahren zu niedrig gehalten. Dies habe zu Übertreibungen in den wirtschaftsstarken Ländern geführt - und dort die Immobilienpreise und Löhne hochgetrieben. „Die Nachwirkungen dieser Übertreibungen dürften die Konjunktur in diesen Ländern noch einige Zeit belasten“, resümieren die Experten.

Zu den konjunkturellen Sorgenkindern im Kern der Euro-Zone zählen Frankreich, Finnland, Belgien, und die Niederlande. Gemessen am „Economic Sentiment Indicator“ der EU-Kommission (ESI) haben sie ihren Vorsprung gegenüber den Peripherieländern größtenteils eingebüßt. Während in Krisenstaaten wie Spanien oder Portugal die Frühindikatoren – von einem niedrigeren Niveau ausgehend – klar nach oben zeigen, sind die Erholungssignale für diese vier Kernländer „weniger eindeutig“, schreiben die Commerzbank-Experten in ihrer Expertise. In Frankreich etwa sei der ESI im Juni sogar niedriger als zu Jahresbeginn gewesen.

Auch bei den harten Zahlen würden die konjunkturellen Probleme zunehmend sichtbar, heißt in der Studie weiter. So sei die Industrieproduktion in diesen Ländern mit Ausnahme von Frankreich wohl auch im zweiten Quartal gefallen. Insbesondere das deutliche Minus in Finnland spricht demnach dafür, dass dort die Wirtschaft im zweiten Quartal geschrumpft ist. Zudem seien auch die Einzelhandelsumsätze – wie in den Niederlanden – deutlich zurückgegangen.

Diese negative Entwicklung in einigen Kernländern dürfte aus Sicht der Commerzbank-Analysten „kein vorübergehendes Phänomen“ sein. „Denn diese Länder kämpfen zunehmend mit Problemen, die bisher eher aus der Peripherie bekannt waren.“ Sie hätten in den vergangenen Jahren zumindest innerhalb des Euro-Raums an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Nach einem lang anhaltenden kräftigen Anstieg fielen zudem die Immobilienpreise, was insbesondere den privaten Verbrauch dämpft.

Frankreich könnte gesamte Euro-Zone ins Wanken bringen
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  • @ Meinung 2013
    Deshalb wollen viele die AfD wählen, weil sie sich verraten und verarmt gemacht fühlen durch diese Bundesregierung und diese Opposition. Auch Sie sind durch diese armen EURO-Rettungsnarren ärmer geworden und werden es weiter, ob sie es glauben wollen oder nicht.
    „In der jüngst veröffentlichten Vermögensstatistik in Europa hat Deutschland weit unterdurchschnittlich abgeschnitten. Die Politik und die Medien haben diese Ergebnisse heruntergespielt. Wir müssen aber akzeptieren: Deutschland ist klein im Verhältnis zur EU. Und Deutschland ist relativ zu seinen Nachbarn in den vergangenen 15 Jahren deutlich ärmer geworden.“
    Dies schreibt jetzt Kai Konrad - angeblich Berater des Herrn Schäuble - obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass man einem Mann, der nach eigenem Dafürhalten und in grenzenloser Arroganz, alles weiß, etwas raten kann und der den Ausverkauf deutscher Vermögenswerte und Zukunftsoptionen via EURO-Rettung in den Eimer tritt, seit Jahr und Tag.

  • Teil 2
    “Da aber sieht es nach wie vor sehr trübe aus. Im Vergleich zum Vorquartal hat lediglich Portugal eine positive Wachstumsrate von 1,1% zu verzeichnen. Demgegenüber ist das BIP in Spanien, Italien und Zypern weiter geschrumpft (um -0,1%, -0,2% und -1,4%). Für Griechenland liegen bezeichnenderweise noch gar keine Zahlen vor.

    Wachstumsraten zum Vorquartal sind aber immer sehr stark unsicherheitsbehaftet, u. a. deshalb, weil saisonale Effekte eine große Rolle spielen können. Aussagekräftiger sind daher die Wachstumsraten bezogen auf dasselbe Quartal im Vorjahr, also das Wachstum des BIPs von 2012 auf 2013. Da werden in den jüngsten Daten für alle Krisenländer nach wie vor stark negative Wachstumsraten ausgewiesen:

    Portugal: -2,0%
    Spanien: -1,7%
    Italien: -2,0%
    Zypern: -5,2%
    Griechenland: -4,6%

    Angesichts dieser Zahlen kann von Trendwende und Erholung keine Rede sein. Wer dennoch derartige Meldungen verbreitet, betreibt schlicht zweckoptimistische Propaganda.“

  • Leider ist es offenbar nicht mehr möglich, die haarsträubende Propaganda-Nachricht von gestern zu kommentieren (es hieß, die Rezession sei angeblich vorbei).
    Deshalb setze ich hier noch einen Kommentar – weil ich denke, dass das Thema ja nicht gegessen ist und weil dieser Kommentar auch von Interesse sein dürfte. Er ist von Herrn Prof. Lucke.
    Prof. Lucke sagt folgendes zum angeblich Ende der Rezession:

    „Wie Sie gestern der Presse entnehmen konnten, gibt sich die EU alle erdenkliche Mühe, die Situation in der Eurozone schönzureden. Da ein großer Teil der Medien dies unkritisch nachplappert, möchte ich die Meldungen, der Euroraum befreie sich aus der Rezession, kurz kommentieren:

    Schon für den Euroraum ist die Interpretation gewagt. Für das Ende einer Rezession verlangt man üblicherweise, dass die Wachstumsrate des BIPs in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen positiv ist. Gestern wurde aber nur für ein Quartal eine (schwach) positive Wachstumsrate gemeldet (nämlich 0,3% im zweiten Quartal 2013). Die EU hat es offenbar eilig, einen scheinbaren Erfolg zu verkünden.

    Die positive Wachstumsrate zum Vorquartal geht nun im wesentlichen auf Deutschland und Frankreich zurück - wobei zu berücksichtigen ist, dass das erste Quartal durch den langen Winter relativ schwach ausfiel und dann im zweiten Quartal wohl einiges nachgeholt wurde. Aber das ist nebensächlich, denn eigentlich von Interesse ist die Situation in den Krisenländern.“
    Ende Teil 1

  • Komisch: scheint so als ob so manche Foristen nicht wirklich an den Erfolg der AfD glauben, sonst würden diese nicht so vehement Werbung für diese Partei in nahezu jedem Artikel über den Euro machen.
    Ich persönlich bin ein einfacher Angestellter, habe nicht geerbt und werde auch nichts erben. Meine "Reichtümer" sind absolut überschaubar. Aus diesen Gründen kann die AfD nicht meine alternative Partei sein. Ich kann mich noch gut an Herrn Sinn seine Hetze gegen Lohn-/Gehaltserhöhungen erinnern, von Professoren fühle ich mich nicht wirklich vertreten. Wie denn auch? Wer niemals in der Tretmühle steckte, kann sich wohl schwer in die Lage derer versetzen, die die Unis finanzieren. Die Blockparteien aber sind auch für mich nicht wählbar. Da bleibt nicht mehr viel, wenn einem die Stimme trotz allem wichtig ist, um eine Opposition zu stärken.

  • Die Kernzone sollte aus dem EURO-Gebiet austreten und
    sich zu NORDEURO Zone zusammenschließen. Die Südeuropäer
    könnten dann ihr langersehntes Projekt des "sozialistischen
    Imperium Latin" in die Tat umsetzen, ohne sich mit den
    Nörgelnden Deutschen, Östereichern, Finnen und Niederländern herumschlagen zu müssen. Sie könnten Herrn
    Hollande zu ihrem Südeuropapräsidenten machen und Herrn
    Draghi zum südeuropäischen Finanzminister.

  • "Prof. Dr. Hans-Werner Sinn -- Die Zukunft des Euro"

    http://www.youtube.com/watch?v=F_A_cYMORUI

  • Morgen zu Bank gehen und alle Konten abräumen. Das Geld ins Schliessfach legen. Allen Freunden und Bekannten raten dasselbe zu tun. Auf die Frage der Schalterbeamten und Zentralbankgläubigen, warum man das Geld denn abheben, antworten, dass man mit dem Zinsniveau unzufrieden sei und sich nicht durch Inflation enteignen lassen wolle und man es deshalb auch vom Konto abheben könne. Wenn die Bank etwas anderes wolle, können sie ja Zinsen dafür zahlen.

  • In wenigen Wochen ist es wieder soweit, dann möchte man den deutschen Schäfchen erneut weismachen, dass von ihnen die allmächtige Staatsgewalt ausgeht und sie abermals das Schicksal der Nation in Händen halten. Am Tag danach halten dann selbstverständlich andere die Macht in Händen. Eine feine Illusion, nicht wahr? Unsere (Ver)Führerin liegt mit Abstand deutlich in Führung und alle Meinungsmachanstalten stützen diese These. Persönlich kennt man zwar niemanden der sie wählt, macht aber nichts, sie ist beliebt wie selten zuvor. Die Staatspropaganda funktioniert, sie wird sicherlich das Rennen machen, daran dürfen natürlich Zweifel geäußert werden, ändert aber nichts an der Alternativlosigkeit ihrer erneuten Machtergreifung. Und selbst wenn sie nicht wieder Kanzlerin würde, wäre das System nicht einen Moment lang gefährdet.

    http://qpress.de/2013/08/03/bundestagswahl-2013-zugelassene-metzger-parteien-des-michels-wahl-der-qual/

  • ................es juckt in den Fingern, hier noch einmal ein paar Worte hinzu legen. Bei der Wahl am 22.9. wird die AFD weit unter 5 % liegen, vielleicht bei 3.5 oder so ähnlich. Ich möchte Haus und Hof verwetten, das es so sein wird. Wieso und warum. Otto und Erna werden mit Recht das Mädel wieder wählen (unsere Bundeskanzlerin). Weil sie Vertrauen ausstrahlt. Das ist ein psychologisch-tiefenpsychologisches Entscheid. Das Mädel hat klare blaue Augen. Gott sei Dank keine Braunen. Man kann in sie hineinschauen bis zu ihren Zehenspitzen. Vertrauen ist das Größte innerhalb der menschlichen Kommunikation. Mann Frau verzeiht ihr, wenn sie mal Mißt macht, denn sie ist nicht fehlerfrei, wie alle Politiker und Menschen. Sie hat sich
    bis jetzt eine Reputation erarbeitet, mit der sie eine weltweite Anerkennung erhalten hat. Das Gefühl draußen bei Otto und Erna und Frida und Franz ist vorhanden, daß man ihr den zukünftigen Weg Deutschlands anvertraut. Sie hat doch einen riesigen Beraterstab um sich herum, damit die Verlautbarungen aus ihrem Mund auch draußen Bestand haben. Sie können mir alle Reden wie Sie wollen, die AFD kommt nicht ins Parlament, da die obigen Bürger kein Kreuzchen bei der AFD machen werden. Sie werden in der Wahlkabine davor zurück schrecken, den kleineren und neuen Parteien wie der AFD eine Stimme zu geben. Und selbst wenn die 5 % Hürde genommen würde, hätte diese Partei in der Machtausübung überhaupt keine Chance Flagge zu zeigen. Alles Getöse jetzt und bis zur Wahl wird sich in Sack und Asche auflösen. Es wird so werden, daran gibt es überhaupt keinen Zweifel. Und darum soll die CDU mit dem Mädel an der Spitze das Kreuzchen erhalten. Die Situation um den Euro ist sowieso verfahren, daß ich lieber mit ihr das sehe, der Frau Merkel unserer Bundeskanzlerin. Es entscheidet die Maske, das Gesicht, und das Gefühl danach, daß sie eine schlichte einfache Frau ist, die Vertrauen ausstrahlt. Und darum haken Sie nicht auf ihr herum.......................danke.

  • @NSA-Teuropa-Diktatur

    "Bitte nennen Sie mir mehr Gründe für den TEuro, als das ich kein Geld mehr umwechseln muß und keine Grenzkontrollen mehr erfolgen."

    +++++

    Die Grenzkontrollen wurden mit dem Schengenabkommen abgeschafft. Sie sind somit kein Vorteil, der dem Euro zugerechnet werden kann. Zudem gehören dem Schengenabkommen auch Staaten außerhalb der Eurozone, sogar außerhalb der EU an.


    Beitrittsdatum zum Schengenabkommen und Wegfall der Grenzkontrollen:

    26.03.1995:
    Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Spanien

    01.12.1997:
    Österreich

    01.12.2000:
    Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden

    21.12.2007:
    Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn

    12.12.2008 (Landgrenzen) 29.03.2009 (Luftgrenzen)
    Schweiz

    19.12.2011:
    Liechtenstein

    Mit der vollständigen Abschaffung der Binnengrenzkontrollen kann sich der Inhaber eines gemeinsamen Visums während des Gültigkeitszeitraums, längstens jedoch bis zu 90 Tage pro Halbjahr in den o.a. Staaten aufhalten, die das Schengener Durchführungsübereinkommen anwenden.

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