Frühjahrsgutachten
Ökonomen rechnen mit kräftigem Wachstum

Die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute setzen auf eine Fortsetzung des Aufschwungs: Handelsblatt-Informationen zufolge haben die Experten ihre Wachstumsprognose deutlich erhöht. Die Bundesregierung dürfte sich an der Prognose orientieren und schon bald nachziehen.

HB BERLIN. Die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland erhöhen in ihren Frühjahrsgutachten ihre Wachstumsprognose auf 2,4 Prozent von bislang 1,4 Prozent. Im kommenden Jahr rechnen die Institute ebenfalls mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 2,4 Prozent. Das Gutachten wird offiziell am Donnerstag vorgelegt.

Die Forscher gehen von einem Anstieg der Verbraucherpreise von 1,8 Prozent im laufenden Jahr wie auch im kommenden Jahr aus, heißt es. Im nächsten Jahr werde Deutschland zudem einen ausgeglichenen Haushalt haben. Die Exporte werden 2007 um 8,4 Prozent und im kommenden Jahr um 8,1 Prozent steigen. Bei ihren Prognosen unterstellen die Institute 2007 und 2008 einen Ölpreis von 65 US-Dollar je Barrel. Sie haben ihrer Prognose außerdem die Annahme eines Euro-Kurses von 1,32 Dollar zugrunde gelegt.

Die Konjunkturexperten erwarten im Verlauf des Jahres noch einen weiteren Zinsschritt der Europäischen Zentralbank (EZB), so dass der Leitzins Ende des Jahres bei 4 Prozent liegt.

Zu den fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstituten Deutschlands zählen das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW), das ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München, das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen.

In ihrem Herbstgutachten waren die Institute noch von einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,4 Prozent in diesem Jahr ausgegangen. Vor allem die Mehrwertsteuererhöhung hatte Sorgen vor einer erheblichen Konjunkturdelle geschürt. Die unerwartet kräftige Erholung des Arbeitsmarktes, die auf Hochtouren laufenden Investitionen der Unternehmen und die dynamische Weltwirtschaft haben die Befürchtungen offenbar zerstreut.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hatte an Ostern angekündigt, dass die Regierung ihre Vorhersage für 2007 von 1,7 Prozent auf mindestens zwei Prozent anheben werde. Üblicherweise orientiert sich die Regierung stark an dem Institutsgutachten. Glos will seine Prognose am 24. April vorlegen. Diese ist dann auch Grundlage für die große Steuerschätzung im Mai und die Finanzplanung von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialkassen.

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