Frühjahrsgutachten warnt vor Wachstumsschwäche
Arbeitsmarktlage wird erst 2006 besser

Die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute mahnen Regierung und Opposition in ihrem Frühjahrsgutachten eindringlich dazu, mit den im März gemeinsam verabredeten Reformen fortzufahren.

dc/dri HB BERLIN. „Sollte die Öffentlichkeit den Eindruck gewinnen, dass weitere notwendige Reformen nicht angepackt werden, so würden sich die Erwartungen von Investoren und Konsumenten verschlechtern“, heißt es in dem Gutachten, das dem Handelsblatt vorliegt. „Dies würde das Tempo der Erholung verringern.“

In ihrer gemeinsamen Konjunkturprognose gehen die Volkswirte zwar davon aus, dass nach wie vor gute Chancen für eine Belebung der Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte bestehen. Für das Gesamtjahr 2005 geben sie sich jedoch sehr skeptisch. Mit 0,7 Prozent liegt ihre Vorhersage am unteren Rand der Einzelprognosen der sechs Institute. Dabei wird eine Umsetzung wichtiger Ergebnisse des „Jobgipfels“ bereits unterstellt. Dazu zählen eine Senkung der Körperschaftsteuer sowie Erbschaftsteuer-Entlastungen bei Betrieben, die weitergeführt werden – jeweils zum 1. Januar 2006.

Entsprechend dem Konjunkturverlauf geht die Gemeinschaftsdiagnose auch für den Arbeitsmarkt von einer erst im zweiten Halbjahr einsetzenden, verhaltenen Belebung aus. Sichtbar in einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen werde dies erst in 2006, schreiben die Institute. In der zweiten Jahreshälfte werde zunächst der Abbau sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze zum Stillstand kommen.

Im Jahresschnitt 2005 rechnen die Ökonomen mit 4,844 Millionen Arbeitslosen. „Erstmals nach fünf Jahren dürfte 2006 die sozialversicherungspflichtige Arbeit wieder zunehmen“ – und die Arbeitslosenzahl merklich sinken. Die Institute nehmen durchaus an, dass Hartz IV in diesem Jahr wirkt und einen die Beschäftigung steigernden Effekt von 165 000 Arbeitsplätzen haben wird. Den statistischen Anstieg der Arbeitslosenzahl dadurch, dass frühere Sozialhilfeempfänger mitgezählt werden, beziffern die Forscher mit 210 000 zusätzlichen Arbeitslosen.

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