Frühjahrsumfrage: DIHK: Binnenwirtschaft kommt zu Kräften

Frühjahrsumfrage
DIHK: Binnenwirtschaft kommt zu Kräften

Die Konjunktur steht zu Beginn des Jahres einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zufolge auf einem breiteren Fundament. Die Unternehmen beurteilten die aktuelle Lage wieder positiver als noch im Herbst 2004, teilte der DIHK am Mittwoch in Berlin mit.

HB BERLIN. Nach dem enttäuschenden Ausklang des vergangenen Jahres ist die deutsche Wirtschaft dem DIHK zufolge wieder etwas in Schwung gekommen und kann sich neben dem Export zunehmend auch auf die heimische Nachfrage stützen.„Die Konjunktur hat zuletzt wieder Fahrt aufgenommen“, zog der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Mittwoch als Fazit aus seiner Frühjahrsumfrage unter rund 25 000 Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen. Erstmals seit vier Jahren komme die Binnenwirtschaft wieder zu Kräften und kompensiere das etwas schwächere Auslandsgeschäft. Wie im Herbst erwartet der DIHK ein Wirtschaftswachstum von 1,5 nach 1,6 % im vergangenen Jahr.

Während die Unternehmen etwas mehr investierten, bleibe der private Konsum aber schwach. Grund dafür sei die anhaltende Misere am Arbeitsmarkt, an dem die positiven Konjunkturimpulse erneut weitgehend vorbeigingen. „Der Keilriemen zwischen dem Konjunkturmotor und dem deutschen Arbeitsmarkt ist gerissen“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

„Die Unternehmensangaben deuten zu Jahresbeginn 2005 an, dass der Wachstumspfad breiter geworden ist“, hieß es in der Umfrage, die überwiegend im Januar durchgeführt wurde. Der Export zeige sich gegenüber dem gestiegenen Euro-Außenwert als sehr widerstandsfähig und obwohl sich die Exporterwartungen etwas abgeschwächt hätten, blieben die Einschätzungen sehr zuversichtlich: „Die Auslandsnachfrage bricht im Jahr 2005 nicht ab.“ Damit bleibe der Export die stärkste Konjunkturkraft - der DIHK erwartet 2005 einen Anstieg um sechs Prozent.

Erstmals sei 2001 komme aber auch die Binnenwirtschaft dank der starken Exportimpulse wieder etwas in Schwung: „Der fast vierjährige Investitionsstau löst sich seit einigen Monaten zusehends auf.“ Allerdings beschränkten sich die Investitionen bislang vornehmlich auf exportorientierte Industrieunternehmen und dabei auf den Ersatzbedarf und Maßnahmen zur Kostensenkung. Die Firmen planten dagegen kaum Kapazitätserweiterungen in Deutschland, sagte Wansleben. Der DIHK erwartet einen Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen um fünf Prozent. Vom privaten Konsum kämen bei einem Anstieg von ein Prozent in diesem Jahr zumindest erste Lebenszeichen und wohl auch ein positiver Wachstumsbeitrag. Anregend für den Konsum wirkten die rückläufigen Ölpreise, die Stabilität der Verbraucherpreise und wieder anziehende Aktienkurse sowie die steuerliche Entlastung.

Dem Konsum fehlen aber dem DIHK zufolge noch immer sichere Einkommensperspektiven und damit positive Signale vom Arbeitsmarkt: „Die positiven konjunkturellen Signale verhallen am Arbeitsmarkt weithin ungehört.“ So verminderten die Firmen auch 2005 ihr Vollzeit-Personal weiter, wenn auch etwas weniger als bisher. Offensichtlich überlagerten die Strukturprobleme des deutschen Arbeitsmarktes die stimulierenden Konjunktur-Impulse. Positiv auf die Erwerbstätigkeit wirkten sich allenfalls Mini-Jobs, Ich-AGs und Ein-Euro-Jobs aus.

Unter dem Strich sieht der DIHK nur Grund für verhaltenen Optimismus. „Die deutsche Konjunktur kommt im weiteren Jahresverlauf 2005 schleppend voran.“ So verbesserten sich die Erwartungen der Unternehmen zu Jahresbeginn nur marginal gegenüber dem Herbst. Dabei sei allerdings eine leichte Aufhellung der Erwartungen am Bau und vor allem im Handel festzustellen. Das exportgetriebene Verarbeitende Gewerbe spüre hingegen das verringerte Wachstumstempo der Weltwirtschaft und revidiere - allerdings auf hohem Niveau - seine Erwartungen etwas nach unten.

Die Geschäftserwartungen deuten dem DIHK zufolge darauf hin, dass sich im Jahresverlauf die konjunkturellen Kräfte zunehmend vom Ausland auf das Inland verlagerten. „Weiterhin sind aber hohe Exportimpulse notwendig, um die wirtschaftliche Entwicklung vor einem erneuten Rückfall in die Stagnation zu bewahren.“ So war das Bruttoinlandsprodukt im Schlussquartal 2004 um 0,2 % geschrumpft und hatte im Sommer nur stagniert.

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