Für endgültige Daten Aufwärtskorrektur zu erwarten
Produktion im Oktober überraschend deutlich gestiegen

Im Vergleich zum September ist die Erzeugung im deutschen Produzierenden Gewerbe im Oktober deutlich gestiegen. Die Branche habe nach vorläufigen Ergebnissen saisonbereinigt 2,4 % mehr hergestellt als im September, teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) am Freitag in Berlin mit.

HB BERLIN. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Plus von 1,3 Prozent gerechnet. Das Ministerium kündigte für das endgültige Ergebnis zudem eine leichte Aufwärtskorrektur an. Banken-Volkswirte sprachen von einem guten Start ins vierte Quartal. „Damit sind wir aus dem Gröbsten raus, der Turnaround ist geschafft“, sagte Uwe Angenendt von der ING BHF-Bank in Frankfurt.

Positiv bewerteten die Analysten vor allem den Produktionsanstieg bei Investitionsgütern wie Anlagen und Maschinen, die als Gradmesser für die Konjunkturentwicklung gelten. Die Erzeugung von Investitionsgütern legte zum September um 4,8 Prozent zu. „Damit könnte auch die Investitionsschwäche im vierten Quartal endlich überwunden sein“, sagte Angenendt. Ähnlich äußerte sich Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank.

Die Produktion der Vorleistungsgüterhersteller stieg um 3,2 Prozent, die Konsumgüterproduzenten produzierten 0,1 Prozent mehr. Insgesamt stellte die Industrie damit 3,2 Prozent mehr her. Im Bauhauptgewerbe kletterte die Produktion um 1,3 Prozent, im Energiesektor fiel sie dagegen um 5,6 Prozent.

„Bisher haben wir immer bemängelt, dass nur die Stimmung gut ist, sich der Aufschwung aber noch nicht in den harten Fakten niederschlägt. Das scheint sich nun geändert zu haben“, sagte Harald Jörg, Konjunkturexperte bei der Dresdner Bank. Der Auftragseingang und die Produktion im Oktober lagen rund ein Prozent über dem Durchschnitt des dritten Quartals. „Wenn sich das Niveau hält, dann ist das der Anfang des Aufschwungs“, sagte Jörg, der mit einem Wirtschaftswachstum im vierten Quartal um 0,5 Prozent zum Vorquartal rechnet.

Angenendt sagte, wenn es jetzt im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat in der kommenden Woche zu Anstrengungen kommt, um die Steuersenkungen vorzuziehen, dann könnte sich auch der Konsum positiver entwickeln. „Wir haben unsere Prognose für Deutschland gerade deutlich nach oben revidiert und erwarten jetzt ein Wachstum von 2,2 Prozent im kommenden Jahr“, sagte er. Die Bundesregierung erwartet bisher ein BIP-Wachstum von bis zu zwei Prozent in 2004, wenn die Steuerreform vorgezogen wird.

Nach Berechnungen von Reuters auf der Basis von Bundesbank-Daten lag die Erzeugung um 0,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich September/Oktober zu Juli/August schrumpfte die Produktion den Angaben zufolge jedoch leicht um 0,4 Prozent. Im September hatte die Produktion nach revidierten Daten des Ministeriums zum Vormonat stagniert.

Bereits die am Vortag veröffentlichten Daten zu den Auftragseingängen der Industrie im Oktober hatten Experten zufolge signalisiert, dass das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal anziehen wird. Vor allem dank einer besseren Nachfrage aus dem Inland hatte die Industrie 2,0 Prozent mehr Aufträge erhalten als im September.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%