G20-Treffen
Fortschritte im Kampf gegen Ungleichgewichte

Eine Liste der Länder, die zu globalen Ungleichgewichten beitragen, soll für das Treffen der G20 am Freitag in Washington vorliegen. Bei ihrem Treffen im Februar hatte man sich schon auf Messgrößen geeinigt.
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WashingtonDie Gruppe der 20 führenden Wirtschaftsmächte (G20) macht im Kampf gegen gefährliche globale Ungleichgewichte anscheinend Fortschritte. Bereits in Kürze sei eine Liste von Ländern zu erwarten, die in dieser Frage genauer betrachtet werden sollen, sagte eine hohe Beamtin des US-Finanzministeriums am Dienstag.

Die G20-Finanzminister und Notenbankchefs hatten sich bei einer Konferenz im Februar in Paris erstmals auf Messgrößen geeinigt, um Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft rechtzeitig erkennen und bekämpfen zu können. Damit wollten die Mitglieder der Staatengruppe die Konsequenzen aus der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise ziehen.

Bis zu ihrem Treffen an diesem Freitag in Washington hat sich die G20 nun in einem nächsten Schritt vorgenommen, für jeden einzelnen Indikator auch Alarmschwellen zu finden, bei denen es sich aber nicht um Zielgrößen handeln soll. Danach sollen in einer „zweiten Analysephase“ die Länder, die dann auf der Liste stehen, ins Zentrum der Betrachtung rücken, sagte die Beamtin weiter.

Die US-Regierung sehe inzwischen in den Diskussionen, dass sich Positionen „stärker aufeinanderzubewegen“, erläuterte sie. „Derzeit läuft ein Prozess der Konsensbildung“. Dabei gehe es auch darum, dass „wir alle unter Ungleichgewichten dasselbe verstehen“. Bei dem Treffen in Paris vereinbarte die Staatengruppe, ein ganzes Bündel von Messgrößen zugrunde zu legen, darunter Schuldenstand und Haushaltsdefizit, Handelsbilanz und Investitionsströme. Auch sollen Wechselkurse, sowie Steuer- und Währungspolitik mit berücksichtigt werden.

In der Debatte um wirtschaftliche Ungleichgewichte stehen Länder mit Leistungsbilanzüberschüssen wie China und Deutschland, aber auch Staaten mit Defiziten wie die USA im Mittelpunkt. Um die Schieflage zu beseitigen, sollen Länder mit Überschüssen ihre Importe stärken und den Binnenkonsum ankurbeln, während für Defizit-Staaten das Umgekehrte gilt: mehr Exporte, weniger Verbrauch daheim. US-Präsident Barack Obama hat sich entsprechend zum Ziel gesetzt, die US-Ausfuhren bis zum Jahr 2015 zu verdoppeln.

Unmittelbar vor dem Treffen der G20-Ressortchefs sollen am Donnerstagabend in Washington die Finanzminister der sieben größten Industriestaaten (G7) zusammenkommen. Bei den Beratungen in der amerikanischen Hauptstadt stehen nach US-Angaben auch Währungsfragen im Zentrum, die stark gestiegenen Öl- und Rohstoffpreise wie auch der Stand der Finanzreformen in den einzelnen Ländern und die Bemühungen, internationale Verzerrungen zu vermeiden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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