Gebremstes US-Wachstum Ende 2005
Amerikaner haben zu wenig konsumiert

Das US-Wirtschaftswachstum hat Ende vergangenen Jahres überraschend deutlich abgenommen. Die weltgrößte Volkswirtschaft wuchs im vierten Quartal 2005 nach Regierungsangaben um annualisiert 1,1 Prozent und damit so wenig wie seit drei Jahren nicht mehr.

HB WASHINGTON. Analysten hatten im Schnitt mit 2,8 Prozent gerechnet, nachdem die US-Wirtschaft im dritten Quartal noch um 4,1 Prozent gewachsen war. Hintergrund der Wachstumsdelle seien schwache Konsumausgaben und nachlassende Investitionen, erklärte das Handelsministerium am Freitag. Volkswirte vermuten allerdings, dass es sich hier um eine vorübergehende Schwächephase gehandelt hat. Diese Vermutung wurde am Freitag von einem überraschend starken Anstieg des Eigenheim-Absatzes unterstützt. Die Kurse an der Wall Street legten zu.

Die US-Verbraucher gaben nach der Statistik der Regierung im vierten Quartal auf das Jahr hochgerechnet lediglich 1,1 Prozent mehr aus. Dies war das geringste Wachstum seit Anfang 2001. Vor allem bei kostspieligen Gebrauchsgütern wie Autos brach die Nachfrage ein. Hier sanken die Ausgaben um 17,5 Prozent und damit so stark wie seit knapp 19 Jahren nicht mehr. Die Investitionen nahmen aufs Jahr hochgerechnet nur 2,8 Prozent zu. Im dritten Quartal war hier ein Anstieg um 8,5 Prozent verzeichnet. Im Gesamtjahr 2005 wuchs das Bruttoinlandsprodukt der US-Wirtschaft um 3,5 Prozent nach 4,2 Prozent ein Jahr zuvor.

Der Immobilienmarkt boomt allerdings entgegen den Erwartungen weiter. Nach Mitteilung des Handelsministeriums stieg der Absatz neuer Eigenheime im Dezember aufs Jahr hochgerechnet um 2,9 Prozent auf 1,269 Millionen Einheiten. Analysten hatten einen Absatzrückgang erwartet. Die neuen Statistiken zeigten, dass es im Immobilienmarkt noch Luft gebe, sagte ein Analyst. Dies erhöhe den Optimismus der Verbraucher, fügte er hinzu.

Analysten rechnen damit, dass die US-Notenbank Fed am Dienstag den Leitzins zum 14. Mal in Folge um 25 Basispunkte auf dann 4,5 Prozent erhöhen werde. Die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums im vierten Quartal verstärke aber die Spekulationen, dass die Zinserhöhungsphase bald vorbei sein werde, sagten sie. Dies hatte auch die Fed im Dezember bei der jüngsten Zinserhöhung signalisiert.

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