"Gefahren sind größer geworden"
IWF: Ölpreis wird zum Konjunktur-Risiko

Der hohe Ölpreis wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zunehmend zu einem Risiko für die Weltwirtschaft.

WASHINGTON. „Die Gefahren sind insgesamt größer geworden“, schreibt der IWF in seinem „World Economic Outlook“, der Ende September vorgestellt wird und dem Handelsblatt (Montagausgabe) in Auszügen vorliegt.

Insbesondere der sich über Jahre hinweg angestaute Mangel an Raffineriekapazitäten führe zu Engpässen, schreibt der IWF. Die verstärkte Nachfrage von Schwellenländern wie China, die unverändert unter Dampf stünden, treibe die Ölpreise weiter nach oben. Hinzu kämen Spekulationen am Markt. Der IWF rechnet für 2005 mit einem durchschnittlichen Ölpreis von knapp 51 Dollar (Prognose im Frühjahr: 46,50 Dollar) und für 2006 von 53 Dollar (Frühjahr: 43,75 Dollar).

Als weitere Risikofaktoren sieht der Fonds das Leistungsbilanz- sowie das Haushaltsdefizit in den USA. Dennoch zeichnet der IWF dank der Lokomotiv-Funktion Amerikas und Chinas ein einigermaßen optimistisches Bild für die globale Konjunktur: Demnach wächst die Weltwirtschaft 2005 um 4,3 Prozent und 2006 um 4,4 Prozent. Das entspricht der IWF-Schätzung vom Frühjahr.

Die Konjunktur in Deutschland kommt hingegen nach wie vor nicht auf Touren, schreibt der Fonds. Für das laufende Jahr hat der IWF zwar seine Prognose auf 1,0 Prozent (Frühjahr: 0,8 Prozent) nach oben korrigiert. 2006 falle das Wachstum mit 1,3 Prozent jedoch um 0,6 Punkte niedriger aus als noch im Frühjahr prognostiziert. Die lahme Binnen-Nachfrage bleibe der große Schwachpunkt. Auch in der Eurozone lässt der große Durchbruch auf sich warten: Für 2005 rechnet der IWF mit einem Wachstum von 1,3 und für 2006 mit 2,0 Prozent. Das sind jeweils 0,3 Punkte weniger als noch im Frühjahr geschätzt. Die USA könnten 2005 mit einem Wachstum von 3,6 (gegenüber Frühjahr unverändert) und 2006 mit 3,5 Prozent (minus 0,1) rechnen.

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