Gehälter steigen
Tarifbeschäftigte können mehr ausgeben

Gute Nachrichten für die 19,5 Millionen Beschäftigten, die nach Tarif bezahlt werden: Ihre Kaufkraft ist im dritten Quartal gestiegen. 2014 könnten die Verdienste noch einmal steigen.
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BerlinDen rund 19,5 Millionen Beschäftigten mit einem Tarifvertrag winken in diesem Jahr Kaufkraftgewinne. Die tariflichen Monatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen erhöhten sich im dritten Quartal um durchschnittlich 2,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Im Frühjahr waren es lediglich 1,9 Prozent mehr. Der Anstieg reichte auch diesmal aus, um die Kaufkraft zu erhöhen: Er lag deutlich über der Inflationsrate von 1,6 Prozent, so dass die Beschäftigten auch real mehr in der Tasche hatten.

„2013 dürften die Reallöhne das zweite Jahr in Folge steigen“, sagte der Experte des Tarifarchivs der gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung, Reinhard Bispinck. 2012 kletterten die Tariflöhne um 2,7 Prozent, die Inflationsrate lag mit 2,0 Prozent darunter. Mit der erwarteten Konjunkturerholung stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Verdienste 2014 ebenfalls kräftiger steigen als die Preise. Die Bundesregierung rechnet auch deshalb damit, dass die privaten Konsumausgaben mit 1,2 Prozent deutlicher zulegen als in diesem Jahr mit 0,8 Prozent.

2014 stehen Tarifverhandlungen beispielsweise im öffentlichen Dienst von Bund und Ländern mit 1,7 Millionen Beschäftigten, in der Chemieindustrie (600.000) sowie im Bauhauptgewerbe (700.000), im Bankgewerbe (250.000) und in der Stahlindustrie (100.000) an.

In den einzelnen Branchen fielen die Lohnerhöhungen sehr unterschiedlich aus. Die Beschäftigten im Bereich Erziehung und Unterricht erhielten 2,9 Prozent mehr Geld, in der öffentlichen Verwaltung gab es einen Aufschlag von 2,8 Prozent. In beiden Bereichen erklärt sich der Anstieg unter anderem durch Nachzahlungen für Beamte. In der Industrie wurde ein Lohnplus von durchschnittlich 2,8 Prozent vereinbart.

Die geringsten Tariferhöhungen gab es mit 1,7 Prozent bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistern, wozu etwa Gebäudereiniger sowie Wach- und Sicherheitsdienste zählen. Auch im Handel war das Plus mit 1,9 Prozent vergleichsweise niedrig: Zwar stiegen die Tarifverdienste im Großhandel um 3,0 Prozent, im Einzelhandel aber nur um 0,4 Prozent.

Die Ergebnisse berücksichtigen - neben der tariflichen Grundvergütung - auch die tariflich festgelegten Sonderzahlungen. Dazu gehören beispielsweise Einmalzahlungen, Jahressonderzahlungen und Nachzahlungen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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