Geldpolitik: Draghi wischt Inflationsbedenken beiseite

Geldpolitik
Draghi wischt Inflationsbedenken beiseite

Keine Verschnaufpause für die Politik: Die relative Ruhe an den Finanzmärkten dürfe nicht zu Abstrichen bei der Währungsunion führen, sagt Mario Draghi. Kritik an seiner Geldpolitik kontert der EZB-Präsident.

FrankfurtEZB-Präsident Mario Draghi sieht die Politik im neuen Jahr trotz einer Entspannung in der Schuldenkrise in der Pflicht, die Währungsunion zügig wetterfest für die Zukunft zu machen. Dadurch könnten künftige Krisen verhindert werden und die Währungshüter sich wieder auf ihre Kernaufgabe konzentrieren, für stabile Preise zu sorgen, sagte Draghi am Dienstagabend auf dem Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer Frankfurt.

„Die dunkelsten Wolken über dem Euroraum haben sich verzogen. Wir blicken in diesem Jahr mit mehr Zuversicht in die Zukunft als im Januar 2012. Die Tatsache, dass die Finanzmärkte relativ ruhig sind, sollte (aber) nicht dazu führen, dass wir Abstriche an unserem ehrgeizigen Ziel machen, die strukturellen Mängel in der Ausgestaltung des Euroraums zu beheben.“

Die Europäischen Zentralbank (EZB) habe im zurückliegenden Jahr alles in ihrer Macht stehende getan, um den Euro durch die Unbillen der Krise am Leben zu halten, sagte Draghi, der wegen seines Kurses in Deutschland heftig in der Kritik steht.

Bedenken, die Geldpolitik der EZB führe unweigerlich zu einer kräftigen Geldentwertung, wies Draghi zurück. „Betrachtet man die derzeitigen und die erwarteten Inflationsraten, so gibt es schlicht und ergreifend keine Anzeichen für eine Abweichung von unserem Preisstabilitätsziel.“

Für die EZB sind die Preise in den 17 Euro-Ländern dann stabil, wenn die Inflationsrate der Verbraucherpreise knapp unter zwei Prozent liegt.

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Draghi: EZB hält an vorrangiger Aufgabe fest

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