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Entschuldung über Inflation: Die Folterinstrumente des Staates

Wie kommen wir von den hohen Staatsschulden runter? Allein durch Sparmaßnahmen oder Steuererhöhungen wird das kaum funktionieren. Es gibt andere Folterwerkzeuge, um an das Vermögen der Sparer heranzukommen.

Aufgefressen: Die Deutschen fürchten um ihr Geld. Quelle: picture-alliance / dieKLEINERT.d
Aufgefressen: Die Deutschen fürchten um ihr Geld. Quelle: picture-alliance / dieKLEINERT.d

DüsseldorfSchulden, überall nur Schulden. Nicht nur Griechenland und Portugal stecken in der Klemme. Auch in den USA, Japan oder Deutschland hat die Verschuldung ein ungesundes Maß erreicht. Wie sollen die Schuldenquoten jemals wieder sinken?

Allein durch Sparen von den hohen Schulden herunter zu kommen, wird kaum funktionieren. In Griechenland oder Portugal mag der Weg gangbar sein. Wenn aber alle großen Volkswirtschaften anfangen zu sparen, wäre die Folge eine weltweite Rezession. Auch ein globaler Schuldenschnitt scheidet wohl aus – nach Meinung von Experten würde das Finanzsystem kollabieren.

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Die andere Möglichkeit der Entschuldung geht über Inflation. Unter Ökonomen findet diese Variante mehr und mehr Anhänger, vor allem in den USA. Die Amerikaner haben mit höheren Inflationsraten weniger ein Problem als die Deutschen. Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg sind die Vereinigten Staaten ihre hohe Schuldenquote durch Inflation losgeworden.

Jetzt hat sogar die stabilitätsbewusste Bundesbank eingeräumt, dass sich die Deutschen auf höhere Inflationsraten einstellen müssten. Grund dafür ist ausgerechnet die Sparpolitik in den Euro-Krisenländern. Sie zielt darauf ab, die dortige Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Zum Beispiel sollen durch die Liberalisierung des Arbeitsmarktes die Löhne in Spanien sinken, damit spanische Produkte im Ausland billiger und damit wettbewerbsfähiger werden.

Gelingt diese Politik, würde die Inflation in Spanien stark sinken. Da die EZB aber das Ziel einer Inflation von nahe zwei Prozent für den Euroraum verfolgt, hätte dies zur Folge, dass die Inflation in anderen Euro-Länder, wie zum Beispiel in Deutschland, über zwei Prozent liegen müsste. Die einfache Logik lautet: Wenn die Sparpolitik in den Euro-Krisenländern gelingt, muss die Inflation in Deutschland steigen. Eine höhere Inflation in einzelnen Euro-Ländern wäre dann der Preis, um die Ungleichgewichte innerhalb des Währungsraumes auszugleichen.

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Mit einer großen Inflations-Schlagzeile hat die Bild-Zeitung die Angst der Deutschen vor einer Geldentwertung geschürt. Doch der Alarmismus ist unbegründet. Ein Faktencheck.

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Viele Anhänger einer höheren Inflation haben jedoch noch etwas ganz anderes im Sinn. So treten zum Beispiel auch der frühere IWF-Chefökonom Kenneth Rogoff und die Nobelpreisträger Greg Mankiw und Paul Krugman, für ein höheres Inflationsziel ein. Rogoff argumentiert, dass die westlichen Staaten die enorme Verschuldung durch die Finanzkrise nur schwer schultern könnten. Der einfachste Weg um das Problem zu lösen, sei eine höhere Inflation. Durch höhere Preissteigerungen nimmt der Wert der Staatsschulden ab. Dies hätte einen ähnlichen Effekt wie eine Neuverhandlung der Schulden.

„Es könnte einen Anreiz für die Regierungen der Industriestaaten geben, Inflation in einem höheren Maß als in der jüngeren Vergangenheit üblich zuzulassen“, heißt es in einer Studie der Man Group zum Thema Inflationsgefahr. Dass Politiker, die wiedergewählt werden wollen, hochgradig unpopuläre Sparmaßnahmen durchsetzen werden, sei nicht besonders plausibel. Eine Zeit steigender Teuerung werde „mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wenige Monate dauern“, sondern könnte „ein Begleiter der nächsten Jahre sein“.

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  • 16.05.2012, 21:30 UhrAnonymer Benutzer: spion

    Eine Propagadaformel macht noch keine Inflation. Die Gelddruckerei findet ja nicht statt aus Jux und Tollerei, sondern weil die Weltwirtschaft sich in einer Depression befindet.
    Würden die Schuldenberge in den Warenkorb eingepreist und nicht nur Butter, Eier Mehl, stellten wir fest, daß alles viel zu billig ist.
    Ein Brot sollte wenigstens eine Million Euro kosten als Reminiszens an die wirklichen Herstellungskosten.

    Tatsächlich leben die meisten Menschen Europas vom Staat. Da sind zuerst einmal zu nennen die ungezählten Bürokraten in Brüssel mit ihren gehobenen Ansprüchen, Abgeordnete, Kommissare, Funktionäre, Beamte, ihre Bediensteten, die abermillionen Arbeitslosen und Hilfebezieher, die Banken die lange bankrott wären ohne das Hartz 4 der EZB und der Rettungsschirme, der öffentliche Dienst, Polizei, Finanzämter, Arbeitsämter und die tausenden abhängigen Dienstleister, der zweite Arbeitsmarkt, ohne den die Volkswirtschaften gar nicht auskämen und der sich in die Realwirtschaft tief eingefressen hat, die Bauindustrie, die großzügig mit Aufträgen bedacht wird, finanziert über Schattenhaushalte, Unis, Schulen usw., die Sekundärnutznießer wie Zulieferer, Vermieter von Wohnraum, Veranstalter für Arbeitslose (WiWo schrieb, daß sei ein Milliardenmarkt), Supermärkte, Handyläden, welche ohne die Kohle der Arbeitslosen in die Insolvenz gingen. Kann man sich leicht ausrechnen. Ebenfalls in der WiWo gelesen, daß in Deutschland runde 9 Mill. Menschen Sozialhilfe bekämen. Wieviel ist das? 600 Euro? Streicht die, dann würden 450 Mill. Euro pro Monat weniger in den Konsum fließen.

    Europa - Arbeitslose organisieren Arbeitslose. Das ist die Wahrheit!

  • 16.05.2012, 19:30 UhrAnonymer Benutzer: u.n.

    ein weiterer wesentlicher Aspekt der Enteignung wurde hier nicht erwähnt, nämlich die bereits bestehende "Vermögenssteuer", in Höhe von 25% der Inflationsrate. Gemeint ist die Kapitalertragssteuer.
    Sie funktioniert folgendermaßen: Ein Aktionär kauft mit der Aktie einen Teil einer Firma. Auch wenn der Substanzwert der Firma sich nicht verändert, steigt der nominale Wert der Aktien proportional mit der Inflation. Wenn der Aktionär seine Aktie verkauft, muss er 25% Kapitalertragsteuer auf die Kauf-/Verkaufsdifferenz zahlen. Diese wurde aber in vorliegendem Beispiel durch die Inflation verursacht.

  • 16.05.2012, 18:30 UhrPrivatanleger

    Soll doch der deutsche Michel sein ganzes Geld in der Inflation verlieren. Als Sachwertanleger vor allem als Aktionär ist man doch sowieso immer nur der dubiose Zocker der diffamiert wird.

    Sollen den Deutschen ihre Spareinlagen in steigender Inflation verrecken, sollen den Deutschen ihre Bundesanleihen mit einem Haircut von 90 % zurückgezahlt werden, der Deutsche ist zu dumm zur Geldanlage und hat es nicht anders verdient.

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