Euro-Krise
Asmussen erwartet Zypern-Hilfe bis Ende März

Das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied, Jörg Asmussen, erwartet bis Ende März eine Entscheidung über Finanzhilfen für Zypern. Sie müsse in jedem Fall vor der Bundestagswahl getroffen werden.
  • 25

BerlinDie Europäische Zentralbank (EZB) drückt bei möglichen Finanzhilfen für Zypern aufs Tempo. "Ich erwarte, dass das Hilfsprogramm für Zypern Ende März steht", sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen im Interview mit dem Handelsblatt (Montagsausgabe). „Damit kein Zweifel aufkommt: Wenn Zypern keine externe Hilfe erhält, rutscht es in die Zahlungsunfähigkeit.“ Einen Zeitpunkt, wann dem Euro-Staat das Geld ausgehen könnte, wollte er nicht nennen. "Aber falls jemand die Hoffnung hat, eine Entscheidung bis nach der Bundestagswahl zu verschleppen: Das wird nicht gehen", stellte der Notenbanker klar.

In Deutschland hatten sich führende Politiker von Koalition und Opposition ablehnend zu einer Rettungsaktion geäußert. Asmussen warnte vor den Gefahren einer möglichen Pleite des Landes. "Wenn wir heute ein systemrelevantes Land fallen lassen, riskieren wir den Fortschritt, den wir im vergangenen Jahr bei der Bewältigung der Euro-Krise erreicht haben – und zwar unter hohen finanziellen und politischen Kosten.“ Das Rettungspaket für Zypern ist auch deshalb so umstritten, weil das Land ein beliebter Anlageplatz für Schwarzgeld sein soll. Die Regierung in Nikosia bestreitet das. Asmussen schlug eine Untersuchung durch externe Prüfer vor. "Es wäre eine gute Idee, dass eine große internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft das vor Ort untersucht", sagte er. Diese solle prüfen, ob die Standards zur Geldwäschebekämpfung auch tatsächlich angewendet würden. Zudem werde es weitere harte Auflagen für das Land geben. "Dazu gehört, dass der Bankensektor deutlich verkleinert wird", sagte er. "Zudem muss die Transparenz des Finanzsektors erhöht werden."

Zypern benötigt schätzungsweise 17 Milliarden Euro. Das entspricht fast dem jährlichen Bruttoinlandsprodukt. Der Schuldenstand des Landes würde durch die Hilfskredite also explodieren. "Deshalb werden wir – ähnlich wie bei Griechenland im Dezember – eine ganze Reihe von Maßnahmen zusammenfügen müssen, um die Schuldentragfähigkeit während der Programmlaufzeit wieder herzustellen", kündigte Asmussen an. Dies sei auch notwendig, damit sich der Internationale Währungsfonds (IWF) beteiligen werde. Auf die Frage, ob es einen Schuldenschnitt geben könne, antwortete der Notenbanker: "Ich glaube, man muss alle Maßnahmen prüfen und die Vor- und Nachteile abwägen."

Kommentare zu "Asmussen erwartet Zypern-Hilfe bis Ende März"

Alle Kommentare
  • Und wann kommt: "Asmussen erwartet DEUTSCHLANDHILFE bis..."

  • Asmussen: "Wenn wir heute ein systemrelevantes Land fallen lassen, riskieren wir den Fortschritt, den wir im vergangenen Jahr bei der Bewältigung der Euro-Krise erreicht haben"

    Zypern ist aber nicht systemrelevant. Wenn dennoch Milliarden in dieses Schmarotzerland gepumpt werden sollte die Deutsche Bevölkerung mal über Steuerboykott nachdenken.

  • Irgendwann wird dieses "Perpetuum mobile" oder sollte man besser Ponzi Schema der Euro-Retter dazu sagen in sich zusammen fallen. Was einem als Demokrat dann noch bleibt, ist nichts weiter als die Hoffnung die dafür Verantwortlichen dann endlich richten zu können.

  • Seit wann ist ein Schweinetrog wie Zypern systemrelevant, Herr Asmussen? Wenn Zypern mit unseren Milliarden geholfen wird, fliegt die EU endlich auseinander dass es nur so scheppert. Und der zypriotische Schweinestall fliegt Ihnen persönlich um die Schlappohren, Herr Asmussen.

  • +++EIMELDUNG+++ Brüssel: Es war das bestimmende Thema auf dem letzten Krisengipfel der EU-Finanzminister. Lange hatte man nach Lösungen zur Behebung der Euro-Krise gesucht, jetzt allerdings ist man fündig geworden. Demnach soll Europa nach dem Vorbild und den Theorien von Charles Ponzi – [siehe Wikipedia] gerettet werden. Sicher war den Finanzministern bekannt, dass der Erfinder des sogenannten „Ponzi-System“ ein eher unrühmliches Ende fand – dies ändert jedoch nichts an der Genialität dieses Mannes und an seinen Verdiensten bezüglich exponentiell wachsender Geldberge, um die es jetzt einzig und allein in der Krise geht.

    Die Rückbesinnung auf die von ihm vermittelten Werte und Erkenntnisse rechtfertige, nein erfordere sogar eine Ehrung dieses genialen Mannes. Wir wissen, dass auch die USA nach diesem System arbeiten (dass bürgt für Qualität / Sicherheit und Gewissheit), so dürfe man stolz auf Ponzi sein. Seine Wurzeln reichten schließlich zurück nach Italien und damit habe man auch die Berechtigung sein System als „europäisch“ bezeichnen zu dürfen, ihn als großen Europäer für seine tiefgreifenden Einsichten in Geldangelegenheiten zu feiern und weiterhin auf seinem „Leerwerk“ aufzubauen. Der letzte Vertreter der sich illegal dieser Methode bedienen wollte – „Bernard Madoff“ – sitzt aktuell dafür 400 Jahre hinter Gittern. Ähnlich wie die Gelddruckerei selbst, sind derartige Folgen für unsere Finanzminister ausgeschlossen, weil sie dieses System in öffentlichem Interesse einsetzen und damit auch von den Begünstigten legalisiert anwenden dürfen. Darüber hinaus genießen die Politiker natürlich Immunität, weil sie sich bei der Umsetzung dieser Methode nicht selbst bereichern, sondern nur die Banken, die zum Wohle des Volkes erhalten werden müssen. Ein Umstand der seit geraumer Zeit als „alternativlos“ gesellschaftlich anerkannt ist.

  • Die posthume Ehrung des 1949 in Südamerika einem Hirnschlag erlegenem Ponzi könnte zusammen mit der Verabschiedung des nächst größeren Rettungsschirms für die GIPSI (ehemals PIIGS) erfolgen, hieß es bei der dafür eigenes eingerichteten Sonderkommission der EU. Darüber hinaus wurden Überlegungen angestrengt einen internationalen „Charles Ponzi Preis“, ein „Charles Ponzi Kuratorium“, wie auch eine „Charles Ponzi Wirtschaftsakademie“ ins Leben zu rufen. Auch wir wollen es von hier aus nicht verabsäumen Charles Ponzi posthum zu seinem neuen Ruhm zu gratulieren, ein wahrer und aufrechter Europäer, dem man an sich die Rettung Europas gar nicht zugetraut hätte.

  • PAPPERLAPAPP -GRIECHENLAND IST PLEITE UND ZYPERN AUCH!

    Wer bis zum heutigen Tag noch von einer Überprüfung außerrechtlicher Missetaten auch Zyperns daherschwafelt gehört meiner Meinung nach nicht in den Vorstand einer Notenbank.
    Nur weil er von Deutschland in die EZB bestallt worden ist, heißt das noch lange nicht, daß er uns alle in den
    ALLERWERTESTEN TRETEN DARF!

  • Das ist in der Tat ein Geschwafel wie unter König-Ludwig-XIV, der in Versailles versunken nicht die aufsteigenden Straßenkämpfe mit bekam: wie bitte soll der deutsche durchschnittliche Steuerzahler boykottieren???

  • Originalton: "Wenn Zypern keine externe Hilfe erhält, rutscht es in die Zahlungsunfähigkeit."

    Antwort: Laßt es rutschen. Es ist wesentlich weniger kostspielig, die Folgen in den übrigen €-Ländern abzufedern, als Zypern zu retten und damit indirekt die wilden Spekulationen der Zyprioten selbst und ihrer obskuren Kunden.

  • ...und was ist so schlimm daran, wenn Zypern in die Zahlungsunfähigkeit rutscht? Uns Bürgern wird auch ständig erzählt, dass der schlanke Staat leider kein Geld mehr für "Sozialklimbim" ausgeben kann und dass jeder für sich selbst verantwortlich ist. Wir Lohnsteuerzahler fordern jetzt genau diese Selbstverantwortlichkeit von Zypern und seinen Gläubigern ein!

Serviceangebote