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Ex-Chefvolkswirt schreibt Brandbrief: Jürgen Stark attackiert die EZB-Strategie

Jürgen Stark hat das Verhalten seiner ehemaligen Kollegen bei der EZB massiv kritisiert. Der Ex-Chefvolkswirt wirft der Zentralbank nach Medienberichten vor, ihre Kompetenzen extrem ausgedehnt zu haben.

Jürgen Stark, der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank. Quelle: dpa
Jürgen Stark, der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank. Quelle: dpa

HamburgDer frühere Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark, hat das Verhalten der Institution in der Euro-Krise heftig kritisiert und nachträglich die Gründe für seinen Rücktritt geliefert. In einem Abschiedsbrief werfe Stark seinen Ex-Kollegen im EZB-Rat vor, Entscheidungen getroffen zu haben, „die das Mandat der EZB ins Extreme gedehnt haben“, berichtet der „Spiegel“.

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Er sehe das Risiko, dass die Notenbank wegen ihrer Aufkäufe am Anleihemarkt zunehmend „unter fiskalischer Dominanz operiere“. Es sei eine „Illusion zu glauben, dass die Geldpolitik große strukturelle und fiskalische Probleme in der Eurozone lösen kann“.

Wann immer in der Geschichte sich eine Notenbank der Haushaltspolitik untergeordnet habe, musste sie Zugeständnisse bei ihrer eigentlichen Aufgabe machen, den Geldwert stabil zu halten, schrieb Stark demnach an die 1.600 Beschäftigten der Notenbank.

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  • 15.01.2012, 23:14 UhrAnonymer Benutzer: whoknows

    Ich erwarte von Herrn Stark als ex. EZB Volkswirt noch eine umfängliche und eindeutige Aussage zu den aufgelaufenen Target2 Salden. Das ist er seinem Land schuldig.

    Die EZB und FED beweisen im übrigen kontinuierlich, wie gut zentrale Planwirtschaft funktioniert. Bald wird die FED QE3 abfeuern und dann wird die EZB sich mit LTRO2 auch nicht lumpen lassen. Die Banken brauchen neuen Stoff...

  • 15.01.2012, 22:13 UhrAnonymer Benutzer: countryman

    Herr Dr. Stark ist schon immer für seine klare Sprache bekannt gewesen.Sein heutiges Statement zum fatalen Kurs der EZB lässt in seiner Deutlichkeit kaum zu wünschen übrig. Es fragt sich nur, ob diese Mahnung überhaupt etwas bewirkt.Es wäre besser gewesen, wenn er nicht zurückgetreten wäre sondern als EZB-Ratsmitglied weiter gegen die Politik der EZB klar Stellung zu beziehen.In jedem Fall ist die deutliche Positionierung auch ausserhalb der EZB zu begrüssen.

  • 15.01.2012, 21:06 UhrAnonymer Benutzer: Rainer_J

    Ich frage mich nur, wie lange es dauert, bis die bezahlten EUdSSR-Schreiberlinge eingreifen und unter verschiedenen Nicks eine Majorität des "pro Euros" herstellen bzw. es noch versuchen, denn das Netz hat immer größere Löcher.

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