Geldpolitik

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Ex-EZB-Chefvolkswirt Stark: „Die Euro-Krise wird sich im Spätherbst zuspitzen“

exklusivVor einem Jahr kündigte EZB-Chef Draghi an, alles zu tun, um den Euro zu retten. Der frühere EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hält dies für fatal. Er fürchtet, dass die EZB bald Frankreich mit Anleihekäufen stützen muss.

Der frühere EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark rechnet damit, dass die Bedingungen für das Anleiheprogramm OMT aufgeweicht werden. Quelle: Alex Kraus für Handelsblatt
Der frühere EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark rechnet damit, dass die Bedingungen für das Anleiheprogramm OMT aufgeweicht werden. Quelle: Alex Kraus für Handelsblatt

FrankfurtDer ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark, warnt vor schweren Rückschlagen in der Euro-Schuldenkrise. „Ich glaube, die Krise wird sich im Spätherbst zuspitzen. Wir werden in eine neue Phase der Krisenbewältigung eintreten“, sagte Stark dem Handelsblatt (Freitagausgabe). Nach der Bundestagswahl Ende September werde Frankreich den Druck auf die EZB und Deutschland erhöhen. Das Staatsanleihekaufprogramm OMT solle eigentlich in Spanien und Italien zum Einsatz kommen. „Aber der Druck wird enorm werden, das Instrument auch in Frankreich einzusetzen. Und zwar ohne, dass sich das Land unter den Rettungsschirm begeben muss“, sagte Stark.

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Der frühere EZB-Chefvolkswirt hatte im September 2011 seinen Rücktritt aus dem EZB-Direktorium angekündigt – aus Protest gegen eine Staatsfinanzierung durch die EZB. Seine Skepsis ist seither nicht kleiner geworden. Vor einem Jahr hatte der Chef der EZB, Mario Draghi, in London angekündigt, alles zu tun, um den Euro zu retten. Wenig später legte er die Pläne für das Anleihekaufprogramm OMT vor.

Stark-Interview zum Download „Es gibt keine rote Linie mehr“

Jürgen Stark, einst Chefvolkswirt der EZB, rechnet im Interview mit jener Institution ab, für die er über fünf Jahre gearbeitet hat.

Stark-Interview zum Download: „Es gibt keine rote Linie mehr“

Durch das OMT-Programm hat die EZB die Möglichkeit, im Notfall unbegrenzt Anleihen der Krisenländer zu kaufen. Um politische Bedenken auszuräumen, will die EZB das Anleiheprogramm aber nur dann aktivieren, wenn das betroffene Land unter den Euro-Rettungsschirm schlüpft und Reformauflagen erfüllt. Stark zweifelt jedoch daran, dass die EZB im Krisenfall an den eigenen Vorgaben festhält. Er zählt zu den Skeptikern - an den Finanzmärkten gilt das Anleiheprogramm hingegen als großer Erfolg des Italieners Draghi.

„Die Londoner Rede hat die Märkte in der Tat beeindruckt“, sagte Stark. „Aber dass das eine nachhaltige Beruhigung ist, bezweifle ich.“ Denn die politischen Unsicherheiten in Europa bestünden weiter. Das gelte für die Politik auf nationaler Ebene in den Krisenländern wie für die Politik auf der europäischen institutionellen Ebene. „Eine nachhaltige Lösung der Krise ist nicht in Sicht.“ Draghi habe den Regierungen in Europa Zeit gekauft. „Doch diese Zeit blieb ungenutzt“, sagte Stark.

Der ehemalige Chefvolkswirt geht davon aus, dass die EZB ihr Versprechen wahrmachen muss und das Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen (OMT) starten werde. Er sei „fest davon überzeugt, dass die Märkte zu einem Zeitpunkt, den jetzt niemand voraussehen kann, testen werden, wie ernst die EZB es meint“.

191 Kommentare

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  • 28.07.2013, 19:45 Uhrtannenmehl

    Eddie:
    Sie haben es erkannt: Sie helfen die AfD-Werte zu verbessern, auch wenn Sie immer dagegen sind! Jedoch das wahl-0-meter hat sich inzwischen bei den Bürgern gut rumgesprochen. Was glauben Sie, wenn bei der AfD inzwischen 9,3 % stehen, es bei den anderen Parteien in etwa stimmt, was die Bürger denken??? Die sind nämlich sehr überrascht und beschäftigen sich dann mit der AfD, die ein gutes und bürgernahes Programm hat. So wächst die Zustimmung insgesamt. Fazit: die AfD wird stark kommen, auch wenn es die verbrauchten Blockparteien nicht sehen wollen. Der 22.9. lässt schon grüßen! Ich bitte Sie, helfen Sie der Afd mit Ihren Kommentaren weiter. Die Markenbekanntheit steigt.

  • 27.07.2013, 23:01 UhrFischer

    Mit OMT würde die EZB sich selbst abschaffen, denn als Finanzierer des Staates wäre sie nicht mehr unabhängig und könnte aufgrund von Interessenskonflikten keine Geldpolitik machen. Wenn jedoch Geldpolitik direkt oder indirekt von der Politik gemacht wird, dann hat dies noch immer zu einem Vertrauensverlust in die Währung geführt. Kommt nun nach der Banken- und Staatsschuldenkrise die Währungskrise?

  • 27.07.2013, 22:31 UhrVicario

    @ Eddie

    Na, ist unser kleiner Neo-Nazi Eddie zu Hochform aufgelaufen ?

    Es wird aber wieder Zeit es bei den XHamsters zu probieren...bei dem guten Wetter sind diese evtl. gut gelaunt und gewähren Eddie Einlaß.....:-), anstatt den AfD-lern auf den Wecker zu fallen !

    Die Überstunden in Brüssel werden doch auch nicht mehr so üppig honoriert ? Die EUtopia muß auch sparen !

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