Geldpolitik

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EZB unter Druck: Draghi in der Klemme

Die Schuldenstaaten leiden unter dem starken Euro. Politiker fordern die EZB auf, die Währung abzuwerten. Mario Draghi weist die Einmischung zwar zurück. Doch ein wenig hat er dem Druck bereits nachgegeben.

Euro, Dollar, Yen: Im Moment bringt Europas Währung mehr Gewicht auf die Waage. Quelle: Getty Images
Euro, Dollar, Yen: Im Moment bringt Europas Währung mehr Gewicht auf die Waage. Quelle: Getty Images

DüsseldorfWird Draghi weich? Wird er den Euro abwerten? Die Fragen stellten sich alle, als der EZB-Chef heute nach der Ratssitzung vor die Presse trat. „Grundsätzlich verfolgen wir kein Wechselkursziel“, stellte Draghi klar. Das klang standhaft, allerdings nicht mehr ganz so kompromisslos wie früher. Denn im Nachsatz betonte der Notenbanker, dass der Wechselkurs für Konjunktur und Preisstabilität sehr wohl von Bedeutung sei. „Wir wollen sehen, ob die Aufwertung nachhaltig ist und ob sie unsere Einschätzung der Risiken für die Preisstabilität ändert.“

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Dass sich Draghi überhaupt mit dem Thema auseinandersetzen muss, hat er der Politik zu verdanken, allen voran Francois Hollande. „Eine Währungszone muss eine Wechselkurspolitik haben, ansonsten wird sie mit einem Wechselkurs enden, der nicht dem wirklichen Zustand ihrer Volkswirtschaft entspricht“, sagte der französische Staatspräsident kürzlich vor dem Europa-Parlament.

Es erfordert nicht viel Fantasie, die Absicht dahinter zu erraten: Hollande will die EZB dazu bringen, den Euro abzuwerten, um Europa einen Vorteil auf dem Weltmarkt zu verschaffen. Auch von Mario Monti aus Italien kamen ähnliche Äußerungen. Und der Luxemburger Premierminister Jean-Claude Juncker bezeichnete den Euro-Kurs als „gefährlich hoch“. Die Politiker fordern, dass die EZB den Höhenflug des Euro bremst. Sei es, indem sie den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik verzögert oder sogar die Zinsen senkt.

Währungen Der Euro bleibt unerwartet stark

  • Währungen: Der Euro bleibt unerwartet stark
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In den vergangenen Monaten hat der Euro gegen alle wichtigen Währungen der Welt gewonnen. Gegen den Dollar legte er in sechs Monaten mehr als acht Prozent zu. Vor wenigen Tagen kletterte die Gemeinschaftswährung auf 1,37 Dollar. Gegen das britische Pfund gewann der Euro im vergangenen Halbjahr um mehr als sieben Prozent. Auf dem Devisenmarkt ist eine solche Bewegung schon ein mittlerer Erdrutsch. Ein wahres Beben ist dagegen, was mit dem japanischen Yen passiert. Rund 23 Prozent hat der Yen gegen den Euro verloren.

Die Aufwertung des Euro könnte die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen aus der Euro-Zone belasten. Sie macht die Exporte ins Ausland teurer, während Importe von Konkurrenten aus Japan und den USA billiger werden. Für die Politik hätte eine Abwertung den angenehmen Nebeneffekt, dass sie sich mehr Zeit mit Reformen lassen kann – oder die strukturellen Probleme gar nicht angehen muss. Stattdessen schiebt man die Verantwortung auf die Notenbank und unterhöhlt damit ihre Unabhängigkeit, oder das, was noch davon übrig ist.

  • 07.02.2013, 13:13 Uhrkah7

    War sagt denn, dass ein starker Euro schlecht für Europa ist? War die starke DM schlecht für Deutschland? Hin und wieder hat es etwas weh getan, hat aber dann zu Effizienzsteigerungen und somit zu einer Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit geführt.
    Mann muss halt nur wollen und sich ins Zeug legen. Aber heutzutage jammert man lieber und versucht den Weg der geringsten Widerstands zu gehen.

  • 07.02.2013, 13:24 UhrVICTOR_KRUGER

    Das Drama nimmt den erwarteten Verlauf!

  • 07.02.2013, 13:30 Uhrkarstenberwanger

    Weiter so, das dicke Ende wird kommen und die ganzen Lügenkonstrukte bröckeln.

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