Geldpolitik

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Fed-Chef: Bernanke nimmt seine Geldflut in Schutz

Die Vorteile seien größer als die Nachteile: So verteidigt Fed-Chef Ben Bernanke vor dem Banken-Ausschuss die Geldpolitik der US-Notenbank. Sie sei eine wichtige Stütze für die Erholung.

US-Notenbankchef Ben Bernanke. Quelle: Reuters
US-Notenbankchef Ben Bernanke. Quelle: Reuters

WashingtonUS-Notenbankchef Ben Bernanke hat seine umstrittene Politik des billigen Geldes im Kongress mit Nachdruck verteidigt. Die Vorteile des Anleihen-Kaufprogramms zum Ankurbeln der Wirtschaft seien derzeit eindeutig größer als die Nachteile, betonte Bernanke am Dienstag vor dem Banken-Ausschuss des Senats: "Die Geldpolitik liefert eine wichtige Stütze für die Erholung."

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Die Protokolle der jüngsten Zinssitzung hatten Zweifel an der Dauerhaftigkeit des von Bernanke eingeschlagenen Kurses aufkommen lassen. Wegen des im Kongress tobenden Haushaltsstreits mahnte Bernanke die Politik, es nicht auf massiv gebündelte Ausgabenkürzungen ankommen zu lassen: "Das würde "erheblichen Gegenwind" für die konjunkturelle Erholung bedeuten, warnte der Fed-Präsident.

Ratings der größten Volkswirtschaften der Welt

  • USA

    S&P Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA

    Ausblick: Negativ

  • China

    S&P Rating: AA-
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aa3
    Ausblick: Positiv

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Stabil

  • Japan

    S&P Rating: AA-
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Aa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Negativ

  • Deutschland

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Frankreich

    S&P Rating: AA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aa1
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

  • Vereinigtes Königreich

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Aa1
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

  • Brasilien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Baa2
    Ausblick: Positiv

    Fitch Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

  • Italien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Baa2
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: BBB+
    Ausblick: Stabil

  • Russland

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Baa1
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

  • Indien

    S&P Rating: BBB-
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Baa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: BBB-
    Ausblick: Stabil

  • Kanada

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Australien

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Spanien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Baa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

  • Schweiz

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

Sollten sich Demokraten und Republikaner in dieser Woche nicht in letzter Minute einigen, werden ab März Ausgaben im Volumen von 85 Milliarden Dollar automatisch gekappt - mit womöglich gravierenden Folgen für die Wirtschaft. Angesichts erster Anzeichen für eine allmähliche Verbesserung der Konjunktur kamen in der Fed zuletzt Bedenken auf, dass die Politik des billigen Geldes eine Vermögenspreisblase aufpumpen und die Inflation anheizen könnte.

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Dem jüngsten Zinssitzungsprotokoll zufolge denken mehrere Notenbanker laut darüber nach, die erst im Januar auf 85 Milliarden Dollar pro Monat aufgestockten Wertpapierkäufe der Federal Reserve zurückzufahren oder gar zu stoppen.

Bernanke machte vor dem Ausschuss klar, dass er den Zeitpunkt dafür noch nicht für gekommen sieht, auch wenn das Wachstum nun wieder anzieht. Die Fed nehme die Risiken der Null-Zins-Politik für die Finanzstabilität gleichwohl "sehr ernst", sagte Bernanke. Zugleich erklärte er, die Geldpolitik könne nicht die Scharte auswetzen, die die in Sparzwängen gefangene Politik konjunkturell schlage: "Geldpolitik ist kein Allheilmittel, sie bietet keine Heilung."

Die Folgen der Fiskalklippe

  • Wer wäre betroffen?

    Wenn Amerika über die Klippe springt und sich Demokraten und Republikaner nicht einigen, würden für fast jeden Steuerzahler und viele Unternehmen die Steuern steigen. Finanzierungen für die meisten Programme des Landes und des Militärs würde beschnitten werden.

  • Einkommensteuer

    Wer bisher nur zehn Prozent zahlen musste, wird dann 15 Prozent an den Staat abführen müssen. Am oberen Ende stiege der Satz von bisher 35 auf 39,6 Prozent, die Erhöhungen im Mittelfeld wären proportional vergleichbar.

  • Lohnsteuer

    Die Lohnsteuer würde für rund 160 Millionen Arbeiter auf das alte Niveau von 6,2 Prozent zurückkehren. Sie war zuletzt auf 4,2 Prozent gesenkt worden, um die Wirtschaft anzukurbeln. Doch auch diese Regelung ist bis zum 31. Dezember befristet.

  • Kapitalerträge

    Die Kapitalertragssteuer würde sich ebenfalls erhöhen, und zwar für die meisten Steuerzahler von 15 auf 20 Prozent. Geringverdiener, die bei solchen Einnahmen bisher gar nicht zur Kasse gebeten wurden, müssten dann zehn Prozent an den Fiskus abtreten. Die Dividendensteuer, die bislang in der Regel bei 15 Prozent lag, würde je nach Einkommen auf das Niveau der Einkommenssteuer angehoben - also bis auf maximal 39,6 Prozent.

  • Steuerabzüge

    Der Spielraum für Steuerabzüge würde begrenzt. Durch niedrigere Freibeträge könnten vor allem Besserverdienende weniger als bisher von der Steuer absetzen und müssten mehr Abgaben zahlen.

  • Erbschaftssteuer

    Auch die Erbschaftssteuer wäre betroffen. Sie würde deutlich erhöht, und zwar von 35 auf 55 Prozent. Der Freibetrag würde spürbar gesenkt.

  • Unternehmenssteuern

    Die Unternehmenswelt müsste weiter auf Steuerleichterungen beispielsweise für Forschungsausgaben warten, die schon Ende 2011 ausgelaufen waren und neu aufgelegt werden sollen.

  • Militär

    Die Kürzungen würden sich direkt auf das US-Militär auswirken: 100.000 Soldaten verlören ihren Job und die Größe der Armee wäre so klein wie seit 1940 nicht mehr. Die Flotte hätte so wenige Schiffe wie zuletzt 1915, und die Stärke der Luftwaffe wäre reduziert wie nie zuvor. Die Rüstungsindustrie verlöre ihren besten Kunden. Das Pentagon müsste 55 Milliarden Dollar jährlich sparen. Das würde nach Schätzung des US-Kongresses eine Million Jobs in der privaten Industrie kosten.

  • Arbeitsmarkt

    Die Budgetkürzungen hätten direkte Folgen für den Arbeitsmarkt: Bis zu zwei Millionen Jobs könnten nach Angaben des US-Kongresses wegfallen. Die Arbeitslosenquote würde steigen – von derzeit 7,9 Prozent auf neun Prozent. Langzeitarbeitslose bekämen erst einmal kein Geld mehr: 2,1 Millionen Amerikaner, die länger als sechs Monate arbeitslos gemeldet sind, verlören ihren Anspruch auf Unterstützung.

  • Forschung

    Nicht nur Jobs in der Forschung - nach Schätzungen rund 31.000 Wissenschaftler - gingen durch die Budgetkürzungen verloren. Auch Mediziner müssten mit geringeren Gehältern auskommen, denn die Gesundheitsversorgung für Rentner würden gekürzt.

  • Beamte

    277.000 Beamte verlören ihren Job. Dazu zählen auch Agenten des FBI, Ranger in Nationalparks und Fluglotsen. Die Folge: Schlechtere Strafverfolgung, eingeschränkte Öffnungszeiten in Nationalparks und weniger Flugzeuge, die auf US-Flughäfen landen können.

  • Verbraucher

    Die Lebensmittelkontrollbehörde würde von den Kürzungen betroffen und müsste Gesundheitsinspektoren entlassen. Die Folge: Die Überprüfung von Auch die Zahl der Überprüfungen von Schlachtereien und Hühnerfarmen sinkt.

  • Gesundheit

    Ärzten würde der Zuschuss für die Behandlung von Medicare-Patienten nicht mehr gewährt. Ohne diese staatliche Hilfe für Ältere und Behinderte blieben die Mediziner zum Teil auf Rechnungen für solche Patienten sitzen und könnten sie künftig abweisen.

Die US-Konjunktur war zum Jahresende 2012 eingebrochen. Experten sagen ihr für das laufende Jahr aber wieder ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von zwei oder mehr Prozent voraus. Ähnlich sieht das auch Bernanke. Das schwache vierte Quartal signalisiere keine Trendwende.

  • 26.02.2013, 19:24 UhrSchuischel

    Druckt, druckt, druckt nur! Druckt alles was ihr finden könnt. Druckt euch reich! Denn mehr Geld ist immer besser. Mehr Papier, bitte! Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Druckt euch zu Tode. Danach werdet ihr sehen, dass Papier immer Papier bleiben wird. Es ist wie bei der Reise nach Jerusalem. Wer zuletzt begreift, dass die Musik aus ist, darf das Papiergeld behalten. Die Realwerte, wie Rohstoffe, Edelmetalle und Sachwerte sind dann weg. Mit dem ganzen Papier könnt ihr dann den Ofen befeuern.

  • 26.02.2013, 19:43 Uhrwww.tutr.eu

    Bernanke sprach von einer "wichtigen Stütze der konjunkturellen Erholung". Welche Erholung? Das fortwährende Gelddrucken hat einzig und alleine des vollständigen Zusammenbruch des ungedeckten Papiergeldsystems vorläufig verhindert. Würde die Fed all ihre Kaufprogramme einstellen, würde das Kreditsystem in Kürze vor dem Kollaps stehen. Bernanke und seine Mitstreiter wissen dies, jeder verantwortungsbewusste Notenbanker weiß dies. Aber für diese Leute dürfte es die bessere Wahl sein, den Kollaps des Systems noch möglichst lange hinauszuzögern. Kein Wunder, hängen doch ihre Jobs am Fortbestehen des Schuldgeldsystems. Das Gerede von "Erholung" und "besseren Daten" ist vor allem in den USA ein Witz, da werden Statistiken geschönt, dass einem Übel werden könnte. Und auf solch Statistiken baut in Wahrheit das gesamte Finanzsystem auf. Ein falscher Glaube an die Macht des Papiers verhindert die seit Jahren fällige Neukalibrierung des Systems. Immer mehr Kredit wird das System am Ende nicht retten können, da können Ben, Mario, Mervyn & Co tun was sie wollen. Schade, dass im US-Kongress nur wenige vom Schlage eines Ron Paul sitzen, die auch mal die unangenehmen Wahrheiten ansprechen. Spannende Zeiten liegen vor der westlichen Welt, die wahre Krise hat nämlich noch nicht einmal begonnen - auch wenn die Politik und deren Handlanger - die Zentralbanken - uns täglich anderes verkaufen wollen. Ein Papiergeldsystem hatte immer schon ein Ablaufdatum, warum soll es ausgerechnet diesmal anders sein?
    http://www.tutr.eu

  • 26.02.2013, 20:01 UhrMarco99

    "Die Fed nehme die Risiken der Null-Zins-Politik für die Finanzstabilität gleichwohl "sehr ernst" "

    Klar - genauso ernst wie internationale Verbrechersyndikate die Papstwahl nehmen.

    Wenn Luft die er zum atmen nimmt vor Lügen faul werden könnte, der Gestank würde den halben Kontinent verpesten

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