
Berlin/Frankfurt/MoskauDie 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer versuchen den Streit über einen Abwertungswettlauf zu entschärfen. Das Gerede über einen drohenden Währungskrieg sei übertrieben, sagten EZB-Präsident Mario Draghi und IWF-Chefin Christine Lagarde am Rande des Treffen der G20-Finanzminister und -Notenbankchefs in Moskau am Freitag unisono. "Es gibt bei keinen führenden Währungen große Abweichungen vom marktgerechten Kurs", fügte Lagarde hinzu. Auch der Euro bewege sich im normalen Rahmen seiner langfristigen Spanne, betonte Draghi. Zudem wurde das Thema Wechselkurse und Währungspolitik im Entwurf der G20-Abschlusserklärung zurückhaltender angesprochen als noch im Kommunique der sieben etablierten Industriestaaten (G7) vor wenigen Tagen, wie aus einer Delegation verlautete.
Die Debatte über einen Abwertungswettlauf hatte sich verschärft, nachdem das G20- und G7-Mitglied Japan mit einer Geldschwemme eine Talfahrt seiner Landeswährung angeschoben und damit die Wettbewerbschancen seiner Firmen im Ausland verbessert hatte. Unter anderem die Weltbank warnte daraufhin vor einem heraufziehenden Währungskrieg, weil andere Staaten nachziehen könnten. Japan sollte in dem G20-Entwurf nun aber nicht einzeln angesprochen werden, wie es in den Kreisen weiter hieß.
Der Euro wird von den elf Gründerländern der Europäischen Währungsunion (EWU) aus der Taufe gehoben. Der Umrechnungskurs zur D-Mark beträgt1,95583 DM je Euro.
Der Euro fällt erstmals auf 1,00 Dollar.
Bei Kursen unter 0,85 Dollar wächst die Befürchtung, der schwache Euro könnte die Weltwirtschaft destabilisieren. Mit Unterstützung der Zentralbanken Japans und der USA greift die EZB der jungen Währung unter die Arme. Doch die Interventionen verpuffen rasch: Am26. Oktober ist ein Euro noch 0,8225 Dollar wert. Eine weitere Interventionsrunde im November hievt ihn wieder auf 0,86 Dollar.
Die reibungslose Einführung des Euro-Bargelds honorieren die Finanzmärkte mit Euro-Käufen. Im Juli erreicht der Euro wieder die Ein-Dollar-Marke.
Der Beginn des Irakkrieges geht zu Lasten des Dollar. Der Euro erreicht wieder sein Einführungsniveau.
Finanzminister und Notenbanker der sieben führenden Industrieländer (G7) fordern flexiblere Wechselkurse, was an den Märkten als Signal für den Wunsch nach einem schwächeren Dollar interpretiert wird. Am 28. November 2003 steigt der Euro erstmals über 1,20 Dollar.
Nach einer deutlichen US-Zinssenkung im Zuge der Subprime-Krise steigt der Euro über 1,40 Dollar.
Der Euro erreicht mit 1,6038 Dollar ein Rekordhoch.
Im Sog der Lehman-Pleite ziehen US-Investoren ihre Euro-Gelder ab und drücken ihn bis zum 28. Oktober auf 1,2328 Dollar ,den niedrigsten Stand seit April 2006.
Mit den Aktienmärkten steigt zwar auch der Euro - erstmals seit einem Jahr klettert er am 21. Oktober über 1,50 Dollar. Doch das Comeback ist von kurzer Dauer: Griechenland schockiert die Märkte mit der Ankündigung eines etwa doppelt so hohen Haushaltsdefizits wie bislang gedacht.
Mit ersten Herabstufungen Griechenlands durch die Ratingagenturen Fitch, Standard & Poor's sowie Moody's beginnt der Euro seine Talfahrt.
EZB-Chef Jean-Claude Trichet signalisiert am 3. März überraschend für April eine Zinserhöhung. Im Juli folgt sogar eine zweite Zinsanhebung. Am 4. Mai notiert der Euro zeitweise über 1,49 Dollar. Spekulationen über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone bremsen die Gemeinschaftswährung aber für den Rest des Sommers aus. Sie pendelt meist in einer Spanne von etwa 1,40 bis 1,45 Dollar.
Eine zweite EZB-Geldspritze lässt den Euro wieder steigen. Er schafft es fast bis auf 1,35 Dollar. Banken können sich bei der EZB für drei Jahre zum historisch niedrigen Leitzins von einem Prozent Geld leihen. Zusammen mit der ersten derartigen Aktion vom Dezember greifen die europäischen Banken rund eine Billion Euro ab.
Die Angst der Investoren vor einer Eskalation der Staatsschuldenkrise ist größer denn je und belastet den Euro. Vor allem Spanien ist wegen seines taumelnden Bankensektors angezählt. Im Juni fällt der Euro bis auf 1,21 Dollar.
Vor Investoren in London kündigt EZB-Chef Draghi am 26. Juli an, die EZB werde "alles nötige tun, um den Euro zu erhalten." Der vorläufige Wendepunkt in der Euro-Krise. Sofort steigt der Euro deutlich. Innerhalb eines Tages von 1,2118 auf 1,2287 US-Dollar. Wenige Wochen später machte Draghi klar, was das bedeutet: Im Notfall kauft die EZB unbegrenzt Anleihen der Krisenländer. Der Euro startet einen neuen Höhenflug.
Die Erleichterungs-Rally geht weiter: Anfang Februar steigt der Euro bis auf 1,37 Dollar. Das Hoch hält allerdings nicht lange vor. Wegen Unsicherheiten in Italien und Zypern fällt die Gemeinschaftswährung und notiert aktuell bei knapp unter 1,30 Dollar.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble äußerte sich kurz vor der Abreise zu dem ersten G20-Treffen unter russischer Präsidentschaft noch zuversichtlich, dass sich die Staatengruppe ähnlich wie jüngst die G7 zu marktorientierten Wechselkursen bekennen werden. Der G20-Entwurf blieb aber hinter der G7-Erklärung zurück. Er verzichtet auf die G7-Formulierung, wonach sich die Notenbanken kein Wechselkursziel setzen sollten, wie ein G20-Vertreter erläuterte. Auf Druck der USA wurde nach stundenlangen Verhandlungen zudem vermieden, direkt auf Ziele für die Haushaltspolitik und zum Schuldenabbau einzugehen. Die G20 wollten sich dagegen demnach der G7-Erklärung anschließen, dass Fiskal- und Geldpolitik nur auf die heimische Wirtschaft abzielen dürften. Auch frühere Formulierungen, wonach exzessive Wechselkursschwankungen vermieden werden müssten, sollten bekräftigt werden.
EZB-Präsident Mario Draghi nannte die Währungsdebatte unangemessen und fruchtlos. EZB-Direktor Jörg Asmussen, der ebenfalls an dem Treffen in Moskau teilnimmt, sagte dem Deutschlandfunk, die Debatte über die Gefahr eines Währungskrieges sei weit übertrieben. Man solle durch die Diskussion über den Wechselkurs nicht davon ablenken, welche Reformen und Strukturanpassungen jedes Land zu Hause machen müsse, mahnte er.
Die EZB habe kein Wechselkursziel. „Wir betrachten den Wechselkurs aber sorgfältig wegen seines Einflusses auf Wachstum und Inflation in der Euro-Zone“, stellte Asmussen klar. Der Präsident der Bundesbank, Jens Weidmann, erklärte, er halte den Euro nicht für überbewertet. Der Kurs entspreche weitgehend den Fundamentaldaten, sagte Weidmann der Finanz-Agentur Bloomberg.

Schäubles Schreckgespenst heißt Währungskrieg
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Aber wer glaubt Schäuble noch?
Er steht für massivste Steuererhöhungen nach der BT-Wahl.
Er steht für den ESM-unlimited und hält auch 4-5% Inflation für "vertretbar".
Und was den "Währungskrieg betrifft, da sind sich viele einig. Der TEuro wird zu hoch bewertet!
"Frankreichs Präsident François Hollande rief dazu auf, man dürfe den Euro keinesfalls "den Launen des Marktes" überlassen und forderte mittelfristig einen festen - er meint: niedrigeren - Wechselkurs. Bundesbank-Chef Jens Weidmann warnte prompt vor einem "Abwertungswettlauf"."
Mit dieser Forderung steht Hollande nicht alleine, auch der ClubMed will einen niedrigeren Wechselkurs.
"Grund dafür ist auch die Entwicklung der japanischen Währung. Mehr als 20 Prozent hat der Yen seit November gegen den Dollar abgewertet, dabei schwächelt die US-Währung selbst."
Das ist in beiden Ländern politisch gewollt. Beide haben die Druckmaschine angeworfen.
Quelle: Spiegel
http://www.spiegel.de/wirtschaft/g-20-treffen-in-moskau-angst-vor-einem-waehrungskrieg-a-883699.html

WELCHE WERBUNG soll geschrieben heben ??? LÜGE VON REDAKTION !!!
ich HABE BEITRAG KOPIE .
LÜGE KANN BEWEISEN .
Frank Frädrich

'@rechner' sagt
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@REchner: Ihre positiven Leistungsbilanzen: Liegt es nicht daran, dass die Importe der krisenstaaten zurückgingen, und nicht die Exporte aufgrung gestiegener Wettberwerbsfähigkeit stiegen?
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Es liegt an beidem.
Exporte 3. Quartal 2012 gegen 3. Quartal 2011
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Italien: 116,168 Mrd => 119,295 Mrd. :: +2,7%
Spanien: 83,709 Mrd => 89,172 Mrd :: + 6,5%
Portugal: 16,294 Mrd => 16,886 Mrd :: + 3,5%
Griechenland: 17,106 Mrd => 16,890 Mrd :: -.1,3%
Nur im Falle Griechenlands sind also im Jahresvergleich die Exporte leicht um 1,3% zurückgegangen.
Die sinkenden Importe haben allerdings - insofern haben Sie recht - MEHR zur Verbesserung der Leistungsbilanzen beigetragen als die Erhöhung der Exporte.
Bloß wird das Sinken der Binnennachfrage in Zukunft verstärkt durch den Beschäftigungseffekt steigender Export ausgeglichen werden, solange bis sie nicht mehr sinkt.
...
Die Agenda 2010 hat in D auch nicht übernacht zum Erfolg geführt - wieso sollte das in Spanien etc. anders sein?
Eine Umkehr des Beschäftigungstrends erwarte ich in den Reformländern Anfang nächsten Jahres.
Vorausgesetzt die Reformländer bleiben beim Reformkurs und werden nicht rückfällig.
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