Geldpolitik: Draghi wischt Inflationsbedenken beiseite

Geldpolitik
Draghi wischt Inflationsbedenken beiseite

Keine Verschnaufpause für die Politik: Die relative Ruhe an den Finanzmärkten dürfe nicht zu Abstrichen bei der Währungsunion führen, sagt Mario Draghi. Kritik an seiner Geldpolitik kontert der EZB-Präsident.
  • 13

FrankfurtEZB-Präsident Mario Draghi sieht die Politik im neuen Jahr trotz einer Entspannung in der Schuldenkrise in der Pflicht, die Währungsunion zügig wetterfest für die Zukunft zu machen. Dadurch könnten künftige Krisen verhindert werden und die Währungshüter sich wieder auf ihre Kernaufgabe konzentrieren, für stabile Preise zu sorgen, sagte Draghi am Dienstagabend auf dem Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer Frankfurt.

„Die dunkelsten Wolken über dem Euroraum haben sich verzogen. Wir blicken in diesem Jahr mit mehr Zuversicht in die Zukunft als im Januar 2012. Die Tatsache, dass die Finanzmärkte relativ ruhig sind, sollte (aber) nicht dazu führen, dass wir Abstriche an unserem ehrgeizigen Ziel machen, die strukturellen Mängel in der Ausgestaltung des Euroraums zu beheben.“

Die Europäischen Zentralbank (EZB) habe im zurückliegenden Jahr alles in ihrer Macht stehende getan, um den Euro durch die Unbillen der Krise am Leben zu halten, sagte Draghi, der wegen seines Kurses in Deutschland heftig in der Kritik steht.

Bedenken, die Geldpolitik der EZB führe unweigerlich zu einer kräftigen Geldentwertung, wies Draghi zurück. „Betrachtet man die derzeitigen und die erwarteten Inflationsraten, so gibt es schlicht und ergreifend keine Anzeichen für eine Abweichung von unserem Preisstabilitätsziel.“

Für die EZB sind die Preise in den 17 Euro-Ländern dann stabil, wenn die Inflationsrate der Verbraucherpreise knapp unter zwei Prozent liegt.

Seite 1:

Draghi wischt Inflationsbedenken beiseite

Seite 2:

Draghi: EZB hält an vorrangiger Aufgabe fest

Kommentare zu "Draghi wischt Inflationsbedenken beiseite"

Alle Kommentare
  • Dragula der Finanzpolitik, "sieht" keine Inflationgefahr?
    Ein Gang zu "Fielmann" würde auch bei ihm zu einer anderen Sichtweise führen.
    Mit Verlaub, der Mann hat keine Ahnung, der sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.

  • Gibt es denn keinen Paragraphen, der die Verbreitung falscher Tatsachen unter Strafe stellt?

    Draghi = kaum Inflation
    Merkel = nur 7% Arbeitslose
    Ifo = glänzende Aussichten
    Schäuble = ausgegeglichener Haushalt
    EU = Finanzkrise vorbei.

    Das sind doch Nachrichten für Dummies und Bahnhofsbesatzer.

  • Geldpolitik (Währungspfusch)

    Preis (P) = Geldmenge (G) x Umlauffrequenz (fu) / Warenmenge (W)

    Die Währungspolitik kann den Faktor G durch Mehrausgaben oder Einzug von Geld regulieren. Mindestens nach oben kann man die Geldmenge begrenzen. … Allerdings kann man nicht verhindern, dass Teile der ausgegebenen Geldmenge gehortet werden. Man hat auch die effektive Umlauffrequenz (fu = BIP / Zentralbank-Geldmenge) nicht in der Hand. Nur wenn man die Kaufkraft des Geldes ständig pendeln lässt (Währungspfusch), kann man darauf einen Einfluss nehmen. Die Umlauffrequenz folgt nämlich in der Regel der Preisbewegung nach. Steigende Preise reizen die Kauflust, fallende lähmen sie. Die Kauflust ihrerseits ist der wesentlichste Motor der Umlauffrequenz des Geldes.

    Erhält man die Preise stabil, so kann einem die Hortbarkeit des Geldes leicht einen Streich spielen. … Sie wird einsetzen, sobald bei Sättigung des Kapitalmarktes der Zins sinkt.

    Nun kann man die Hortung ausgleichen durch Ausgabe neuen Geldes an Stelle des gehorteten. Das wird aber in dem gleichen Augenblick gefährlich, wenn durch irgendwelche Einflüsse das gehortete Geld zum Vorschein kommt. Dann laufen die Preise leicht davon, bevor man durch Geldeinzug die Entwicklung bremsen kann.

    Stehen wir hier vor einem ausweglosen Dilemma der Marktwirtschaft?

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/01/geldtheorie.html

  • @ keine sorge r-tiroch@t-online.de
    Teflon-Anjie wird es schon richten!

  • "Die Gewinne die deutsche und französische Konzerne in Italien realisiert haben wurden zum größten Teil nicht in Italien, sonder oft ins Nichteuroausland reinvestiert, was aus Sicht Italiens einer massiven Kapitalflucht gleich kommt"

    Ja, und versteuert wurden Sie wahrscheinlich in Irland. Diese EU ist ein Europa des Kapitals, bei dem der kleine Mann auf der Strecke bleibt. Allerdings scheint es mir naiv zu glauben bei den Angelsachsen wäre das anders.

  • die dunkelsten Wolken haben sich verzogen? nein, sie formieren sich nur neu, und kommen mit verstärkung wieder.

  • Freundschaft ist eine wunderbare Sache, aber wenn diese Freundschaft zum Vorteilnahme gegenüber andere Länder missbraucht wird, wenn diese Freundschaft zu Komplizenschaft mutiert, dann wird es zu einer Art Krebsgeschwür für die Währungsunion. .
    Aber gerade dies ist mit der deutsch-französische Freundschaft, die zur deutsch-französische Achse mutiert ist, Verträge entworfen und durchgesetzt hat die für andere EU-Mitglieder, vor allem für andere Mitglieder der Währungsunion sehr nachteilig sind, passiert.
    Die Industrieproduktion in Italien ist seit 2007 um mehr als 25% gesunken, obwohl die Lohnkosten in Italien wesentlich niedriger als in Frankreich und sogar niedriger als in Deutschland sind.
    Die Gewinne die deutsche und französische Konzerne in Italien realisiert haben wurden zum größten Teil nicht in Italien, sonder oft ins Nichteuroausland reinvestiert, was aus Sicht Italiens einer massiven Kapitalflucht gleich kommt
    Dies wird in absehbarer Zeit zu Verwerfungen innerhalb der Währungsunion führen, wenn nicht wesentliche Änderungen der Verträge vorgenommen werde.
    Eine Alternative für Italien wäre sich an Großbritannien und den USA anzulehnen, was für das Überleben des Landes sich bald als absolut erforderlich und alternativlos erweisen wird.
    Merkel und Hollande wären gut beraten dies zu berücksichtigen und zu bedenken dass in der Vergangenheit meistens der übertriebene Chauvinismus der Nationen für die Innereuropäische Konflikte verantwortlich waren. Was auch fast den Untergang Europas zur Folge hatte.
    Stärke durch Einheit, Gerechtigkeit und Chancengleichheit sollte das Motto für ganz Europa lauten


  • "Draghis Reptilienfond" leitet unter keinerlei Inflation.

    Strom, Wasser, Miete, Lebensmittel, Sprit, Rauchwaren (dop), Immos, Kaviar, schon. Selbst Kokain für Börsen-Zocker fällt in die Inflationsspirale.

    Der Kerl braucht Nachhilfestunden... Nur wo ?
    .....In Schäubles Re-Pr-Abteilung....

  • Die Goldman Sachs Mario"nette" Draghi, Mitglied in der privaten Lobbyorganisation der Finanzwirtschaft, der Group of Thirty, einer Rockefeller Stiftung, wischt Inflationsbedenken beseite, sollte es wohl richtiger heißen. Bedenken kann jeder beiseite wischen, am Risiko ändert sich nichts.

    Ursache der immer neuen Blasenbildungen und Kapitalmarktverwerfungen sind die deregulierten Finanzmärkte. Und Draghi wird sicher der letzte sein, der an diesem Zustand etwas ändern will.
    Immerhin werden Goldmänner auch von Obama als Berater bevorzugt und in die US-Administration geholt, im Kongreß sitzen sie ja sowieso.

    Obama hatte kräftigst Wahlkampfhilfe einsammeln dürfen. Spender auch viele deutsche Firmen, die Deutsche Bank, Allianz, Bayer (130.000 USD) usw.
    Hier läuft das wohl alles diskreter und Funktionärsspenden landen in Steuerparadiesen.

    An den Spenden läßt sich ablesen, welche Prioritäten Obamas Politik haben wird:

    http://www.fr-online.de/image/view/2012/10/5/20797922,16355154,dmData,wahlkampfspenden-grafik.jpg

    Jedenfalls wird Obama nicht die Finanzmärkte regulieren, den Weg bereiten, die Goldmänner für ihre Verbrechen strafrechtlich zur Verantworung zu ziehen für ihre Verbrechen; dann würde auch Draghi gesiebte Luft atmen; die Ratingagenturen, die die verbrieften Schrottimmobilienkredite mit Triple A bewertet haben. Auf ein neues Blutbad. Und die vierte Gewalt gibt sich diskret.

    Die Anleihen von Danone und Coca Cola gelten in der Finanzwelt heute als die sicheren Häfen, während ein Staat wie Frankreich als Ramsch eingestuft wird.

    Danone regiert die Welt und Microsoft und Coca Cola und Monsanto, Bayer, Basf, die Deutsche Bank in Washington und Brüssel. Die Peripherie ist austauschbar.

    Artikel 20, 4 - könnte das Handelsblatt den bitte mal laut vorlesen. Und danach bitte Artikel 21 vollständig. Peng!



  • Draht, Seil, oder sowas gefällig? Wenn die MEute aufwachen sollte, dürfte das weggehen wie warme Semmel. Ein Italiener an der Notenpresse...sorry aber absurder gehts fast nicht mehr.

Serviceangebote