Geldpolitik

Diskussion: Kommentare zu: Weidmann fordert offene Debatte über EZB-Kurs

Karikatur eines Community-Trolls

Liebe Leserinnen und Leser,

kennen Sie Trolle? Das sind Unholde, die nichts Gutes im Schilde führen. Internet-Trolle gibt es auch. Das sind solche, die „Beiträge verfassen und sich darin auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken“, heißt es in den einschlägigen Definitionen. Solche Provokationen würgen eine Diskussion ab. Internet-Trolle sind also Menschen, die wir in unserer Handelsblatt-Online-Community nicht brauchen. Was wir gut finden, sind Kommentatoren. Gerne solche, die auf den Punkt kommen - von uns aus kurz und schmerzhaft.
Am meisten freuen wir uns, wenn Sie zu Ihrer Meinung mit Ihrem Namen stehen. Wir möchten wissen, mit wem wir diskutieren, und Sie haben ein Recht zu wissen, mit wem Sie sich auseinandersetzen. Wir glauben, dass es zu einem fairen Umgang miteinander im Netz gehört, sich offen gegenüberzutreten.

Ihre Handelsblatt-Online-Redaktion
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  • 18.09.2012, 14:58 UhrZecke

    Leute, wie naiv zu glauben das sich was ändern wird. Weidmann, als auch Weber können noch so zetern und öffentlich diskutieren, - sie haben einfach nichts mehr zu melden da ganz einfach andere Kräfte ÜBERnationaler Art regieren und und das EU Konstrukt lenken.

    Wer das nicht wahrhaben will ist ein Träumer. Seht den Realitäten ins Auge, Deutschland wird für alle blechen und wir können froh sein wenn uns noch die Unterhose bleibt.

    Deutschlands Wohlstand wird verschoben - von Mächten, auf die unsere Volksvertreter keinen Einfluss mehr haben - und dadurch im Gesamtkontext sinken.

    Willkommen in der Wirklichkeit und Realität !

    • 18.09.2012, 16:27 UhrHenry

      Die öffentliche Debatte um den richtigen geldpolitischen Kurs in der Euro-Schuldenkrise wollen unsere Politiker nicht. Heraus wird kommen, Deutschland muss diesen irren Verschuldungskreis der Euroländer durch einen Austritt aus der Währungsunion verlassen. Das wäre ein Horrorszenario für die meisten Politiker nicht nur in Brüssel, die sich doch mehr Europa mit der Gemeinschaftswährung dem Euro vorstellen.

      Was mit der Realisierung vom Schengener Abkommen super umgesetzt wurde und Europa zusammen geführt hat, führt diese Gemeinschaftswährung Europa gradewegs in den Abgrund. Der Euro kann in den Südländern nur durch immer neue Schulden existieren. Das heißt, der Euro führt zwangsläufig zur Inflation mit schwerwiegender Armut überall in Europa.

      Sehen wir die Vereinigten Staaten von Amerika. Jetzt denkt man darüber zunehmend nach, dass das Federal Reserve System (FED) seit vielen Jahrzehnten mit der Notenpresse das falsche Instrument ausgepackt hat.

      Zukünftig werden einige Bundesstaaten der Vereinigten Staaten von Amerika währungstechnisch teilweise untereinander abgekoppelt. Neben dem „Dollar“ würde eine „zweite Gemeinschaftswährung“ eingeführt. Alle Bundesstaaten mit schwächerem Wirtschaftswachstum würden in einer „weicheren“ Gemeinschaftswährung aufgenommen. Damit würde die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten von Amerika langfristig wachsen.

      Sehen wir was in den USA nicht funktioniert und welche Änderungen sich anbahnen, brauchen wir Europäer diesen Quatsch mit der permanenten Euroverschuldung nicht länger so fortzuführen.

      Die mit Macht zusammengefügten Staaten, wollen den Zentralismus aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr haben. Die einzelnen Länder wollen wieder selbständig agieren. Und was machen unsere Politiker in Brüssel, sie arbeiten alle gegen die wirtschaftliche Vernunft. Das kann man der europäischen Bevölkerung nicht erklären.

  • 18.09.2012, 15:18 Uhrprivatmail

    Mehr Öffentlichkeit und Transparenz zu fordern, liegt im Trend der Zeit. Wenn aber schon die Volkswirtschaftler großer Banken die Veröffentlichung der Protokolle fordern - ist Vorsicht geboten!

    Schließlich ist es deren Aufgabe, die Aktionen und Reaktionen der EZB "vorauszusagen", nicht um dem Volk zu dienen, sondern um den größt möglichen Profit für ihre jeweilige Bank herauszuholen.

    Auch der Verweis darauf, daß die Fed und andere nationale Zentralbanken dies tun kann letztlich nicht befriedigen. Denn auch diese Banken kennen die Rolle Ihrer Gegenspieler, der Volkswirte der Banken, und werden dann nur das zu Protokoll geben, was unumgänglich ist. Anderes wird dann anderweitig besprochen.

    Die offene Frage auch der Diskussion in den Medien ist doch nur: Wer kontrolliert, ob die Käufe am Sekundärmarkt im Rahmen des Mandats zur Geldmarktpolitik bleiben?

    • 18.09.2012, 16:43 Uhrwir_sind_nicht_im_Zirkus

      @privatmail:
      Ihre Bedenken sind verständlich, doch glauben Sie wirklich dass man an die Daten nicht kommen kann, wenn man die "richtigen" Leute bei der EZB kennt?

      Eine Offenlegung ist deshalb nicht gefährlicher wie eine Nichtveröffentlichung. Es geht hier immerhin um das Vermögen von zig Mio. Menschen. Draghi und Co. sind ja nur Beauftragte der Völker und nicht Eigentümer. In so einer sensiblen Position muss man es sich schon gefallen lassen, dass einem auf die Finger geschaut wird und dass gegenbenenfalls auch Massnahmen ergriffen werden können, wenn es aus dem Ruder läuft. Diese Schweige- und "ich alleine weiss es am besten" Mentalität, egal wieviele andere Leute Bedenken haben, in Kombination mit einer deutlichen Mobbingkultur, wenn jemand eine eigene Meinung vertritt, muss ein Ende haben.
      Es ist doch nicht zuviel gefragt, dass man eine korrekte Art des Handelns verlangt. Man fragt ja nicht, dass Draghi und Co. durch brennende Reifen springen müssen. Nur dass sie dieses patriarchalisch verstaubte Besserwissen gegen jede Logik endlich ablegen.

  • 18.09.2012, 15:24 Uhrnichtschlecht3

    Gute Forderung, da kommt Draghi ins Schwitzen, wenn in den Protokollen auch steht, dass sein deficit spending eine politische Maßnahme jenseits des Mandats ist. Damit ist er zwar nicht geliefert, dazu sind die Deutschen zu brav, aber sein Handlungsspielraum wird zu recht einggengt. Guter Schachzug von Weidmann, kann noch ein Remi werden.

  • 18.09.2012, 15:24 UhrDr.NorbertLeineweber

    Eine öffentliche Debatte ist das einzig richtige, um die Inflationsbefürworter in die Schranken zu weisen. Bravo Weidmannn! http://www.fortunanetz.de/index.php Mit der Äußerung, dass Inflation der Preis für den Euro sei, haben sich Fitschen und Jain nämlich in alle Blätter gewagt. Die Rettungskosten werden in eine Inflation münden. Ausdrücklich lobte Fitschen das Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Euro-Rettung, indem sie Staatspapiere aufkauft.. „Es ist gut, dass die Europäische Zentralbank handelt.“ Damit greift die Deutsche Bank dem Handeln der EZB vor und fordert quasi ein verfassungswidriges Vorgehen.

    Das dürfte für die Bankenlandschaft einmalig sein. Die Politik wird dadurch bedrängt, und Weidmann fällt die Deutsche Bank in den Rücken.

    Damit hat die Deutsche Bank ein neues Motto: Inflation mit Leidenschaft.
    Man kann nur hoffen, dass alle Leser verstanden haben, was im Währungsraum des Bundestages geschehen ist. Draghi und die Deutsche Bank haben das gleiche Ziel: Die Inflationierung des Euroraumes als Krisenlösung zu verkaufen.
    Alle sollten Weidmann unterstützen!

    • 18.09.2012, 15:34 Uhrglobalpayer

      Aber wie kann man Weidmann denn unterstützen?

    • 18.09.2012, 16:57 Uhrkleine_Kinder

      Die Deutsche Bank mischt sich ja spätestens seit Ackermann gerne in die Politik. Tingelt der eigentlich noch durch die Welt mit seinen Horrorszenarien und der Botschaft, dass D unbedingt den Euro retten muss? Wahrscheinlich vergisst er aber dabei zu erwähnen, was die Rolle der DB in der Hypothekenkrise war.
      Und die beiden Neuen probieren schon wieder kräftig ihren ungefragten Kommentar abzugeben anstatt sich darum zu kümmern, um zumindest einen Teil des Imageschadens zu herstellen.
      Meine Familie war seit Generationen Kunde bei der DB. Mit Nachdruck bei WAR. Eigentlich erwähne ich das nur im Zuge der Weidmanndiskussion, ansonsten ist doch jedes Wort über diese Firma zu schade.

      Herr Weidmann, prima! Lassen Sie sich nicht in's Bockshorn jagen, auch wenn Schäuble und Draghi wahrscheinlich ein paar Alpträume und schlaflose Nächte wegen ihnen haben. Schadet ihnen garnicht und den anderen auch nicht. Langsam beginnen doch auch die anderen ein bisschen aufzuwachen (Finnland und Österreich). Tja manche Leute sind halt nicht so schnell im Denken, die brauchen ein bisschen länger!

      Und die Kanzlerin hat scheinbar auch begriffen, dass sie ihre nächste Wahl verloren hat, wenn sie sich gegen Sie stellt. Hart bleiben und nur weiter so, auch wenn es viele Nerven kostet. Ist halt wie mit kleinen Kindern, denen muss man auch alles hundert Mal sagen bis sie es endlich kapieren.

  • 18.09.2012, 15:31 Uhrcountryman

    Forderungen nach mehr Transparenz und einer öffentlichen Debatte über die Politik des Eurosystems sind nachvollziehbar. Nachdem der fundamentale Dissens im EZB-Rat über Anleihekäufe zur Stabilisierung des Eurosystems in die Öffentlichkeit gelangt, ist es folgerichtig und legitim, auch öffentlich über diese Fragen zu debattieren. Schliesslich geht es um Grundsatzfragen, die das Vertrauen in die Geldwertstabilität der Bevölkerung unmittelbar betreffen. Allerdings ist die Materie sehr komplex und umstritten und nicht für jedermann leicht verständlich. Ohne den Rückhalt in der Bevölkerung kann eine Notenbank jedoch keine überzeugende, vertrauenserweckende Geldpolitik durchführen. Ohne Vertrauen ist Geldpolitik jedoch nicht dauerhaft erfolgreich.

  • 18.09.2012, 15:38 Uhrmanni

    Es sollte uns Deutschen zu bedenken geben, das nun aus jeder Ecke der Ruf nach Transparenz und öffentlicher Diskussion gefordert wird. Die Halsabschneiderverträge EFSF und ESM wurden abgenickt und durchgepeitscht gegen den Willen der Deutschen. Wir wurden von den Marionetten des Bundestags verkauft. Was können Merkel und Schäuble noch in die Waagschale werfen? Wer profiert von dieser "scheinbar offenen Debatte"? Wovon soll abgelenkt werden? Die Bundestagswahl 2013 rückt immer näher und Merkel gehen die Opferlämmer aus.

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