Geldpolitik

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Geldpolitik: Weidmann weist erneute Zinssenkung zurück

Der Bundesbankchef Jens Weidmann protestiert erneut gegen eine dauerhafte Niedrigzins-Politik: „Wir müssen bei der Lösung einer Krise aufpassen, dass wir nicht den Boden für die nächste bereiten“, sagte Weidmann.

Jens Weidmann warnt vor den Folgen einer dauerhaften Niedrigzins-Politik. Quelle: Reuters
Jens Weidmann warnt vor den Folgen einer dauerhaften Niedrigzins-Politik. Quelle: Reuters

BerlinEZB-Ratsmitglied Jens Weidmann hat in den USA vor überzogenen Forderungen an die Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) gewarnt. „Wir müssen bei der Lösung einer Krise aufpassen, dass wir nicht den Boden für die nächste bereiten“, sagte der Bundesbankchef am Montag vor dem Economic Club New York.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte jüngst dafür plädiert, dass die Zentralbank die Zinsen senkt und zudem mit unkonventionellen Maßnahmen die Krise weiter bekämpfen solle. Weidmann sagte dazu: „Letztlich ist Geldpolitik kein Allheilmittel, und die Feuerkraft der Zentralbank ist nicht unbegrenzt - besonders in einer Währungsunion.“

Die Zentralbank dürfte nicht das wettmachen, was die Politik an andere Stelle versäumt habe, mahnte der Bundesbankchef. Der einzige Weg, um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen sei es, ausufernde Staatsdefizite einzudämmen und die Wettbewerbsfähigkeit von Staaten zu verbessern. „Und gerade weil das unpopuläre Maßnahmen sind, ist es für die Politiker so verlockend, sich stattdessen auf eine konjunkturstimulierende Geldpolitik zu verlassen.“

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Der Weg aus der Krise führe nicht über Schulden: „Kürzungen sind der einzige vielversprechende Ansatz.“ Weidmann äußerte auch Zweifel daran, ob der IWF mit seiner Inflationsprognose richtig liege. Der Fonds hatte für die Industriestaaten für das Jahr 2012 eine Teuerungsrate von 1,9 und für 2013 von 1,7 Prozent vorhergesagt. „Als Notenbanker bin ich in Sachen Inflation nicht so beruhigt: Zieht man die steigenden Energiepreise und die robuste Kerninflation in Betracht, könnten die Preise schneller steigen als der IWF annimmt.

  • 25.04.2012, 12:56 UhrStubi

    @Anonymer Benutzer: Tacheles

    "Der Herr Weidmann kann einem langsam leid tun. Er ist der Rufer in der Wüste und erhält auch keinerlei Unterstützung von seiner eigenen Regierung."

    Ganau so ist es. Vielleicht ist er der naechste Deutsche, der bei der EZB das Handtuch wirft. Diese Warner vertreten nur die Vernunft und keine anderen Interessen(sgruppen). Unsere Politiker muessen schon sehr bewusst weghoeren, um nicht darauf zu reagieren. Aber bisher waren sie sehr erfolgreich und dies ist besorgniserregend.

    Ich hoffe, Herr Weidmann laesst sich dadurch nicht entmutigen. Wir haben beispielsweise auch schon Herrn Stark verloren. Klar koennte er sich auch Fragen, wie weit er diese Politik des billigen Geldes noch gezwungener Massen mittragen will und ebenfalls aufgeben. Verstaendlich waere es. Um so unverstaendlicher wird das Verhalten unserer Politiker.

  • 23.04.2012, 21:33 UhrDagmarK

    Das ganze irre Eurogespinst geht mit zunehmender Geschwindigkeit den Bach runter und das ist gut so. Wie krank ist es denn, das die EZB Geld für 1% verleiht und der Bürger 13-18% für seinen Dispo zahlen muss oder für einen Ratenkredit (als Zeitarbeiter) annähernd 10%.

  • 23.04.2012, 20:25 UhrTacheles

    Der Herr Weidmann kann einem langsam leid tun. Er ist der Rufer in der Wüste und erhält auch keinerlei Unterstützung von seiner eigenen Regierung.
    @ Kommentar
    Es bereits von Anfang an klar, dass die Auffassungen einer politisch gesteuerten EZB (französische und Südstaaten Philosophie) und die einer unabhängigen EZB (deutsches Philosophie) aufeinander treffen werden. Zu Gunsten des Standorts Frankfurt haben wir unsere Philosophie geopfert und die Schlüsselposten der anderen Fraktion überlassen. Natürlich haben die dann ihre Philosophie etabliert. Als sich die Chance bot, doch einmal den Chefsessel zu besetzen und unsere Position einbringen zu können, haben wir einen Kandidaten in Stellung gebracht, der in letzter Minute auf eine Kandidatur verzichtet und damit den Weg für Herrn Draghi bestens geebnet hat. Als Zugabe haben wir dann auch gleich noch den einzigen einflussreichen Posten, den wir bis dahin hatten, nämlich den des Chefvolkswirts, gegen den eines Frühstücksdirektors eingetauscht. Wer so dilettantisch agiert, braucht nicht zu wundern, wenn er über den Tisch gezogen wird.

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