Konjunktur: US-Starökonom Roubini fordert aktivere EZB

Konjunktur
US-Starökonom Roubini fordert aktivere EZB

Nouriel Roubini malt ein düsteres Bild von der europäischen Wirtschaftslage. „Die Rezession könnte auch den Kern der EU infizieren“, sagt der US-Ökonom. Roubini fordert Infrastrukturprojekte – und erwartet Zinssenkungen.
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FrankfurtDer US-Starökonom Nouriel Roubini sieht in der Eintrübung der Perspektiven für Frankreich kein ernsthaftes Problem. „Bisher betrachten die Finanzmärkte Frankreich als Kernland“, sagte er im Interview mit dem Handelsblatt. Er prognostiziert, „dass Frankreich rechtzeitig Pläne für eine mittelfristige Konsolidierung und für Strukturreformen vorstellen wird, die auch glaubhaft genug ausfallen.“

Roubini fordert eine noch aktivere Rolle der EZB in der Bekämpfung der EU-Krise. „Die Wirtschaftslage sieht nicht gut aus. Die Rezession könnte auch den Kern der EU infizieren“, sagt er. „Länder wie Deutschland sollten nicht sparen, sondern stattdessen Infrastrukturprojekte finanzieren und damit die Ökonomien in Schwung bringen.“

Nach Meinung von Roubini sind Sparpläne nötig. Aber nicht kurzfristig. „Denn wer jetzt spart, der könnte die Rezession in den Südländern der EU in eine Depression vertiefen. Damit würde man sich unlösbare soziale Probleme einhandeln“, glaubt er. Roubini erwartet weitere Zinssenkungen der EZB im Dezember oder Januar.

Mit Blick auf die Finanzmärkte rechnet er mit weiter tiefen Renditen für Staatstitel aus Ländern wie USA und Deutschland. An den Bondmärkten der Schwellenländer und bei Unternehmensanleihen erkennt er noch keine Überhitzungen. Lediglich die Anleihen von Firmen mit schlechtem Rating erscheinen ihm anfällig bei trüberer Wirtschaftslage. „Und ich sehe Abwärtsrisiken für die globalen Aktienmärkte“, sagt er.

 

Kommentare zu " Konjunktur: US-Starökonom Roubini fordert aktivere EZB"

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  • Nun, das Herr R, die Krise vorhergesagt hat ist in diesem Fall wirklich nur Glück, da er zur Lösung der Krise genau diejenige Rezepte aus dem Hut zieht, die grade zur Krise geführt haben.

  • Die Motivation heisst Rothschild. Sonst noch Fragen ?

  • @Berndt das Brot. Roubini hat dieselben Aussagen schon getroffen, als es seine Firma noch gar nicht gab.

  • Also das mit Roubini und Keynesianer... sehr weit hergeholt. Aber bekommt eig. die oeffentlichkeit mit, dass dieser Mann nur das Interesse seiner Anleger vertritt??? Er will sein Kapital erhalten. Daher erst die Panikschreie um zu hoffen dass die Politiker einspringen (die EZB hat es ja zum Glück gemacht; nur nicht wegen Roubini) und nun will er die Staaten zum Geldausgeben auffordern, damit sein Aktiendepot weiter waechst. Gegen diese Maßnahmen ist ja ersteinmal grundsätzlich nichts einzuwenden, nur sollte einmal hinterfragt werden aus welchen Motiven heraus dieser Pseudowissenschaftler dies fordert!!!

  • Die schönen USA:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/10/10/us-rekord-46-millionen-amerikaner-brauchen-essensmarken/

    Die westliche Welt besteht nur noch aus Mafiastaaten.

  • "US-Starökonom ... fordert"

    Ich fände es schön,wenn die europäischen Regierungen einmal realisieren würden, dass Europa und die USA in dieser zwar überschneidende aber keineswegs gleichgerichtete Interessen haben.

  • Sie haben nicht mal mehr eine Tasse im Schrank. In den USA ist die Steuer auf Kapitalgewinne klar geregelt und sie betrifft nicht nur Mormonen sondern auch linke Gutmenschen wie Buffett und Gates die keinen Cent mehr als der böse Mormone Romney an Kapitalertragssteuern zahlen, Sie unterbelichtete Witzfigur.


  • Roubini: US Ober-Republikaner zahlen 10 Prozent, die "griechischen Ober-Republikaner" überhaupt keine Steuern. Halt mal dagegen. Alles keine Patrioten.

    Herr, verschon uns vor US Mormonen, Schamanen und "Kreditfilosofen mit 5-Star-Dekoration".

    Stell lieber die Frage: wie knack ich Mafiastaaten.

  • Sie sollen sich in eine Klinik einweisen, falls Sie glauben das Roubini ein Keynesianer ist. Das ist einfach die typisch deutsche Besserwisserei. Roubini hat schon 2004 über die kommende Krise gesprochen, während die teutonischen 'Wirtschaftsgötter' von der Bundesbank genauso wie der ganze Rest ihn für inkompetent erklärt haben. Also nicht so laut werden und erst Recht wenn man selber kein Wirtschaftsexperte ist.

  • Der ganze Haken liegt darin, dass wir alle jahrzehntelang auf Pump den Wirtschaftswachstum (und Arbeitsplätze) aufrechterhalten haben. Jeder wurde angespornt (durch Werbung) zu kaufen, auch wenn das Geld nicht da war. Es wurden Darlehen und Darlehen gemacht. Durch diese Philosophie hat sich ein Zahnradgetriebe geformt, aus dem wir jetzt nicht mehr rauskommen.Die Schulden sind dermassen gross,dass jetzt nicht noch mehr Schulden gemacht werden können, um dieses Uhrwerk in Gang zu halten.
    Es gibt zwei Lösungen: a) Sparen und nicht mehr so viel kaufen...Folge:Rezession und Explosion der Arbeitslosigkeit. b) Die Notenpresse druckt Geld, um die Schulden unter Kontrolle zu bringen.....Folge: Geldentwerung und starker Anstieg der Inflation, Kaufkraftverlust. Beide Lösungen bringen starke soziale Unruhen, Gefahr für die Demokratie.

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