Geldpolitik

_

Notenbank öffnet die Geldschleusen: Weidmann sorgt sich um Japan

Der Bundesbank-Präsident schaut mit großer Sorge nach Japan. Die neue Regierung in Tokio übe unverhohlen Druck auf die Notenbank aus und fordert eine aggressivere Geldpolitik. Das könnte das Institut die Autonomie kosten.

Bundesbankchef Jens Weidmann sorgt sich um Japan. Quelle: Reuters
Bundesbankchef Jens Weidmann sorgt sich um Japan. Quelle: Reuters

Frankfurt/MainMit großer Sorge hat Bundesbank-Präsident Jens Weidmann auf die jüngste Aktion der japanischen Notenbank reagiert. „Es geht hier um weit mehr als die übliche Debatte, ob eine geldpolitische Ausrichtung zu expansiv oder zu restriktiv ist. Der unverhohlene Druck der neuen japanischen Regierung hat eine andere Qualität“, sagte Weidmann der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt.

Anzeige

„Hinter der Forderung nach einer noch aggressiveren Geldpolitik steht die Drohung, der Notenbank ihre Autonomie zu nehmen. Damit wird mit den Grundvoraussetzungen einer stabilitätsorientierten Geldpolitik gespielt: ihrer Unabhängigkeit von der Politik. Deshalb ist diese Entwicklung für mich ein Grund zur Sorge“, erklärte Deutschlands oberster Währungshüter.

Geldpolitik Japans Notenbank gibt klein bei

Japans Notenbank hat dem Druck nachgegeben. Die Regierung verspricht Reformen.

Japans Zentralbank hatte am Dienstag unter massivem Druck der Regierung die Geldschleusen noch weiter geöffnet: Zur Bekämpfung des jahrelangen Preisverfalls und des starken Yen beschloss die Bank of Japan (BoJ) einen unbefristeten Ankauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren. Zudem folgte sie der Forderung des neuen Regierungschefs Shinzo Abe und verdoppelte ihr Inflationsziel von 1 auf 2 Prozent.

Wie ungewöhnlich der Pakt ist, zeigte sich nach der Notenbanksitzung. Notenbankchef Masaaki Shirakawa die Bühne nicht wie üblich für sich allein. Stattdessen trat er gemeinsam mit Finanzminister Taro Aso und dem Minister für Wirtschafts- und Haushaltsplanung Akira Amari vor Abe und die Presse. Auch der Regierungschef meldete sich zu Wort: „Dies ist ein epochales Dokument, das die Geldpolitik in mutiger Weise verändern wird.“

Kampf gegen die Rezession Japan schnürt Milliarden-Paket

Mit einem gigantischen Konjunkturpaket will Japan die Rezession bekämpfen.

  • 23.01.2013, 15:15 Uhrfjv2

    niemand weiss, wer als erstes kippt.

    Ich persoenlich tippe auf den Euro.

    Aber es werden sowieso alle zusammen kippen. Dollar, EURO und der Yen, egal wer anfaengt.

  • 23.01.2013, 14:18 UhrBen-Wa

    Japan wird als erstes Land kippen. Danach geht es ganz schnell mit dem Papiergeld. Jeder kann es wissen. Nur krankhafte Optimisten verzerren bereitwillig die Wahrnehmung der Realität.

  • 23.01.2013, 13:15 Uhrraentnaer

    Na, man will doch nur im Club der "Unkoventionellen" mitspielen. Wer ist denn heute noch so altmodisch wie die Bundesbank?

  • Die aktuellen Top-Themen
Einigung in Minsk: Ostukraine bekommt Pufferzone

Ostukraine bekommt Pufferzone

Die Regierung in Kiew und die moskautreuen Separatisten setzen ihren Friedenskurs beim Treffen der Kontaktgruppe fort. Eine Pufferzone, Waffenverbote und mehr Beobachtung durch die OSZE sollen die Lage in der Ostukraine stabilisieren.

G20-Treffen: OECD-Chef sagt Steuerflüchtlingen Kampf an

OECD-Chef sagt Steuerflüchtlingen Kampf an

Unternehmen sollen in dem Land Steuern zahlen, in dem sie den Großteil ihrer Gewinne erzielen. OECD-Chef Gurria hat die Initiative gegen Gewinnverlagerungen und Steuerverkürzungen (BEPS) in Australien vorgestellt.

„Ich hasse Demokratie“: Independence Day in einem Theater in Edinburgh

Independence Day in einem Theater in Edinburgh

Sie haben sich alle die Unabhängigkeit Schottlands gewünscht und müssen nun ihre Enttäuschung verarbeiten. Vier Schauspieler zeigen in einem Theater in Edinburgh wie ein Tag in Unabhängigkeit hätte aussehen können.

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International