BerlinIm Streit über eine ordentliche Inventur der deutschen Goldreserven im Ausland hat die Bundesbank volle Rückendeckung von Koalition und Opposition im Bundestag bekommen. Nach einer Sitzung des Haushaltsausschusses am Donnerstag in Berlin, sagte der SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider: "Ich habe volles Vertrauen in die Bundesbank, die für die Verwahrung der deutschen Goldreserven die Verantwortung trägt." Sein Unions-Kollege Norbert Barthle sagte, er sei sicher, dass die Barren in New York, Paris und London sicher verwahrt seien. Der Präsident des Bundesrechnungshofes, Dieter Engels, zeigte sich zufrieden damit, wie die Bundesbank auf die Kritik seines Hauses reagiere.

Die Debatte war durch einen Bericht des Rechnungshofes aufgekommen, in dem die Prüfer eine regelmäßige Vor-Ort-Kontrolle der im Ausland lagernden Goldreserven fordern. Dafür spreche schon der hohe Wert der Goldreserven von 132,9 Milliarden Euro. Von den 3396 Tonnen lagert in den Tresoren der US-Notenbank Fed in New York etwa die Hälfte, gut 370 Tonnen lagern bei der französischen Nationalbank in Paris, 450 Tonnen bei der britischen Zentralbank in London. Den Rest bewacht die Bundesbank selbst in ihrer Zentrale in Frankfurt. Der Rechnungshof hatte kritisiert, die im Ausland liegenden Barren seien nie vollständig geprüft worden, und verlangt Stichproben.
Goldschatz: 8.133 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent
Stand: Februar 2013
Goldschatz: 3.391 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent
Goldschatz: 2.814 Tonnen
Goldschatz: 2.451 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent
Goldschatz: 2.435 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent
Goldschatz: 1.054 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent
Goldschatz: 1.040 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent
Goldschatz: 958 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent
Goldschatz: 765 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent
Goldschatz: 613 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent
Goldschatz: 558 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent
Goldschatz: 502 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent
Nach einem Reuters vorliegenden Brief der Bundesbank an den Haushaltsausschuss hat die deutsche Zentralbank mit der Fed in New York bereits Gespräche darüber geführt, wie den Forderungen der Rechnungsprüfer nachgekommen werden kann. Dabei sollten aber die Sicherheits- und Kontrollverfahren der Fed berücksichtigt werden. Zudem hat die Bundesbank bereits erklärt, in den nächsten drei Jahren jeweils 50 Tonnen Gold aus den USA nach Deutschland zu holen und auf Gewicht und Reinheit zu prüfen.
Engels sagte, die Gespräche mit der Bundesbank liefen optimal. Der Rechnungshof habe auch nie die Sorge gehabt, dass das Gold nicht sicher sei, sondern wolle eine ordnungsgemäße Buchführung. Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele betonte, es sei gut, wenn Deutschland auch im Ausland über Goldreserven für Krisenfälle verfüge. In der Debatte waren vor allem in der Union Stimmen laut geworden, die eine Rückführung der Goldbarren nach Deutschland fordern.
Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.
Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.
Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.
In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.
Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.
29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.
Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.
Quelle: World Gold Council
Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.
Schneider sagte, weil es sich um das Vermögen Deutschlands handele, stehe dem Bundesrechnungshof ein Prüfungsrecht zu: "Ein Rücktransport aller im Ausland sicher verwahrten Goldbestände erscheint mir angesichts der dadurch entstehenden Kosten nicht gerechtfertigt." Die Grünen-Haushaltsexpertin Priska Hinz sagte, sie habe keinerlei Zweifel am Bestand und an der Lagerung der Goldbestände: "Auch bezweifele ich nicht die Zuverlässigkeit ausländischer Notenbanken."
Barthle sagte, es gebe überzeugende Gründe dafür, Teile des Goldes an den Goldhandelsplätzen befreundeter westlicher Staaten zu lagern: "Als Teil der offiziellen Währungsreserve müssen die Goldbestände beispielsweise in einem Krisenfalls als Sicherheit zur Verfügung stehen, damit Deutschland dafür Fremdwährungen erhält." Für Verschwörungstheorien habe er kein Verständnis.

Ich habe es mir schon immer gedacht, die jährliche Bilanzerstellung ist der Ausdruck des Misstrauens.
Was haben wir da eigentlich für "Vögel" im Parlament. Die sollte man zu Muttern, zur Arbeit schicken.

In der Zeit des kalten Krieges mag es gute Gründe gegeben haben das Gold außer Landes zu schaffen, seit über zwanzig Jahren sind diese jedoch obsolet.
Da es keine Goldbindung der Währung mehr gibt, dient das Gold quasi als letzte Sicherheit in Krisenzeiten. Warum das Gold nur an internationalen Handelsplätzen - ist Frankfurt kein Handelsplatz von internationaler Bedeutung? - als Währungsreserve dienen kann, muss Herr Thiele uns erklären. Nach der Logik der Bundesbank ist es doch egal, wo sich das Gold physisch befindet, solange die Lagerstätte seriös und von höchster Bonität ist. Ist die Bundesbank denn nicht seriös? Anleger oder andere Notenbanken, die gegebenenfalls künftig einen Teil der Reserven erwerben, sei es gegen Devisen oder Rohstoffe, können doch sicher sein, dass das Gold für sie sicher bei der Bundesbank in Frankfurt für sie verwahrt wird. Sollten sie dennoch Zweifel haben, können sie das Gold sicherlich alle paar Jahre in Frankfurt in Augenschein nehmen, sicherlich wird die Bundesbank auch jährlich Listen mit Barrenbezeichnungen an die Eigentümer versenden.
Davon ganz abgesehen handelt es sich bei der US-Währung inzwischen doch um keine Fluchtwährung mehr. Die USA sind extrem verschuldet und versuchen sich mit der Notenpresse zu entschulden. China sitzt auf einem riesigen Dollar-Berg und versucht diesen bei weltweiten Einkaufstouren loszuwerden. Es werden Lagerstätten mit Ölsanden und Schieferöl in Nordamerika sowie landwirtschaftliche Flächen in Afrika aufgekauft. Der Wert des Dollars gegenüber Rohstoffen wie Öl fällt stetig, der Ölpreis gegenüber Gold bleibt dagegen konstant. Auch wenn es derzeit weltweit noch üblich ist Öl in Dollar zu handeln, so würden die OPEC-Länder sicher gerne ihr Öl viel lieber in physischem Gold handeln. Das ist nur möglich, wenn man auch kurzfristig über die Bestände verfügt.
Von daher sollte man sich für den Rücktransport stark machen! www.gold-action.de

@ Rainer_J
Unsere Systempresse hat schon einiges an Abreibung bekommen. Kaum einer ist noch bereit, für deren Informationen Geld auszugeben, so dass sie sich den Werbefuzzies anbiedern muss, um über die Runden zu kommen. Gleichzeitig muss sie bei den Politikern für ein paar Brocken zu Kreuze kriechen, da sie ja zu klamm ist, um eigene Recherchen anzustellen. Tiefer kann man als Journalist nicht sinken.
Man muss sich als Leser natürlich darüber im Klaren sein und darf somit von der Systempresse auch keine Qualität mehr erwarten. Es stellt sich natürlich dann die Frage, wo man die gewünschte journalistische Qualität sonst herbekommt und da wird’s in der Tat ganz finster. Den einen mangelt es an Qualität, den anderen an Glaubwürdigkeit. Bleibt also nur, sich möglichst viele Informationen zu beschaffen, woher auch immer, diese von Meinungsmache zu unterscheiden und auf ihre Plausibilität hin zu prüfen. Gesunder Menschenverstand ist da sehr hilfreich. Man muss ihn nur benutzen.
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