Geldpolitik

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Ratssitzung: EZB lässt den Leitzins bei 0,75 Prozent

Die Lage an den Finanzmärkten hat sich zuletzt entspannt. Damit hat der Druck auf die EZB nachgelassen. Auf ihrer Ratssitzung ließ sie den Zins unverändert.

EZB-Chef Mario Draghi. Quelle: dapd
EZB-Chef Mario Draghi. Quelle: dapd

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hält den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent. Das entschied der Rat der Notenbank am Donnerstag in Frankfurt, wie die EZB mitteilte. Die meisten Volkswirte hatten damit gerechnet, dass die Währungshüter von einer weiteren Zinssenkung absehen werden - obwohl der Euroraum in der Rezession steckt. Die EZB erwartet, dass sich die Konjunktur im Laufe des Jahres allmählich wieder erholen wird.

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Zuletzt hatte sich die Lage an den Finanzmärkten entspannt, so dass sich Krisenländer wieder günstiger am Anleihenmarkt finanzieren können. Weil das Vertrauen in die Gemeinschaftswährung deutlich gestiegen ist, fließt zudem wieder Kapital in den Euroraum zurück. Allerdings kommen die Verbesserungen nur schleppend bei Unternehmen an. Stattdessen hat das zurückgewonnene Vertrauen den Euro gegenüber anderen Währungen gestärkt, was nun vor allem Exporteuren in den Krisenländern zu schaffen macht.

Infolge einer sehr lockeren Geldpolitik in Japan und den USA wertete der Euro in den vergangenen Monaten massiv auf. Frankreichs Staatspräsident François Hollande hatte deshalb für eine aktive Wechselkurspolitik geworben. Die Forderung nach einem politisch gesteuerten Wechselkurs stößt vor allem in Deutschland auf Ablehnung.

Johannes Mayr von der BayernLB erwartet, dass im Zuge der Entspannung an den Finanzmärkten allmählich auch die Bedingungen für die Finanzierung von Unternehmen in den Krisenländern günstiger werden. Angesichts der Entspannung an den Finanzmärkten sehen einige Ökonomen die EZB bereits vor dem Rückzug aus der ultralockeren Geldpolitik. Die Berenberg Bank prognostiziert, dass die Euro-Wirtschaft rasch in Schwung kommen und die Zinsen noch vor Ende des Jahres 2013 wieder angehoben werden. Andere Volkswirte rechnen hingegen nach wie vor mit einer weiteren Zinssenkung.

Im Kampf gegen die Schuldenkrise hält die EZB noch immer ihre schärfste Waffe bereit: Das 2012 aufgelegte Programm zum notfalls unbegrenzten Kauf von Anleihen kriselnder Eurostaaten ist startklar, aber noch nicht aktiviert. Denn es setzt voraus, dass ein Land unter den europäischen Rettungsschirm schlüpft und somit Reformvorgaben einhalten muss. Als heißesten Kandidaten für das Programm sehen Ökonomen noch immer Spanien.

  • 07.02.2013, 15:59 Uhrholbeinpferdchen

    "Frankreichs Staatspräsident François Hollande hatte deshalb für eine aktive Wechselkurspolitik geworben. Die Forderung nach einem politisch gesteuerten Wechselkurs stößt vor allem in Deutschland auf Ablehnung"

    Den Wechselkurs politisch zu steuern ist immer noch weniger
    planwirtschaftlich, als Wechselkurse festzunageln, wie bei
    Einführung des Euro geschehen.
    Die politisch fixierten Wechselkurse der Euro untereinander versuchen die Bundesrepublick nun mit massiven Eingriffen in die Wirtschaften der Defizitländer und die EZB mit massiven Eingriffen in die Geld- und Anleihemärkte zu erhalten. Der deutsche Versuch, die
    planwirtschaftlich fixierten Wechselkurse in der Eurozone
    durch Deflation in den Defizitländern zu sichern, ist
    ökonomisch kontraproduktiv, da er dort die Grundlagen für späteres Wachstum nachhaltig zerstört. Der Versuch der EZB,
    mittels Gelddrucken die Defizitländer zu finanzieren
    geht auf Kosten Deutschlands, da der Euro inflationieren wird, ohne daß die Deutschen von dem gedruckten Geld etwas abbekommen.

  • 07.02.2013, 15:10 UhrGast

    Ich dachte gestern wären die Finanzmärkte wieder nervös geworden? Stand es nicht so, genau hier im Handelsblatt?

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