Geldpolitik

Der Kampf ums deutsche Gold

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Die Bundesbank wehrt sich

„Die Frage ist, ob ein Großteil der physischen Goldreserven nur noch aus bloßen Goldforderungen besteht. Ob also ein wesentlicher Teil verliehen wurde“, erklärte Gauweiler. Gerade in den heutigen Krisenzeiten dürfe es keinen Zweifel geben, dass die Bundesbank physisch über ihr Gold verfügen könne. Der Münsteraner Professor Jörg Baetge hatte in einem Gutachten für Gauweiler festgestellt, die Bundesbank verletze beim Gold die Grundsätze ordnungsgemäßer Inventur und Buchführung.

Auch die Forderungen, die der Bundesrechnungshof an den Haushaltsausschuss des Bundestages übermittelt hat, gehen in diese Richtung. Anstatt die Barren nur gelegentlich in Augenschein zu nehmen und ansonsten auf die Bestätigung der Lagerverwaltung zu vertrauen, müssten diese nach einem gesicherten Verfahren überprüft werden.

Die Bundesbank wird nicht müde auf die Zuverlässigkeit und Integrität der befreundeten Notenbanken zu verweisen. Es sei absolut unüblich solche Kontrollen durchzuführen. Zudem sei von dem Gold nichts mehr verliehen.

Die größten Goldnachfrager

  • Welche Region sind die größten Nachfrager?

    Zwischen 1980 und 2010 hat sich die weltweite Gold-Nachfrage von Europa und Nordamerika nach Ostasien und Indien verschoben. 1980 kam aus Nordamerika und Europa noch 68 Prozent der Nachfrage, 2010 waren es noch 27 Prozent. Die Ostasiaten und Inder steigerten sich dagegen von 14 auf 58 Prozent.

  • Was wird nachgefragt?

    Der Großteil der Nachfrage lag 1980 noch im Investmentbereich, Goldschmuck spielte damals eine geringere Rolle. Bis zum Jahr 2000 machten Investments einen immer geringeren Teil der Nachfrage aus, die Bedeutung von Schmuck dagegen stieg. Nach 2000 wandelte sich das Verhältnis wieder. Seitdem machen Investitionen knapp 40 Prozent der Gesamtnachfrage aus.

  • Wer kauft Goldschmuck?

    Die West-Ost-Verlagerung zwischen 1980 und 2010 zeigt sich besonders stark beim Goldschmuck. 1980 kamen lediglich 22 Prozent der Nachfrager aus Indien und Asien, 2010 waren es 66 Prozent.

  • Wer sind die Gold-Investoren?

    Zwischen 2000 und 2010 ist der Anteil der Europäer und Nordamerikaner unter den Investment-Nachfragern von unter zehn auf über 40 Prozent angestiegen.

  • Woher kommen die Technologie-Nachfrager?

    Die Goldnachfrage in der Technologie-Branche wird zunehmend von Ostasien getragen. Sie stieg zwischen 1970 und 2010 von 17 auf 67 Prozent.

In einer Reaktion der Bundesbank heißt es: „Das Eigentum an den Barren bleibt durch die Verwahrung bei den Partnernotenbanken unberührt und begründet ein insolvenzsicheres Recht. Darüber hinaus genießt die Bundesbank als Notenbank einen besonderen Immunitätsschutz und damit auch Schutz vor Vollstreckungsmaßnahmen. Eine Vermischung mit den Beständen Dritter ist ausgeschlossen.“

Dennoch gibt die Bundesbank nun ein stückweit nach. Man werde die Anregungen des Bundesrechnungshofs, soweit es möglich ist, aufgreifen, und zwar „ungeachtet der bestehenden Rechtsauffassung“. Man werde ab 2013 eine „nennenswerte Menge“ des Goldes nach Deutschland überführen, sagte ein Bundesbanksprecher. Hierzulande sollten die Barren eingeschmolzen werden, wodurch sich die Qualität des Goldes am besten überprüfen ließe. Dann würden neue Barren hergestellt, die den aktuellen marktgängigen Standards entsprächen. Die Rückführung werde nicht zu unterschätzende Kosten verursachen, außerdem müsse die Sicherheit des wertvollen Gutes gewährleistet werden. Genauere Angaben über die Menge oder die Kosten machte der Sprecher nicht. In Medienberichten ist davon die Rede, dass je 50 Tonnen in drei Jahren nach Deutschland transportiert werden sollen.

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Ob sich die Skeptiker damit zufrieden geben, darf bezweifelt werden. „Die Bundesbank kommt seit Jahren ihrer Informationspflicht nicht nach. Sie gibt nur ausweichende Antworten“, sagt Dimitri Speck, Goldexperte bei Staedel Hanseatic und Autor des Buches „Geheime Goldpolitik“. Die Notenbank müsse unter anderem erklären, wie viel Gold in der Vergangenheit verliehen war und wie viel genau an welchem Ort lagert.

Auch der Bundesrechnungshof bezeichnet die geplante Aktion der Bundesbank als „einen ersten Schritt, aber kein umfassendes Verfahren“. Vermutlich geht es den Kritikern gar nicht allein um die Kontrolle. Das Misstrauen geht viel tiefer.

Der Autor auf Twitter:

Mit Material von dapd, dpa und afp

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  • 15.01.2013, 14:27 UhrDJGrizzly

    Diese Rede soll ein Fälschung sein, erklärten mir einige Gutmenschen.
    Zu strafrechtlichen Konsequenzen .... soll man dann die Siegermächte vor Gericht bringen, die sich das Gold unter den Nagel rissen?
    Was mich zusätzlich nachdenklich stimmt, dass sämtliche Verträge zwischen den Alliierten und Deutschland von unseren Volksvertretern, die das Volk angeblich vertreten, dem Volk nicht zugänglich gemacht werden.
    Desweiteren beschäftigt mich, weshalb nach einer Bundestagswahl der/die BundeskanzlerIn zu einem "Antrittsbesuch" nach Washington muss. Was hat es damit auf sich?
    In unserer "freien Welt" scheint mehr der Schein als das Sein zu existieren.

  • 24.10.2012, 20:10 Uhrlos4you

    Wir haben auch 67 Jahre nach Kriegsende noch keine Verfassung, nur das Provisorium Grundgesetz.
    Barack Obama erklärte im Juni 2009 im Deutschen Ramstein: "Germany is an occupied country and it will stay that way..."
    Der ehemalige Chef des MAD, Gerd-Helmut Komossa, enthüllte in seinem Buch "Die deutsche Karte - Das verdeckte Spiel der geheimen Dienste" erstaunliches: "Der geheime Staatsvertrag von 21. Mai 1949 wurde vom Bundesnachrichtendienst unter ‹Strengste Vertraulichkeit› eingestuft. In ihm wurden die grundlegenden Vorbehalte der Sieger für die Souveränität der Bundesrepublik bis zum Jahre 2099 festgeschrieben, was heute wohl kaum jemandem bewusst sein dürfte. Danach wurde einmal der Medienvorbehalt der alliierten Mächte über deutsche Zeitungs- und Rundfunkmedien bis zum Jahr 2099 fixiert. Zum anderen wurde geregelt, dass jeder Bundeskanzler Deutschlands auf Anordnung der Alliierten vor Ablegung des Amtseides die sogenannte "Kanzlerakte" zu unterschreiben hatte. Darüber hinaus bleiben die Goldreserven der Bundesrepublik durch die Alliierten gepfändet." Egon Bahr bestätigte übrigens 2009 in einem Interview mit dem Wochenmagazin ZEIT die Existenz einer solchen geheimen Unterwerfungserklärung durch die Bundeskanzler.
    Wen wundert es da noch, dass das deutsche Gold (man beachte auch das Verhältnis, wie viel Gold wo lagert) ausgerechnet in den Tresoren der drei West-Siegermächte lagert? Kann ernsthaft damit gerechnet werden, dass es unsere Freunde zulassen, das wir das Gold nach Hause holen? Kein geringerer als Wolfgang Schäuble sagte am 18.11.2011 auf dem "European Banking Congress" in der alten Oper in Frankfurt: "Und wir in Deutschland sind seit dem 8. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen." Steht eigentlich ganz anders im 2 + 4 Vertrag. Die Rede ist übrigens auf YouTube in voller Länge verfügbar.
    Noch Fragen zum deutschen Gold?

  • 24.10.2012, 12:53 Uhrgeorge.orwell

    ...haben Sie sich schon einmal mit der Souveränität Deutschlands beschäftigt? ...

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