Geldpolitik

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Sitzungsprotokoll: US-Notenbank streitet über ihren Kurs

Das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed legt nahe, dass die lockere Geldpolitik in den USA bald ein Ende haben könnte. Durch Neubesetzungen im Rat hat die Zahl der Zweifler zugenommen.

Fed-Chef Ben Bernanke bei einer Pressekonferenz. Quelle: dapd
Fed-Chef Ben Bernanke bei einer Pressekonferenz. Quelle: dapd

Berlin/FrankfurtDie US-Notenbank Fed bekommt auf ihrer geldpolitischen Hochgeschwindigkeitsfahrt offenbar kalte Füße. Analysten und Anleger rätseln nach der Veröffentlichung des jüngsten Fed-Sitzungsprotokolls, ob es zu einer Stotterbremsung oder gar einem plötzlichen Stopp kommt.

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Die Notenbanker diskutieren demnach intensiv über ein vorzeitiges Ende des erst Ende 2012 beschlossenen jüngsten Anleihekaufprogramms (QE3). Obwohl die Zusammensetzung der stimmberechtigten Mitglieder im Fed-Rat zu Jahresbeginn geändert wurde und etliche Experten Zulauf für die Unterstützer der ultralockeren Linie von Notenbankchef Ben Bernanke erwartet hatten, überwiegen die Sorgen vor der Geldflut.

Ratings der größten Volkswirtschaften der Welt

  • USA

    S&P Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA

    Ausblick: Negativ

  • China

    S&P Rating: AA-
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    Moody's Rating: Aa3
    Ausblick: Positiv

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    Ausblick: Stabil

  • Japan

    S&P Rating: AA-
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Aa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Negativ

  • Deutschland

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Frankreich

    S&P Rating: AA
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    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

  • Vereinigtes Königreich

    S&P Rating: AAA
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    Fitch Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

  • Brasilien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Baa2
    Ausblick: Positiv

    Fitch Rating: BBB
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  • Italien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Baa2
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: BBB+
    Ausblick: Negativ

  • Russland

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Baa1
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

  • Indien

    S&P Rating: BBB-
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Baa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: BBB-
    Ausblick: Stabil

  • Kanada

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Australien

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Spanien

    S&P Rating: BBB-
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Baa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: BBB
    Ausblick: Negativ

  • Schweiz

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

Mehrere Mitglieder meinen, die Notenbank solle sich darauf vorbereiten, das Tempo der Anleihekäufe anzupassen. Das könnte ein Hinweis auf eine vorzeitige Beendigung des Programms sein. Bereits auf der Sitzung im Dezember hatte sich die Mehrheit der Mitglieder dafür ausgesprochen, die Käufe noch vor dem Jahresende zu stoppen oder zu reduzieren.

Damals war der geldpolitische Ausschuss jedoch noch in anderer personeller Konstellation angetreten. Im Rahmen der turnusmäßigen Neubesetzung ersetzte Esther George von der Kansas City Fed zu Jahresbeginn Richmond-Fed-Chef Jeffrey Lacker, der als erbitterter Gegner der lockeren Geldpolitik Bernankes gilt. Mit den Präsidenten der Fed von Chicago (Charles Evans) und Boston (Eric Rosengren) rückten zudem zwei ausgewiesene Unterstützer expansiver Geldpolitik in den Ausschuss.

Dabei hatte die einflussreiche Zentralbank erst im Januar damit begonnen, monatlich Staatstitel und Immobilienpapiere in Höhe von insgesamt 85 Milliarden Dollar aufzukaufen, bis der siechende Arbeitsmarkt aus dem Gröbsten heraus ist.

Die Tage der großen Geldschwemme in den USA könnten nun aber gezählt sein. Dahinter steckt die wachsende Sorge im Kreis der Notenbanker, dass die Nebenwirkungen der gigantischen Konjunkturspritzen zu stark werden könnten.

Europas Exporteure dürfen sich als Gewinner des Kurswechsels fühlen: Denn der Euro-Höhenflug, der ihnen das Leben schwermacht, wird dadurch gedämpft. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte es mit Wohlgefallen sehen, wenn die große Schwester jenseits des Atlantiks den Fuß vom Gas und damit den Druck von den Europäern nimmt, geldpolitisch nachzurüsten. Eine Zinssenkung sei ohnehin praktisch „vom Tisch“, heißt es hierzu aus geldpolitischen Kreisen der Euro-Zone. Doch der interne Zwist in der US-Notenbank droht Fed-Chef Ben Bernanke zum Verlierer zu machen, wenn Zweifel an der Glaubwürdigkeit der von ihm vorgegeben Linie aufkommen.

Denn erst Ende 2012 hatte Bernanke verkündet, dass die Fed mit den Ankäufen solange fortfahren will, bis sich die Lage am Arbeitsmarkt kräftig aufhellt. Wie aus den Protokollen der jüngsten Zinssitzung hervorgeht, erwägen nun aber mehrere Teilnehmer im Kreis der zwölf stimmberechtigten Mitglieder des Offenmarktausschusses einen früheren Ausstieg. Eine Bewertung der Wirksamkeit, Kosten und Risiken der Krisenmedizin könne zur Folge haben, dass sie „ausgeschlichen“ oder ganz abgesetzt werde.

  • 22.02.2013, 11:09 UhrSchaarschmidt

    Das nahe dem "DOW -ATH" auf US-Dollar Basis überlegt wird die FED-Stützungspolitik wieder zurück zu fahren ist normal.Schließlich haben sich die Notenbänker geschworen,weitere Finanzexese in der Zukunft zu vermeiden.Ich glaube aber,dass es dazu schon zu spät ist und ich glaube auch nicht,dass sich die "Vernünftigen " Banker gegen Bernanke durchsetzen werden.Die Fallhöhe im Dow wird diesmal eine ganz andere sein,vieleicht 20 000 oder 30 000 Punkte...wer weiß,wer weiß...?

  • 21.02.2013, 19:11 UhrSANTOS

    Durch diese bremse auf den übertriebenen
    US-Dollar-Gelddruck holt sich die USA seine Glaubwürdigkeit auf den Märkten zurück.

    Dadurch ist einen erneuten Vertrauen in US-Wertpapiere angesagt und könnte schon bald einen positiven steigenden Erfolg aufbringen.

    ARBEITSPLÄTZE IN DEM USA SIND DURCHAUS " OHNE DABEI EINEN ANGRIFF AUF EU-ARBEITSMARKT ZU PRAKTIZIEREN MÖGLICH ! "

    Dabei ist aber notwendig daß der US-STAAT sich kooperativ mit der Industrie zeigt.

    Sogar in Städte wie New York, CHICAGO und andere Ballungszentren sind Arbeitsplätze und dessen NEUBESCHAFFUNG NUR SACHE EINER STRENG DURCHGEZOGENE ORGANISATION...wozu man aber keine politische bremsen gebrauchen kann.

    USA ist als Land der unbegrenzte Möglichkeiten noch im Munde der Menschen Weltweit bekannt...jedoch diesen Ruf schon lange nicht mehr gerecht geworden...es wäre an der Zeit dem rest der welt die richtige Richtung endlich wieder einzuführen und zu zeigen.

    Einen Freihandelsabkommen mit der EU und den USA rate ich eindringlich ab.

    Vor 2020 kann man sich nicht auf einen solchen abkommen absprechen oder eingehen da dieses zum absoluten Nachteil für die EU wäre.



  • 21.02.2013, 18:44 Uhrmatze

    @ wie würden Sie den das weltfinanzsystem neu strukturieren?
    sichere handelswege usw. nicht nur für de fast 70 a lang!

    ne jute ordnung fürs miteinander, möglichst frei - für chreative schaffenshären für de mensch? wie? da fällt mir scho so einiges praktisches ein!

    also meine frage wie?

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