Umfrage: Ökonomen erwarten Ruhe an der EZB-Zinsfront

Umfrage
Ökonomen erwarten Ruhe an der EZB-Zinsfront

Trotz einer stagnierenden Eurozone gehen befragte Volkswirte im Durchschnitt davon aus, dass sich der EZB-Leitzins bis Mitte 2014 nicht verändern wird. Besserung sehen die Experten für Wirtschaft in den USA und China.
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LondonTrotz der Rezession im Euroraum wird die EZB nach Ansicht von Ökonomen dieses Jahr die Zinsen nicht senken. In der am Mittwoch von Reuters veröffentlichten Umfrage unter 73 Volkswirten erwarten die Experten im Mittel, dass der historisch niedrige Leitzins von 0,75 Prozent bis Mitte 2014 nicht angetastet wird. "Die Realwirtschaft wird sich vor dem Hintergrund der günstigeren Bedingungen an den Finanzmärkten erholen. Daher ist ein Stillhalten der EZB in diesem Jahr zu erwarten", erläutert Ökonom Greg Fuzesi von JP Morgan.

In der Umfrage erwarten die Fachleute, dass die Eurozone zu Jahresbeginn stagniert und im zweiten Quartal leicht um 0,1 Prozent wachsen wird. Für das Gesamtjahr sagen die Volkswirte eine milde Rezession voraus. Die Wirtschaftsleistung soll demnach um 0,1 Prozent schrumpfen. 2014 soll die Wirtschaft dann wieder anspringen und um 1,0 Prozent wachsen. In den USA stehen die Zeichen nach Ansicht der Fachleute bereits in diesem Jahr auf Aufschwung. Die Wirtschaftsleistung soll 2013 um 2,0 Prozent anziehen. Die trübe Lage am Arbeitsmarkt wird sich jedoch nur schleppend aufhellen: Dieses Jahr wird eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 7,7 Prozent veranschlagt, 2014 soll sie auf 7,2 Prozent zurückgehen. Somit wird die US-Notenbank Fed wohl auch nächstes Jahr die Wirtschaft mit Staatsanleihenkäufen im Volumen von monatlich 85 Milliarden Dollar stimulieren, da die Notenbank erst beim Erreichen einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent ihr Bondprogramm einstellen will.

Auch in China soll die Wirtschaft wieder besser in Schwung kommen. Die von Reuters befragten Ökonomen rechnen damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dieses Jahr um 8,1 Prozent zulegen wird. Doch die voraussichtlich anziehende Inflation wird die Zentralbank in Peking nach Ansicht der Experten zu einer Straffung ihrer Geldpolitik zwingen, sodass das Wachstum 2014 nicht mehr weiter anziehen und bei 8,1 Prozent verharren wird.

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