US-Geldpolitik: Fed erwägt Ende der Anleihekäufe schon 2013

US-Geldpolitik
Fed erwägt Ende der Anleihekäufe schon 2013

In der Führung der US-Notenbank Fed macht sich Unwohlsein breit über die Konsequenzen des Gelddruckens. Überraschend debattierten die US-Währungshüter, Anleihekäufe schon dieses Jahr zu beenden.
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New YorkVöllig überraschend für die Märkte haben die US-Währungshüter mit einer Debatte über ein Ende der Anleihekäufe begonnen. Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Sitzungsprotokoll der Beratungen von Anfang Dezember 2012 hervorgeht, wächst die Zahl derjenigen, die diese spätestens Ende 2013 einstellen wollen.

"Einige Mitglieder legten dar, dass weitere Ankäufe wohl noch bis Ende 2013 angebracht seien, während andere zumindest eine Anpassung der Geldpolitik forderten. Einige wenige erklärten, es sei angebracht, die Ankäufe deutlich vor Ende 2013 einzustellen", heißt es in dem Protokoll.

In der gedrechselten Sprache der Notenbanker heißt dies wohl so viel wie: Eine Vielzahl, vielleicht sogar die Mehrheit der Mitglieder des entscheidenden Gremium FOMC halten ein Ende der Ankäufe innerhalb dieses Jahres für nötig.

Grund für die Überlegungen sind offenbar mögliche Nebenwirkungen des Programms wie eine höhere Inflation oder Blasen am Kapitalmarkt. "Das Sitzungsprotokoll enthüllt ein etwas überraschendes Maß an Sorgen unter den Zentralbankern wegen der langfristigen Auswirkungen des Bondankaufprogramms oder der geldpolitischen Lockerung", sagte Analyst Omer Esiner von Commonwealth Foreign Exchange.

Die Fed hatte 2008 auf die Krise reagiert, in dem sie die Zinsen auf faktisch null Prozent senkte. Als dies nicht ausreichte, um die Konjunktur zu stabilisieren, begann sie sukzessive Anleihen im Gesamtvolumen von über zwei Billionen Dollar anzukaufen, um die Realmarktzinsen weiter zu senken und so die Wirtschaft anzukurbeln. Dadurch wuchs die Bilanz der Fed auf knapp drei Billionen Dollar an. Bislang war unklar, wann und in welcher Form ein Ausstieg aus dieser Politik stattfinden wird.

Im Dezember hatte die Fed beschlossen, Anleihekäufe zu verlängern. Gleichzeitig versprach sie, die Zinsen erst wieder anzuheben, wenn die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent gefallen ist. Volkswirte erwarten, dass dies frühestens Mitte 2015, vielleicht auch erst Anfang 2016 der Fall sein wird. Derzeit verharrt die US-Arbeitslosenquote bei 7,7 Prozent.

Nach den nun bekanntgewordenen Gedankenspielen der Fed sehen Volkswirte folgendes Ausstiegszenario: Die Fed könnte die Anleiheankäufe bereits in diesem Jahr einstellen. Eine Anhebung der Zinsen wird dann Mitte 2015 oder Anfang 2016 als wahrscheinlich angesehen.

Erst danach dürften die US-Währungshüter über den Verkauf von Anleihen aus ihrem Bestand nachdenken. "Die Bilanzsumme der Fed wird lange groß bleiben", schrieb Harm Bandholz, Chefvolkswirt von Unicredit in einem Kommentar zum Protokoll.

Die Märkte reagierten am Mittwoch überrascht auf die Veröffentlichung des Protokolls. So gaben die Kurse an der Wall Street leicht nach, die am Tag zuvor noch die Einigung über die Fiskalklippe in Washington mit deutlichen Gewinnen gefeiert hatte. Der Dollar gewann gegenüber dem Euro mehr als einen halben Cent an Wert.

 

Kommentare zu " US-Geldpolitik: Fed erwägt Ende der Anleihekäufe schon 2013"

Alle Kommentare
  • Das sind nur Nebelkerzen der Bad Bank FED die geworfen werden, um die Finanzmärkte ein bisschen abzukühlen.

    Aussteigen können die nie aus den Ankaufprogrammen bzw. ggf. die Bestände verkaufen, dann wären die USA in einem Jahr pleite.

  • So wie manche als neujahrsvorsatz das rauchen aufgeben wollen... Klappt dann doch nicht;)

  • Einfach nur dummes blah-blah. Die FED wird weiter Anleihen kaufen genau wie die BoJ, BoE und die EZB (indirekt ist aber im Endeffekt das Gleiche).
    Wenn die Zentral Banken keine Anleihen mehr kaufen ist das Spiel aus, Resetknopf und es geht von vorne los.
    Wenn die weiterhin jeden Ramsch kaufen (PIIGS-Anleihen lassen gruessen) haelt sich das System vielleicht noch einige Jahre ansonsten ist Zapfenstreich.

  • Die FED wird ein Teufel tun. Den dann explodiert die Bombe sofort. Will heissen; Staatspleite Americas, Wirtschaftskollaps etc. Also wird sie weiter und immer mehr drucken und in nicht so ferner Zeit sind die Dollar nicht mal mehr das Papier wert auf denen sie geschrieben sind.

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