George Soros „Nehmt Euro-Bonds oder tretet aus“

In einer Rede in Frankfurt appelliert Star-Investor Soros an Kanzlerin Merkel. Nur Deutschland könne den Euro retten. Dafür müsse es sich zwischen zwei Alternativen entscheiden – und dürfe nicht weitermachen wie bisher.
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Soros fordert Eurobonds

FrankfurtBevor Hedgefonds-Legende George Soros seine Rede beginnt, haben die Organisatoren Musik aufgelegt. Sie ist harmonisch und langsam, so als ob sie die Gemüter beruhigen sollte. Das ist keine schlechte Idee, wie sich später herausstellt. Denn das, was Soros vor 1200 Zuhörern im vollbesetzten Hörsaal der Frankfurter Goethe-Uni vorträgt, kommt in Deutschland garantiert nicht gut an.

Dennoch hat er den Ort mit Bedacht gewählt. Deutschland sei auf dem Fahrersitz, ob es wolle oder nicht. Es sei das einzige Land, das die Euro-Krise lösen könne, sagt er. Es müsse sich nur endlich entscheiden, was es wolle. Soros sieht nur zwei Alternativen: „Entweder Deutschland akzeptiert Euro-Bonds oder es tritt aus dem Euro aus.“

Er persönlich präferiere die erste Variante, sagt Soros. Wichtig sei aber vor allem, dass sich Deutschland endlich entscheide. Es könne einfach nicht so weitermachen, wie bisher. Es mache gerade so viele Zugeständnisse, wie zum Überleben des Euro nötig seien. Diese Strategie werde die EU zerstören. „Das könnte schon im nächsten Jahr passieren. Wenn nicht, dann vielleicht in zwanzig Jahren.“

Der Star-Investor hat sich schon häufig sehr pessimistisch über die Zukunft des Euro geäußert. Auf dem Höhepunkt der Euro-Krise im Sommer 2012 gab er der Gemeinschaftswährung nur noch drei Monate zum Überleben. Schon damals sagte er: Nur Deutschland kann den Euro retten. Wenig später stellte sich Kanzlerin Merkel gegen Bundesbank-Chef Weidmann und gab EZB-Chef Draghi Rückendeckung für den möglichen Kauf von Anleihen der Krisenländer.

In seiner Rede in Frankfurt geht Soros noch weiter als zuvor. Er setzt bei dem aus seiner Sicht größten Konstruktionsfehler des Euro an. Dieser bestehe darin, dass die Währungsunion das Risiko von Staatspleiten zugelassen habe. Andere Industrieländer mit einer eigenen Zentralbank wie Japan oder die USA hätten dieses Problem nicht. Bei ihnen könne die Zentralbank im Notfall immer frisches Geld drucken, um die Staatsschulden abzuzahlen. Die Euro-Länder hätten hingegen mit der Währungsunion ihre eigenständigen Zentralbanken aufgegeben. Daher gebe es für sie diese Möglichkeit nicht mehr. „Der Euro hat die Peripherieländer zu Dritte-Welt-Ländern gemacht.“

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„Eine Eurozone ohne Deutschland hätte weniger Probleme“
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139 Kommentare zu "George Soros: „Nehmt Euro-Bonds oder tretet aus“ "

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  • Die Eurobonds nach Soros wären stark spekulativ, was bedeuten würde, dass jeder mit einem HedgeFonds Kapital dürfte/könnte so viel Kapital für die Eurobonds ausgeben oder einsetzen, dass er/sie privat oder als Fonds eine gewisse Mehrheit aufsammeln könnte, dies gleich dem System
    Aktionariat einer Firma, danach spekuliert man auf die Rating eines EU Landes und kann das Land praktisch aufkaufen, des Landes Firmen versenken, Regierung beeinflussen und eventuell auf diese Weise das Land aus dem Euro zwingen. Ich glaube nicht, dass diese Idee gut ist. Gut wäre, wenn einige Südländer aus der Eurozone definitiv kontrolliert aussteigen könnten begleitet durch die Hilfe der EZB. Sauber, kontrolliert. Bleiben aber im Verbund EU.

  • !!Gegen das Vergessen!!. Schon damals hat die BRD "geholfen". Zur Finanzierung wurde die Mineralölsteuer erhöht!

    Die Pfundkrise im September 1992 war eine Spekulation gegen das Britische Pfund, die das Europäische Währungssystem (EWS) beinahe zum Einsturz brachte.
    George Soros und andere Investoren waren der Meinung, dass das britische Pfund überbewertet sei und dass Großbritannien entweder das Pfund abwerten oder das EWS verlassen würde. Soros und andere setzten daher große Geldsummen zur Schwächung des Pfunds ein. Zuerst versuchte die britische Notenbank noch, durch Stützungskäufe ihre Währung zu stabilisieren. Als das aber wenig Wirkung zeigte, gab sie am 16. September 1992 eine Zinserhöhung von zuerst 10 % auf 12 % bekannt, um die Attraktivität des Pfundes zu steigern und Investoren anzuziehen. Nur wenige Stunden später stellte die Notenbank eine Erhöhung des Zinssatzes auf 15 % in Aussicht. Die Spekulanten ignorierten aber diese Aussage und setzten weiterhin hohe Summen gegen das britische Pfund, so dass gegen 19 Uhr Ortszeit der Schatzkanzler (Chancellor of the Exchequer), Norman Lamont, bekannt gab, dass Großbritannien das EWS verlassen wird und die Zinsen wieder auf das alte Niveau von 10 % gesenkt werden. In der Folge fiel das britische Pfund in den nächsten fünf Wochen um fast 15 % gegenüber der deutschen Mark und um 25 % gegenüber dem US-Dollar.
    Diese Spekulation brachte Soros einen Milliardengewinn und den Beinamen „The man who broke the Bank of England“ ein.

  • Diese Kommentare sagen nur eins . Diese Zeitung und ihre Leser haben ein Problem . Es sind Bittsteller .Supplicant

  • Ich mach da auch sofort mit, aber sag nie wieder PDS wenn Du PMS meinst. Na ja, der Druckfehlerteufel...
    PMS, die 'Partei der Mündigen Steuerzahler' ist wirklich überfällig !

  • PMS scheint mir der richtige Ansatz zu sein. Endlich mal eine Gruppierung, die nicht nur jammert, sondern den dringenden Reformbedarf bei unseren verkrusteten und viel zu teuren staatlichen Strukturen anpackt.

    Es ist ja schon ein Skandal, dass sich so viele Leistungsverweigerer nicht dem Wettbewerb in der freien Wirtschaft stellen und sich in bequemen Scheinjobs beim Staat mit den Steuergeldern der Leistungsträger in der Wirtschaft durchfüttern lassen. Klar, dass die sich seit Jahrzehnten lieber in den Amtsstuben der Behörden, als verbeamtete Lehrer statt in leistungsorientierten Privatschulen oder als staatliche Arbeitsvermittler, deren Arbeit längst zu 90% von privaten Jobvermittlern gemacht wird, rumdrücken. Oder überflüssige Finanzbeamte, die statt die Steuergesetze zu entrümpeln sich in Alibiverwaltung ergehen.

    Aber jetzt ist bald Schluss damit, die Besoldungen werden ganz einfach um 40% reduziert werden. Dann können die ja selbst entscheiden, ob sie sich endlich mal um echte Arbeit am freien Arbeitsmarkt bewerben wollen.

    Das Programm der PDS trifft genau den Reformbedarf bei den zum grossen Teil überflüssigen staatlichen Jobs. Hier gibt es einen enormen Privatisierungsbedarf, der freiwillig von den Reformblockern beim Staat nie umgesetzt würde.

    Und was diese Staatsbediensteten zum Teil für einen Unsinn anrichten, sehen wir gerade bei der Vorbereitung des NSU- Prozesses in München:

    Soviel Ignoranz und Unbeweglichkeit in der Frage der Beteiligung von Pressemitgliedern des involvierten Landes (Türkei) kann nur ein überversorgter, träger und unwilliger Staatsbediensteter an den Tag legen, der nie um seinen Job fürchten muss.

    In der freien Wirtschaft würde jemandem, der den Interessen einer Firma so offensichtlich schadet, sofort gekündigt. Aber Beamte sind nun mal unkündbar, egal wie sehr sie dem Staat schaden und welchen Unsinn sie fabrizieren.

    Gut dass sich demnächst die PMS um solche Auswüchse kümmert. Die Zeit ist reif für diese Reformpartei PMS.

  • ok gerne: Wir treten aus!

  • Ja, der Mann hat Recht. Der "Euro" hätte ohne Deutschland weniger Probleme, entweder Euro-Bonds akzeptieren oder austreten. Kann man dem Mann einen Termin bei Angela Merkel vermitteln? Oder wäre das nicht ein guter Spitzenkandidat für die "Alternative für Deutschland"?
    Wir sollten unseren europäischen Freunden einen letzten Dienst erweisen und schleunigst austreten. Damit unsere Wertschöpfung endlich im Land verbleibt und es unseren Bürgern mal wieder besser geht. Denn im Durchschnittsvermögen sind wir - so die öffentlich-rechtlichen gestern - nur unteres Drittel statistisch, oben stehen Zypern, Griechenland, Spanien - all die Länder, die wir angeblich ständig retten müssen. Haben ja auch dort fast alle eigene Häuser oder Eigentumswohnungen. Müssen die jetzt halt irgendwie auch selber bezahlen da unten, denke ich. Und Soros. Und viele Deutsche, die hoffentlich im September alle "AfD" wählen. Wie ich!

  • Soros fordert stets, was seinem eigenen Geldbeutel nützt. Ansonsten ein Typ, den unsere tatsächlichen Politischen Probleme überhaupt nicht interessieren.

    Demnächst wird eine neue Partei in der politischen Landschaft erscheinen und hier für Ordnung und Steuergerechtigkeit sorgen: Die in Gründung befindliche PMS, 'Partei der Mündigen Steuerzahler'.

    Sie wird mit den besten Juristen des Landes Ende 2013 via Klage vor dem BVG gegen die Kalte Progression und die Verweigerung der überfälligen Strukturreformen bei allen Staatsbediensteten - analog der ständigen Restrukturierung überflüssiger Planstellen in der freien Wirtschaft - bei allen aufgeblähten staatlichen Verwaltungen vorgehen.

    Die Personalkosten des Politik- und Beamtenapparates der BRD sind auf gigantische 160 Mia EURO jährlich angewachsen. Diese müssen nunmehr auf ein im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung verträgliches Maß von ca. 100 Mia, also um etwa 40% reduziert werden. Die eingesparten 60 Mia EURO werden in Verantwortung für die wirtschaftliche Zukunft der BRD in den staatlichen Schuldenabbau investiert.

    Ähnlich wie seinerzeit nach Gründung der "Grünen", die ökologische Reformen erzwungen haben, wird die PMS den Finger in die Wunde der überfälligen staatlichen Strukturreformen mit dem Ziel der Verschlankung und Wettbewerbsorientierung legen, wobei das Thema hier ziemlich klar aus Sicht der Steuerzahler und Leistungsträger in der freien Wirtschaft umrissen ist.

    Die CDU/CSU/FDP/SPD/Linke und Grünen haben über Jahrzehnte auf diesem Gebiet der Strukturreformen kläglich versagt.

    Übrigens haben wir in der PMS während der letzten 3 Wochen mehr als 5000 neue Mitglieder und potenzielle Wähler bekommen....es ist ein Selbstläufer !

  • "Deutschland ist sich seiner historischen Verantwortung für EUROPA bewußt und steht zu seiner historischen Verantwortung und übernimmt bedingungslos die gesamten gegenwärtigen und zukünftigen Schulden der EURO-Zone"
    .... leider alternativlos ....

    Das ist und war immer das Ziel der EUROeinführung insbesondere von Frankreich und Italien und auch Großbritaniens: Deutschland zahlt alles (alleine).
    Mit der Einführung des EUROS ist es gelungen.

    aber wie hies doch das Versprechen an die deutschen Bürger vor rund 15 Jahren:
    kein Land zahlt bzw. haftet für die Schulden eines anderen EURO-Landes...
    Die aktuell im Bundestag vertretenen Parteien haben ihre gesammte Glaubwürdikeit verspielt. Kasperltheater.
    Sie handeln auf dem Niveau der DDR Regierung
    ... niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen...
    ... es muss demokratisch ausschauen....
    usw.

  • Soros hat recht eine EU mit einem gemeinsamen Euro wird nicht funktionieren deshalb lasst uns austreten, denn Eurobonds werden uns alle in den finanziellen Ruin führen.

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