Geringer Stellenzuwachs
US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen

In den USA sind im September so wenige neue Stellen geschaffen worden wie seit einem Jahr nicht mehr. Besonders schwach war die Entwicklung in drei Branchen. Wenige Wochen vor den Kongresswahlen zeigte sich US-Präsident George W. Bush dennoch zufrieden über die wirtschaftliche Entwicklung im Land.

HB WASHINGTON. Wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte, legte die Zahl der Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft im vergangenen Monat um 51 000 zu und lag damit klar unter den Erwartungen der Experten. Dagegen wurde die Zahl für August auf plus 188 000 deutlich von plus 128 000 nach oben revidiert. „Ich bin erfreut über den wirtschaftlichen Fortschritt, den wir machen“, sagte Bush dazu. Dabei verwies der Präsident neben einer niedrigeren Arbeitslosenquote auch auf steigende Löhne und sinkende Energiepreise.

Analysten sagten, alles in allem stelle sich der Arbeitsmarkt im Wahljahr in einer guten Verfassung dar. Der Euro legte unmittelbar nach den Daten zu, fiel dann aber deutlich zurück. An der Wall Street führte der Arbeitsmarktbericht zu Verlusten, da er die Sorgen unter Anlegern über ein Abflauen der US-Konjunktur verstärkte.

Der Stellenzuwachs im September war der geringste seit Oktober 2005, als der Arbeitsmarkt durch die Folgen der Hurrikane an der US-Golfküste belastet wurde. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit 125 000 neuen Stellen im September gerechnet. Besonders schwach war die Entwicklung in der Baubranche, dem Verarbeitenden Gewerbe und im Einzelhandel. Die auf einer anderen Erhebung basierende Arbeitslosenquote sank im September auf 4,6 Prozent nach 4,7 Prozent im August.

„Zwar sah die erste Zahl für das Stellenwachstum im September schwach aus“, sagte der Chefvolkswirt von A.G. Edwards and Sons in St Louis, Gary Thayer. „Aber die Revision der Zahlen für die beiden vorangegangenen Monate deutet an, dass die Job-Situation weiter gut ist.“ Die Stundenlöhne stiegen zum Vormonat um 0,2 Prozent und blieben damit unter der Analystenerwartung von 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich stiegen die Stundenlöhne im September und August um jeweils vier Prozent.

Der Euro reagierte mit großen Schwankungen auf die Zahlen. Unmittelbar nach Veröffentlichung der Daten kletterte die europäische Währung um rund einen halben Cent auf über 1,27 Dollar und fiel dann wieder zurück auf 1,2593 Dollar. „Unter dem Strich stützen sie nicht die Erwartung einer baldigen US-Zinssenkung“, sagte Analyst Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt über die Zahlen.

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