Geringes Wachstum im Euro-Raum erwartet: Ökonomen zweifeln an EZB-Optimismus

Geringes Wachstum im Euro-Raum erwartet
Ökonomen zweifeln an EZB-Optimismus

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Ansicht von führenden Volkswirten am Donnerstag, wenn sie ihre neuen Prognosen für den Euro-Raum vorstellt, erneut eine Enttäuschung ihrer Aufschwungshoffnungen eingestehen.

HB FRANKFURT/M. Die leitenden Volkswirte von neun großen internationalen Banken sind Mitglieder des EZB-Schattenrats, eines 18-köpfigen Expertengremiums, dem neben Experten aus der Finanzszene Ökonomen aus Hochschulen und Forschungsinstituten angehören. Ihre Prognosen bilden die Grundlage für die geldpolitische Diskussion in dem Gremium.

In ihren Dezemberprognosen hatte die EZB für 2005 ein Wachstum von 1,9 Prozent vorausgesagt. Drei Monate vorher waren es sogar noch 2,3 Prozent gewesen. Dagegen erwarten die Bankvolkswirte im laufenden Jahr nur ein Wirtschaftswachstum im Euro-Raum von 1,6 Prozent. Seit Sommer vergangenen Jahres liegen die Durchschnittsprognosen des Schattenrats jeweils deutlich unterhalb der EZB-Prognosen. „Die EZB wird ihre optimistischen Prognosen nach unten revidieren müssen“, sagte David Walton von Goldman Sachs. Er ist eines von drei Schattenratsmitgliedern, die wegen der aus ihrer Sicht hohen Gefahr einer neuerlichen Konjunkturabschwächung für eine umgehende Leitzinssenkung eintreten.

Auch die Inflationsrate wird nach Einschätzung der Schattenräte niedriger liegen als von der EZB im Dezember angenommen. Sie rechnen mit einer Teuerungsrate von 1,8 Prozent in diesem Jahr, während die EZB zuletzt 2,0 Prozent prognostiziert hatte. Dennoch herrscht im Schattenrat die Ansicht vor, dass die EZB mittelfristig die Geldpolitik straffen und den als sehr niedrig eingeschätzten Leitzins normalisieren sollte. Grund ist vor allem das starke Geldmengen- und Kreditwachstum, das nach Ansicht mehrerer Experten die Preise von Wertpapieren und Immobilien übermäßig nach oben treibt und so die Stabilität des Finanzsystems gefährdet.

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