Geschäft der Dienstleister deutlich schlechter
ISM-Index bricht ein

Die Geschäfte der US-Dienstleister haben im Januar überraschend an Fahrt verloren. Der ISM-Index sank überraschend stark ab. Auch bei den Dienstleistern in Deutschland ist die Stimmung gedämpft. Enstprechend fiel die Reaktion an den Börsen aus.

doh/HB NEW YORK. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) sank auf 44,6 von 54,4 Zählern im Dezember, wie das Institut mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang auf 53,0 Punkte gerechnet.

Damit fiel der Index deutlich unter die Marke von 50 Zählern, ab der er eine expandierende Geschäftstätigkeit des Sektors signalisiert. Die Dienstleister machen 80 Prozent der US-Wirtschaft aus.

Der Dax weitete seine Verluste aus. Der Leitindex rutschte nach der Veröffentlichung 2,6 Prozent ins Minus bei 6819 Punkten. „Das ist der Tropfen, der das Prognosefass zum Überlaufen bringt“, urteilte Gabriele Widmann, US-Expertin der Dekabank.

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Auch bei den Dienstleistern in Deutschland ist die Stimmung gedämpft. Erstmals seit viereinhalb Jahren haben sie im Januar Geschäftseinbußen hinnehmen müssen, wie aus dem Einkaufsmanagerindex des britischen Forschungsinstutes und der Royal Bank of Scotland (RBS) hervorgeht. Auch in der gesamten Euro-Zone liefen die Geschäfte der Dienstleister so schlecht wie zuletzt Mitte 2003.

„Das schlechte Abschneiden der Dienstleister im Vergleich zur produzierenden Industrie machte die Binnennachfrage in der Euro-Zone als klare Schwachstelle aus“, kommentierte Jacques Cailloux, Euro-Chegvolkswirt der RBS. Dieser Trend könnte sich nach Ansicht des Ökonomen sogar noch verstärken: Zukunftsgerichtete Indikatoren wie beispielsweise die Rückgänge bei Neugeschäft und den Auftragsbeständen deuteten auf eine weitere Wachstumsabschwächung hin.

Die Industrie in der Euro-Zone war trotz der turbulenten Finanzmarktentwicklung überraschend gut ins neue Jahr gestartet, hatten NTC und RBS Ende vergangener Woche gemeldet. Insbesondere in der deutschen Industrie hatte sich das Wachstumstempo der Branche deutlich beschleunigt. Auch in den USA war der Index gestiegen.

Das Barometer des Servicesektors dagegen sank im Währungsraum im Januar auf 50,6 Zähler von 53,1 Punkten im Vormonat. In Deutschland rutschte der Index sogar unter die bedeutende 50-Punkte-Marke, ab der ein Wachstum der Branche signalisiert wird: Er sank um zwei Zähler auf 49,2 Punkte, teilte NTC basierend auf seiner monatlichen Umfrage unter 450 Unternehmen gestern mit. Damit fiel der Index erstmals seit Juli 2003 unter die Marke von 50 Punkten. Als Grund dafür nannten die Forscher zunehmende Konjunktursorgen aufgrund der Finanzkrise. Kunden hätten deshalb ihre Ausgaben eingeschränkt.

Noch nie seit Beginn der Umfrage vor zehn Jahren waren die Ansichten der Befragten in den vier wirtschaftlich bedeutendsten Euro-Ländern so weit auseinander gedriftetet wie diesen Januar, hieß es. Neben Deutschland zeigten auch Spanien und Italien Schwäche: Der erste Geschäftsrückgang in Spanien seit April 2003 fiel so stark aus wie noch nie seit Beginn der Datenerhebung vor achteinhalb Jahren. In Italien war der zweite Rückgang in Folge so stark wie zuletzt vor 32 Monaten. Lediglich Frankreich verzeichnete anhaltend kräftiges Wachstum.

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