Geschäftklima
Ifo-Index fällt weniger als erwartet

Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich im August weniger stark eingetrübt, als es Experten vorausgesagt haben: Der Ifo-Index als wichtigstes deutsches Konjunkturbarometer ging lediglich auf 105,0 Punkte zurück, nachdem er im Juli bei 105,6 Punkten gelegen hatte. Allerdings: Die Erwartungen der Wirtschaft trüben sich ein.

HB MÜNCHEN. Wie das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung am Donnerstag mitteilte, bleibt der Index damit auf einem historisch sehr hohen Niveau. Von Nachrichtenagenturen befragte Bankökonomen hatten einen Rückgang des Index auf 104,8 Punkte erwartet. Im Juni hatte das Geschäftsklima mit 106,8 Punkten den höchsten Stand seit Februar 1991 erreicht. Für den Ifo-Index werden monatlich 7 000 Unternehmen befragt.

Der August-Index zur Beurteilung der aktuellen Lage blieb mit 108,6 Punkten unverändert zum Vormonat. Die Erwartungskomponente verschlechterte sich hingegen auf 101,5 Zähler, nachdem sie im Juli 102,6 betragen hatte. Damit zeichnet sich beim Ifo-Index derselbe Trend ab wie beim ZEW-Index, der einen größeren Vorlauf besitzt: Die mittelfristigen Konjunktur Erwartungen von Unternehmern und Finanzmarktexperten für Deutschland trüben sich ein.

Die Finanzmärkte reagierten erleichtert auf den Ifo-Index. „Der im Rahmen der Erwartungen ausgefallene Ifo-Index gibt etwas Entspannung nach dem überraschend schlechten ZEW-Index“, sagte Händler Holger Pfeiffer von Sal. Oppenheim. Der Dax drehte nach Veröffentlichung der Daten kurzzeitig ins Plus, nachdem er vor Bekanntgabe der Zahlen noch 0,4 Prozent im Minus gelegen hatte. Der Euro legte zu und stieg um rund einen halben US-Cent auf 1,2810 Dollar. Der Bund-Future dagegen drehte ins Minus.

„Die deutsche Wirtschaft ist weiter in einer guten konjunkturellen Verfassung“, sagte Ifo-Volkswirt Gernot Nerb dem Sender „Bloomberg TV“. Dirk Schumacher von der Investmentbank Goldman Sachs sagte: „Viele glaubten schon, die guten Zeiten seien vorbei.“ Der August-Ifo zeige aber, dass die Wirtschaft auch im dritten Quartal sehr solide wachsen werde. Dass die Erwartungen zurück gingen, sei nicht überraschend, da die Firmen auch auf die Mehrwertsteuererhöhung 2007 blickten. Es sei erstaunlich, wie hoch das Niveau bei den Erwartungen noch sei.

Die Exporterwartungen der Unternehmen gaben dem Ifo zufolge etwas nach. Im verarbeitenden Gewerbe sank der Index kaum merklich. Im Bauhauptgewerbe und im Großhandel verschlechterte sich das Klima, im Einzelhandel stieg es dagegen leicht an.

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