Geschäftsklima
Ifo-Index klettert auf Fünf-Jahreshoch

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober überraschend deutlich aufgehellt: Der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung ist im Oktober auf der höchsten Stand seit genau fünf Jahren geklettert.

HB MÜNCHEN. Wie das Institut am Dienstag mitteilte, sprang der Index im Oktober auf 98,7 von 96 Zählern im September. „Die konjunkturelle Erholung scheint sich damit zu festigen“, erklärte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Dabei bewerteten die rund 7000 befragten Firmen sowohl ihre aktuellen Geschäfte als auch ihre Aussichten weit besser als noch im Vormonat: Der Lage-Index legte auf 98,9 von revidiert 96,5 Punkten zu, der Erwartungsindex kletterte auf 98,5 von 95,5 Zählern.

In der Industrie verbesserte sich dem Ifo-Institut zufolge sowohl die aktuelle Lage als auch die Zukunftseinschätzung. „Nochmals spürbar besser bewerteten die Industrieunternehmen ihre Exportchancen“, erklärte das Institut. Auch in den anderen Bereichen - Einzel- und Großhandel sowie Bauwirtschaft bewerteten die Unternehmen sowohl ihre aktuellen Geschäfte als auch ihre Zukunft positiver.

Was genau ist der Ifo-Index und wie wird der berechnet? Lesen Sie es im neuen Handelsblatt-Wirtschaftswiki nach - und wenn Ihnen die Erklärung nicht ausreicht, ergänzen und verbessern Sie sie:
» Ifo-Geschäftsklimaindex im Wirtschaftswiki.

Ifo-Volkswirt Klaus Abberger betonte, dass die Wirtschaft nicht mehr nur allein am Tropf des Exports hänge. „Im Inland kommen die Ausrüstungsinvestitionen langsam in Bewegung“, sagte Abberger. Zum kräftigen Anstieg des Ifo-Geschäftsklima habe auch die Beruhigung bei Ölpreis und Euro-Kurs beigetragen. Das teure Öl werde die Konjunktur noch länger belasten wird. „Was den Konsum angeht, kann das noch ins nächste Jahr hineingehen.“ Dennoch scheine sich die moderate Aufwärtsbewegung der Konjunktur zu kräftigen.

Analysten sprachen angesichts des völlig unerwarteten Werts von einem Beleg der Konjunkturerholung. „Aber wir müssen noch abwarten, ob dies nachhaltig ist und in einen Aufschwung mündet“, mahnte Jörg Lüschow von der WestLB. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem minimalen Anstieg des Gesamtindex gerechnet und dabei auf eine etwas günstigere Zukunftseinschätzung der Betriebe gesetzt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%