Geschäftsklima steigt Japans Exporte schwächeln

Japans Exporteure erleben ein Wechselbad der Gefühle: Nach einem guten Ausfuhrplus im Januar gingen die Exporte im Februar überraschend deutlich zurück. Die Billiggeld-Politik der Notenbank scheint wirkungslos – noch.
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Blick in den Container-Hafen von Tokio: Japans Exporte schwächeln. Quelle: Reuters

Blick in den Container-Hafen von Tokio: Japans Exporte schwächeln.

(Foto: Reuters)

TokioTrotz der Talfahrt des Yen hat Japans Exportindustrie einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Die Ausfuhren gingen im Februar zum Vorjahr überraschend deutlich um 2,9 Prozent zurück, wie das Finanzministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten nur mit minus 1,9 Prozent gerechnet. Allerdings stieg die Stimmung in der Industrie den vierten Monat in Folge und signalisiert, dass sich die Wirtschaft allmählich von der Rezession erholt.

Die Exporteure sehen sich jedoch einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt: Noch im Januar hatte es ein Ausfuhrplus von 6,3 Prozent gegeben. Die Importe stiegen mit 11,9 Prozent weniger deutlich als erwartet.

Entsprechend fiel auch das Handelsdefizit mit rund 8,14 Milliarden Dollar geringer aus als erwartet. Seit dem Amtsantritt von Ministerpräsident Shinzo Abe hat die Notenbank ihre Politik des billigen Geldes forciert und so die Talfahrt des Yen beschleunigt. Damit hat sich zugleich die Position der Exportwirtschaft auf den Weltmärkten verbessert. Experten verweisen darauf, dass der Währungsvorteil erst langsam zu greifen beginnt: „Die Schwäche des Yen wird wahrscheinlich das Exportvolumen erst ab dem März und April und dann auch zum Sommer hin schrittweise beeinflussen“, meint Yoshimasa Maruyama vom Wirtschaftsforschungsinstitut Itochu.

Der neue Notenbankchef Haruhiko Kuroda ließ offen, ob er noch vor dem nächsten regulären Termin Anfang April eine Sondersitzung des Zins-Ausschusses einberufen wird: „Das ist nicht unmöglich.“ Spekulationen zufolge könnte die Notenpresse stärker angeworfen werden, um die Konjunktur zu stimulieren. Aus der Wirtschaft gibt es unterdessen Hoffnungszeichen: Einer Reuters-Umfrage zufolge verbesserte sich die Stimmung bei den Industrie-Unternehmen im März um zwei Punkte auf minus elf Zähler. Bis Juni wird ein weiterer Anstieg auf plus vier Zähler erwartet.

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