Geschäftsklimaindex fällt leicht
Ifo: Moderate Konjunkturerholung hält an

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im September minimal gesunken - die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September also kaum verändert. Für Ifo-Chef Hans-Werner Sinn ist damit die Fortsetzung der moderaten konjunkturellen Erholung so gut wie sicher.

HB BERLIN. Der Ifo-Index sank minimal auf 95,2 von 95,3 Punkten im August, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Montag mitteilte. „Mit einer Fortsetzung der moderaten konjunkturellen Erholung ist zu rechnen“, erklärte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Dabei bewerteten die rund 7000 befragten Unternehmen ihre Geschäftsaussichten ein wenig pessimistischer als im Vormonat, während sich ihre Lageeinschätzung minimal verbesserte. Analysten sagten, größter Risikofaktor für die Wirtschaft bleibe der hohe Ölpreis, der am Morgen einen neuen Rekordstand markierte.

Nach dem Exportboom der letzten Monate erwarteten die Unternehmen eine leichte Abschwächung der Aufschwungkräfte im Auslandsgeschäft, erklärte Sinn. Volkswirte hatten mit einem Rückgang des Index auf 95,1 Zähler gerechnet. Der Teilindex zur Lageeinschätzung stieg auf 94,8 von 94,7 Punkten, der zu den Geschäftserwartungen sank auf 95,7 von 95,9 Punkten.

Marco Bargel von der Postbank nannte es erfreulich, dass sich der Ifo auf dem Niveau des Vormonats stabilisiert habe: „Dies spiegelt die robuste Lage im deutschen Verarbeitenden Gewerbe wider.“ Gerd Haßel von der ING BHF-Bank ergänzte: „Tatsächlich dürfte es mit der Wirtschaft in einem verhaltenen Tempo weiter bergauf gehen, es kommen offenbar mehr Aufträge herein und die Produktion wird auch leicht steigen“.

Einzig im verarbeitenden Gewerbe kam es dem Ifo zufolge zu einer geringfügig schwächeren Beurteilung der Lage. Im Bauhauptgewerbe, im Großhandel und im Einzelhandel habe sich die Lagebeurteilung dagegen verbessert. Der Auftragsbestand habe sich verbessert und die Unternehmen planten eine Verlangsamung des Beschäftigungsabbaus. Insgesamt sei der Ifo-Index in Ostdeutschland etwas ungünstiger ausgefallen als im Westen.

Einige Analysten monierten, der Ifo zeige keine klare Richtung für die Zukunft an, weil er seit Jahresbeginn einem Zickzack-Kurs folgt. „Der Ifo weiß derzeit auch nicht recht, wo er hin soll“, sagte Bernd Weidensteiner von der DZ Bank. Die weltwirtschaftlichen Einflüsse seien im September wohl eher negativ gewesen, während aus dem Inland diesmal keine negativen Signale gekommen seien: „Die letzten Daten aus der Industrie - Industrieproduktion und Auftragseingang - waren ja nicht so schlecht.“

Haßel unterstrich, größtes Risiko für die Konjunktur bleibe der hohe Ölpreis. Am Londoner Ölmarkt stieg der Preis für die marktführende Nordsee-Ölsorte Brent am Morgen auf ein neues Rekordhoch von 45,76 Dollar. Getrieben wurde der Ölpreis vor allem von der Sorge, vor der Wintersaison sei das Angebot am Markt zu knapp. Der Preis für ein Barrel zur Lieferung im November stieg um 43 Cent. Der bisherige Höchststand war am Donnerstag mit 45,75 Dollar erreicht worden.

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