Geschäftsklimaindex
Ifo: Mehr Aufträge verbessern die Stimmung

Ifo-Konjunkturchef Gebhard Flaig sieht in der Zunahme der Neuaufträge und der gesteigerten Produktion die Chance, dass sich die Stimmung der deutschen Unternehmen in den kommenden Monaten weiter verbessert.

HB BERLIN. „Wovon wir ausgehen, ist, dass die Auftragseingänge - auch aus dem Ausland - und die Produktion sich so langsam verbessern. Das wird sich dann einfach in der Lagebeurteilung niederschlagen“, sagte Flaig am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf die weitere Entwicklung des Ifo-Geschäftsklimas. In den kommenden Monaten werde es in Deutschland konjunkturell aufwärts gehen. „Wie stark dann diese Erholung sein wird, wie schnell, das steht immer noch ein bisschen in den Sternen“, sagte der Volkswirt.

Trotz der jüngsten Euro-Aufwertung hätten die Unternehmen ihre Exporterwartungen leicht verbessert. Der Kurs der Gemeinschaftswährung bleibe aber ein „gewisses Risiko“ für die wirtschaftliche Erholung, sagte Flaig.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) stieg im November erneut unerwartet deutlich. Dabei beurteilten die Firmen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Geschäftsaussichten merklich besser als im Vormonat. Der Ifo-Index für Westdeutschland legte auf 95,7 von 94,3 Punkten im Oktober zu.

Als positiv bewertete Flaig, dass sich bei den rund 7 000 befragten Firmen sowohl die Erwartung für die künftige Geschäftsentwicklung als auch die Einschätzung der aktuellen Lage verbessert haben. „Das ist eigentlich ein hartes Signal.“ Zuletzt hatten Experten nach vielversprechenden Frühindikatoren wiederholt darauf hingewiesen, die verbesserte Stimmung müsse sich auch in den realwirtschaftlichen Daten niederschlagen, bevor man von einer Erholung sprechen könne.

Für das vierte Quartal erwartet Flaig ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 0,2 bis 0,3 % zum Vorquartal. Als mögliches Hemmnis für die Konjunkturbelebung bezeichnete er die Entwicklung des Euro, der zuletzt ein Allzeit-Hoch bei knapp unter 1,20 Dollar erreicht hatte. „Ein gewisses Risiko ist es natürlich schon.“ Allerdings seien die Exporterwartungen der deutschen Firmen dennoch nicht pessimistischer geworden, sondern hätten sich leicht verbessert. Dies hänge mit dem Aufschwung in den USA und in Asien zusammen, sagte Flaig. Eine Gefahr durch den Wechselkurs gehe aber nur von einer deutlichen Aufwertung des Euro aus. Mittel- und langfristig rechnet Flaig mit einem tendenziell steigenden Euro, nannte aber keine konkrete Kurserwartung.

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